Die Polizei war schnell vor Ort, zu Schaden kam glücklicherweise niemand - Bildquelle: Motorsport ImagesDie Polizei war schnell vor Ort, zu Schaden kam glücklicherweise niemand © Motorsport Images

Beim Grand Prix von Großbritannien sorgte eine Protestaktion der Aktivistengruppe "Just stop Oil" für mächtig Aufsehen - und reichlich Kopfschütteln. In der Eröffnungsrunde des Formel-1-Rennens in Silverstone war es Demonstranten gelungen, den Zaun zu durchbrechen und auf die Wellington-Gerade zu gelangen.

Als die Autos dort ankamen, war bereits die rote Flagge wegen des Unfalls von Zhou Guanyu geschwenkt worden, was bedeutete, dass sie nicht mehr so schnell unterwegs waren. Zum Glück kam niemand zu Schaden. Sieben Personen wurden festgenommen.

Auf den Protest angesprochen, zeigte Lewis Hamilton für das eigentliche Ansinnen der Demonstranten, nämlich den Klimaschutz, zwar Verständnis: "Ich finde es toll, dass die Leute für den Planeten kämpfen." Er betonte aber auch, dass solche Aktion sicher sein müssten und niemanden in Gefahr bringen dürften.

Richtiges Ziel, falsche Methode

"Wie wir gesehen haben, ist dies ein sehr gefährlicher Sport", schrieb Hamilton in einer Instagram-Story und bezog sich dabei auf den Unfall von Zhou. "Ich war mir des Protests nicht bewusst, und obwohl ich immer diejenigen unterstützen werde, die für das eintreten, woran sie glauben, muss dies sicher geschehen."

"Bitte springt nicht auf unsere Rennstrecken, um zu protestieren, wir wollen Sie nicht in Gefahr bringen", mahnte der siebenmalige Weltmeister. Kurz zuvor hatte auch Mercedes erklärt, dass man das Recht zu protestieren gutheiße, "aber nicht die Methode, die sie gewählt haben, die ihre Sicherheit und die anderer gefährdet".

Obwohl die Aktion an sich vom gesamten Fahrerfeld verurteilt wurde, stießen die Umweltbedenken, auf die die Aktivisten hinwiesen, bei vielen auf Sympathie. So zeigte Sebastian Vettel "volles Verständnis für ihre Ängste und Befürchtungen".

Protestaktion war lebensmüde

Sergio Perez betonte in Bezug auf das Thema Klimaschutz: "Die Formel 1 muss auf jeden Fall mehr tun, sie muss weiter Druck machen und sich weiter verbessern und in diese Richtung gehen. Und es ist toll zu sehen, wie die Leute für ihre Sache kämpfen, aber sie sollten dabei natürlich niemanden in Gefahr bringen."

"Ich denke, die Leute haben die Möglichkeit, sich zu äußern und zu demonstrieren, wo immer sie wollen, denn das ist ein Recht", fügte Rennsieger Carlos Sainz hinzu. "Ich glaube nur nicht, dass es der beste Weg ist, auf eine Formel-1-Strecke zu springen und sich selbst und alle anderen Fahrer in Gefahr zu bringen."

"Ich denke, dass die Formel 1 bereits einen großartigen Job macht, um zu versuchen, bis 2030 klimaneutral zu werden. Wir treiben diesen Bereich voran und drängen die Formel 1 und die FIA, Wege in diese Richtung zu finden", sieht der Ferrari-Pilot gute Ansätze.

"Ich glaube einfach nicht, dass der Sprung auf eine Formel-1-Strecke der richtige Weg ist, um auf sich aufmerksam zu machen und zu protestieren. Man muss ein bisschen vorsichtiger sein, denn man könnte getötet werden oder einen Unfall verursachen."