Der Franzose Patrick Tambay ist im Alter von 73 Jahren verstorben - Bildquelle: Motorsport ImagesDer Franzose Patrick Tambay ist im Alter von 73 Jahren verstorben © Motorsport Images

Der ehemalige Formel-1-Pilot Patrick Tambay ist im Alter von 73 Jahren verstorben. Das bestätigte seine Familie gegenüber der französischen Nachrichtenagentur 'AFP' am Sonntag (4. Dezember 2022). Tambay litt seit einigen Jahren an der Parkinson-Krankheit.

Der am 25. Juni 1949 in Paris geborene Rennfahrer bestritt in seiner Karriere 123 Formel-1-Rennen. Tambay trat für die besten Teams in der Königsklasse an und gewann zwei Grands Prix. Als Dritter der Formel-2-Europameisterschaft (1976) gelang ihm der Sprung in die Formel 1.

Tambay debütierte beim Grand Prix von Frankreich in Dijon-Prenois im Jahr 1977, konnte sich mit einem Surtees aber nicht qualifizieren. Für das folgende Rennen wechselte er zu Theodore und fuhr die Saison zu Ende. Dreimal gelangen ihm Ergebnisse in den WM-Punkterängen.

1978 nahm ihn McLaren als Teamkollegen von James Hunt unter Vertrag. In Anderstorp (Schweden) gelang Tambay mit Platz vier sein bis dato bestes Ergebnis. Aber 1979 wurde bei McLaren ein schwieriges Jahr mit vielen Ausfällen ohne WM-Punkte.

1980 fuhr er die Can-Am-Serie in den USA und gewann mit dem Team von Carl Haas, der später das IndyCar-Team Newmann/Hass gründete, den Meistertitel. Schon 1977 war Tambay mit Haas Can-Am-Meister gewesen.

Als Ersatz für Gilles Villeneuve bei Ferrari

Sein Weg führte zurück in die Formel 1, aber 1981 wurde mit Theodore und Ligier wieder ein schwieriges Jahr. Tambay musste sich erneut aus der Königsklasse verabschieden, bis im Sommer 1982 ein Anruf von Enzo Ferrari kam.

Ferrari suchte einen Ersatz für den in Zolder (Belgien) tödlich verunglückten Gilles Villeneuve. Ab dem Rennen in Zandvoort (Niederlande) saß Tambay im roten Boliden. Bei seinem zweiten Ferrari-Rennen in Brands Hatch (Großbritannien) stand er erstmals als Dritter auf dem Podest.

In Hockenheim (Deutschland) hatte sein Teamkollege Didier Pironi im Qualifying einen schweren Unfall, der die Karriere des Franzosen beendete. Tambay sprang in die Presche und feierte in Hockenheim seinen ersten Formel-1-Sieg.

Beim Ferrari-Heimspiel in Monza (Italien) ließ er Platz zwei folgen. Tambay war auch 1983 bei Ferrari gesetzt und eroberte in Imola (San Marino) seinen zweiten Formel-1-Sieg. Die Saison beendete er als WM-Vierter. Es war sein bestes Ergebnis.

Letzte große Station Renault

Das Renault-Werksteam nahm den Franzosen für 1984 und 1985 unter Vertrag. Beim Heimrennen in Dijon startete Tambay von der Poleposition, aber im Rennen musste er sich dem McLaren von Niki Lauda geschlagen geben. Es blieb sein einziger Podestplatz 1984.

In der zweiten Renault-Saison gelangen Tambay noch zwei dritte Plätze. Ende 1985 beendete Renault das Werksteam. Tambay fuhr 1986 noch einige Rennen für das damals neue Team seines Freundes Carl Haas. Erfolge blieben aus und seine Formel-1-Karriere ging zu Ende.

In der Formel 1 feierte Tambay zwei Siege und stand insgesamt elfmal auf dem Podest. Fünfmal konnte er die Poleposition erringen. In den 123 Rennen (114 Starts) sammelte er nach den damals gültigen Punkteschlüsseln 103 WM-Zähler.

Tambay startete auch bei den 24 Stunden von Le Mans. Seine ersten drei Versuche endeten mit Ausfällen. 1989 sah er mit dem Jaguar-Team von Tom Walkinshaw und den Teamkollegen Jan Lammers und Andrew Gilbert-Scott als Vierter die Ziellinie.

Parallel dazu bestritt Tambay auch viermal die Rallye Paris Dakar. 1988 wurde er mit einem Range Rover Dritter. 1989 gelang ihm mit einem Mitsubishi Pajero das gleiche Resultat.

Tambay war der Patenonkel von Jacques Villeneuve. Sein Sohn Adrian Tambay hat sich ebenfalls für eine Karriere als Rennfahrer entschieden und fuhr von 2012 bis 2016 in der DTM.