Mercedes war beim Rennen in Abu Dhabi wieder nur dritte Kraft - Bildquelle: Motorsport ImagesMercedes war beim Rennen in Abu Dhabi wieder nur dritte Kraft © Motorsport Images

Der Doppelsieg vor einer Woche in Brasilien blieb für Mercedes in der Formel-1-Saison 2022 eine Eintagsfliege. Am Sonntag landete das Werksteam des deutschen Herstellers beim Grand Prix von Abu Dhabi auf dem Yas Marina Circuit zum Saisonfinale wieder auf dem harten Boden der Tatsachen. George Russell beendete das Rennen mit deutlichem Rückstand auf die Red-Bull- und Ferrari-Fahrer auf Rang fünf.

Teamkollege Lewis Hamilton musste sein Auto drei Runden vor dem Rennende mit einem Hydraulikdefekt an der Box abstellen - möglicherweise eine Spätfolge eines wilden Ausritts über einen sogenannten "Sausage"-Randstein in der Startrunde, nach dem sich Hamilton über das Fahrverhalten des Autos beklagt hatte. Damit bleibt der siebenmalige Weltmeister erstmals in seiner Formel-1-Karriere in einer Saison ohne Rennsieg

"Einer ist ausgefallen, dem anderen sind die Reifen eingegangen. Das ist eine präzise Zusammenfassung der Saison", sagt Mercedes-Motorsportchef auf dem englischen Kanal von 'Sky' fast schon mit einer Prise Galgenhumor.

Rechter Vorderreifen bricht in Abu Dhabi ein

Nur in den ersten Runden konnten Russell und Hamilton mit den Ferrari-Piloten mithalten. "In den ersten Runden sind wir gut mit den Reifen umgegangen. Das Auto sah stark aus, aber dann ist der rechte Vorderreifen eingebrochen", sagt Wolff. "Das ist etwas, was wir hätten vorhersehen können. Wir wussten, dass Abu Dhabi für unser Auto schwierig werden würde, also stimmt zumindest die Korrelation."

Unter dem Strich hält Wolff fest, dass seiner erfolgsverwöhnten Mannschaft nach den Regeländerungen zur Saison 2022 mit dem W13 ein Fehlgriff passiert ist. "Der war nicht gut. Da haben wir alle Fehler gemacht, die man machen konnte. Das Auto war nicht so schnell, wie es sein sollte. Heute waren wir die Drittschnellsten", so der Österreicher.

Dennoch soll das Modell künftig nicht in einer dunklen Ecke der Fabrik versteckt werden, sondern als eine Art Mahnmal erhalten werden. "Wir werden dieses Auto in Brackely und Brixworth an die Rezeption stellen, damit wir jeden einzelnen Tag daran erinnert werden, wie schwierig es sein kann", kündigt Wolff an.

"Charakterbildende Saison" für Mercedes

"Das war eine charakterbildende Saison. Aber wir haben hart gepusht. Der Motor wurde immer besser, ich bin stolz, was wir da erreicht haben. Auf der Chassisseite gab es mehr schlechte als gute Momente. Aber die guten waren spektakulär, wie vor einer Woche", so Wolff.

"Wenigstens konnten wir hinter den Rennsieg einen Haken machen", hält der Mercedes-Motorsportchef fest und schließt mit einer Kampfansage: "Nächstes Jahr sind wir wieder da."