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München - Fernando Alonso ist ein schwieriger Charakter. Das ist keine Neuheit. Bei fast jedem Team, für das es bisher fuhr, hat er verbrannte Erde hinterlassen. Der Erfolg steht für den erfahrenen Spanier an erster Stelle. Das musste auch McLaren erkennen, nachdem der damals zweifache Weltmeister 2007 zum britischen Traditionsrennstall wechselte.

Dort musste er mit dem jungen Lewis Hamilton als Teamkollegen klarkommen. Der mittlerweile siebenfache Champion zeigte von Anfang an Leistung und schaffte es früh, Alonso unter Druck zu setzen. Dieser fand es damals offensichtlich nicht gut, regelmäßig von einem Rookie geschlagen zu werden. Wie der ehemalige McLaren-Mechaniker Marc Priestley nun im "PitStop-Podcast" erklärte, griff der heute 41-Jährige zu interessanten Mitteln, um seinen Stellenwert im Team zu sichern.

"2007 gab es einen Moment, in dem Fernando bei einem Rennen auftauchte. Als ich ankam, verteilte Fernandos Manager oder Trainer kleine, braune Umschläge mit Geld an alle, die nicht an Lewis' Auto waren. Ich erinnere mich, dass ich den Umschlag öffnete und darin etwa 1.500 Euro waren. Das war so fragwürdig. Zuerst bekommt man einen unmarkierten braunen Umschlag, und ich sage: 'Vielen Dank, was ist das?' Dann geht der Trainer weg und man bleibt mit diesem Ding zurück, das buchstäblich voll mit Bargeld ist", so Priestley.

Fernando Alonso wollte die Oberhand im Team behalten

Dass es sich dabei um Schmiergeldzahlungen handelte, wurde den Mechanikern demnach erst später klar: "Plötzlich breitet sich das im Team aus, und die einzigen, die es nicht bekommen haben, sind Lewis' Leute. Uns dämmert langsam, was hier passiert ist: Er versucht, Unterstützung zu bekommen, er versucht, die Leute zu ermutigen, seine Seite in diesem intensiven Kampf zu unterstützen."

Sowohl Alonso als auch Hamilton hätten verschiedene Wege gewählt, um ihren Erfolg zu sichern, stellte Priestley zum Schluss fest: "Lewis hat andere Dinge getan, er hat über die Medien ein paar Spiele gespielt. Sie haben beide richtige und falsche Sachen getan, aber jeder hat eine Strategie versucht, um der beste Formel-1-Fahrer zu werden."

Der Brite gewann ein Jahr später seinen ersten von insgesamt sieben Weltmeistertiteln. Fernando Alonso, der McLaren nach nur einem Jahr wieder in Richtung Renault verließ, konnte an die Erfolge von 2005 und 2006 nicht mehr anknüpfen und verpasste 2010 und 2012 im Ferrari sitzend jeweils im letzten Rennen der Saison den Titel.

Übrigens: Die "Schmiergelder", die Alonso im 2007 zahlte, kamen letztendlich einem guten Zweck zugute, wie Priestley verriet: "Auf der einen Seite kann man sagen, dass es eine clevere Taktik war, aber am Ende hat das Team offensichtlich davon erfahren und uns dazu gebracht, alles für wohltätige Zwecke zu spenden, was in Ordnung war. Aber es war ein kleiner Einblick in die zwei unterschiedlichen Mentalitäten."

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