Fährt vorne weg: Red Bull (re.) - Bildquelle: ImagoFährt vorne weg: Red Bull (re.) © Imago

München - So gespannt wie lange nicht wurde die Saison 2022 in der Formel 1 erwartet.

Durch diverse Regeländerungen veränderte sich das Chassis der Boliden deutlich, sowohl Konstruktion als auch die Reifen wurden deutlich breiter. Sinn und Zweck der Änderungen: Die Autos sollten dichter und ohne große Beeinträchtigungen durch dreckige Luftverwirbelungen des Vorausfahrenden einander folgen können. So sollte das Feld in der Gesamtheit enger zusammenrücken und die Weltmeisterschaft spannender machen.

Allerdings ist die Königsklasse der FIA kurz vor der Sommerpause weit weg von Spannung.

"Konnte sie letztes Jahr wenigstens ärgern": Gasly übt Kritik

Während Ferrari in Person von Charles Leclerc zu Beginn der Saison dominierte, ist es nun Red Bull um Max Verstappen, an dem kein Vorbeikommen ist - vorausgesetzt das Auto hält.

Dass das nicht nur ein äußerlicher Eindruck ist, monierte kürzlich Alpha-Tauri-Pilot Pierre Gasly: "Ich hatte erwartet, dass das Feld enger zusammenrücken würde, was aber eigentlich nur im Mittelfeld passiert ist."

"Letztes Jahr war ich froh, im Qualifying mal den Ferrari, mal den Red Bull, mal den Mercedes geschlagen zu haben. Meiner Meinung nach waren die ersten Drei schneller, aber sie waren keine Klasse für sich", fuhr der 26-Jährige fort: "Letztes Jahr konnte ich sie wenigstens ein bisschen ärgern, dieses Jahr hast du keine Chance."

Ein Beispiel ist George Russell am vergangenen Rennwochenende in Montreal. In Runde eins schnappte er sich Mick Schumacher, in Runde drei überholte er Esteban Ocon und in Runde fünf Kevin Magnussen, an allen fuhr er mühelos und ohne DRS einfach vorbei. Drei Fahrer aus zwei Rennställen, die selbst dem bei weitem nicht perfekt funktionierendem Mercedes nicht das Wasser reichen können.

Regeländerung um Mercedes-Dominanz zu brechen?

Nicht wenige glauben, dass die FIA die Regeln nur geändert hat, um die Dominanz von Mercedes in der Formel 1 zu brechen. Acht Jahre in Serie sicherten sich die Silberpfeile den Titel des Konstrukteursweltmeisters.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die FIA so etwas macht. Auch die Mercedes-Dominanz entstand schließlich erst mit einer gravierenden Regeländerung, die dem damals vorherrschenden Red Bull bestimmte Teile zur Erhöhung des Abtriebs verboten hatte.

Aktuell, so der Stand nach etwas mehr als einem Drittel der Saison, hat sich die Regeländerung der FIA nur bei den Teams vier bis zehn der Hierarchie ausgezahlt. Der Spannung an der Spitze hat sie, zumindest im Vergleich zur vergangenen Saison, eher geschadet.

Bis zur Sommerpause werden zwar einige Teams noch Updates erhalten. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass in dieser Saison auf Dauer noch ein Konkurrent das Niveau von Ferrari oder Red Bull erreichen kann.

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