Vettel beendet Rennen in Kanada auf Rang zwölf. - Bildquelle: imagoVettel beendet Rennen in Kanada auf Rang zwölf. © imago

Köln/München - Klima-Protest mit Gegenwind und ein frustrierendes Rennen - Sebastian Vettel war einfach nur froh, dass seine Dienstreise nach Kanada beendet war. Mit Platz zwölf erlitt der Aston-Martin-Pilot nach zwei ermutigenden Vorstellungen wieder einen Rückschlag. Am meisten nervten den viermaligen Formel-1-Weltmeister allerdings die bohrenden Fragen zu seinem Helm.

"Ich möchte nichts dazu sagen. Ich habe mehr als einen Helm", konterte Vettel patzig die Frage, warum er im Rennen nicht mehr den Kopfschutz trug, mit dem er im Training und Qualifying gegen Teersandabbau in Kanada protestiert hatte.

Krisenmeeting bei Aston Martin?

Von einem Krisenmeeting bei Aston Martin war auf einmal die Rede. Doch Teamchef Mike Krack bestritt im Gespräch mit dem Fachmagazin "auto motor und sport" jegliche Einflussnahme von Rennstallseite. "Man hat in der Vergangenheit gesehen, dass solche Aktionen hauptsächlich am Freitag und Samstag liefen. Aber er darf natürlich frei entscheiden", sagte der Luxemburger. Vettel selbst ließ eine Nachfrage zu einer möglichen Einflussnahme unbeantwortet.

Für seinen Protest gegen Teersandabbau hatte der 34-Jährige am Samstag heftige Kritik geerntet. Sonya Savage, Energieministerin der kanadischen Provinz Alberta, warf Vettel via Twitter Scheinheiligkeit vor. "Ich habe im Laufe der Jahre schon viel Heuchelei erlebt, aber das hier ist der Gipfel", schrieb die Politikerin: "Ein Rennfahrer, der von Aston Martin gesponsert und von Saudi Aramco finanziert wird, beschwert sich über Teersandabbau."

Vettel: "Sollte nicht erlaubt sein"

Vettel hatte am Freitag bei seiner Ankunft im Fahrerlager von Montreal ein T-Shirt getragen mit der Aufschrift "Stoppt den Teersandabbau - Kanadas Klimaverbrechen". Am Freitag und Samstag trug er dann eine Sonderedition seines Helms. "Es ist ein Horror für die Natur. Das sollte nicht erlaubt sein", hatte Vettel am Freitag gesagt.

Savage gefiel diese Kritik überhaupt nicht. Jeder Mensch könne seinen persönlichen CO2-Fußabdruck verringern, schrieb die 55-Jährige und machte einen provokanten Vorschlag: "Vielleicht ein Tretauto für die Formel 1?"

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