München – Im diesjährigen Titelrennen der Formel 1 geht es rustikal zu. In dieser Saison haben sich Mercedes-Pilot Lewis Hamilton und Red-Bull-Fahrer Max Verstappen schon mehrfach harte Duelle geliefert und sich dabei gegenseitig von der Strecke gedrängt.

Im Interview mit dem "Motorsport Network" hat sich Hamilton nun zur kompromisslosen Fahrweise des derzeitigen WM-Führenden Verstappen geäußert.

Lewis Hamilton: "Wenn man stur ist und nicht nachgibt, wird man einen Unfall bauen"

"Man muss einfach sehr, sehr vorsichtig sein. Vorsichtiger als jemals zuvor", sagte der siebenmalige Weltmeister über das Racing gegen Verstappen: "Anstatt jemandem einen Vertrauensvorschuss zu geben, muss man wissen, dass genau das passieren wird. Man muss immer bereit sein, eine Kollision um jeden Preis zu vermeiden, auch wenn das bedeutet, dass man weit ausweichen muss, denn schließlich will man das Rennen zu Ende fahren, oder? Wenn man stur ist und nicht nachgibt, wird man einen Unfall bauen."

Im Sommer schoss Hamilton in Silverstone Verstappen noch ab. In Spanien und Imola, besonders aber zuletzt in Brasilien fuhr wiederum der aktuelle WM-Führende Verstappen die Ellenbogen aus: In Sao Paulo konnte Hamilton nur durch das Verlassen der Strecke eine Kollision mit dem Red Bull verhindern. 

Lewis Hamilton zu Crash in Silverstone: "Würde es nochmal so machen"

An seinem eigenen Verhalten in den jeweiligen Szenen sieht Hamilton keinen Anlass zu Kritik: "In Imola war ich außen. Das wäre nicht gut gegangen. Dann hat er uns beinahe beide von der Strecke gedrängt. Spanien war ähnlich. Ich würde mich in diesen Situationen wieder genauso verhalten. Auch in Silverstone. Ich würde es nochmal genauso machen."

Verstappen sei allerdings nicht der erste Fahrer in Hamiltons Karriere, der so kompromisslos zur Sache gehe. "Jetzt, wo ich älter bin, schaue ich mir ihren Charakter und ihren Hintergrund, ihre Erziehung etwas genauer an. Unsere Erziehung ist der Grund, warum wir so handeln und uns so verhalten, wie wir es tun, ob gut oder schlecht. Ich versuche also, sie zu verstehen, damit ich den Charakter derer, gegen die ich Rennen fahre, besser einschätzen kann."

Formel 1: WM-Entscheidung in den letzten zwei Rennen

Hamilton sieht sich selbst als "nicht zu groß oder zu erfolgreich, um zurückzuziehen und an einem anderen Tag zu kämpfen". Man müsse "der Klügere sein".

Doch wird das Zurückstecken zum Nachteil im Titelkampf? "Manchmal verliert man dabei Punkte, das ist klar, aber es geht nicht nur um mich. Hinter mir stehen 2.000 Mitarbeiter, und durch diese egoistische Entscheidung zu sagen, nein, ich beharre auf meinem Standpunkt und komme nicht ins Ziel, entgehen meinem Team am Ende des Jahres potenzielle Prämien. All die harte Arbeit, die sie leisten müssen, die Schäden am Auto. Ich bin mir auch dieser Dinge bewusst."

Bei noch zwei ausstehenden Saisonrennen in Saudi-Arabien (5.12.) und Abu Dhabi (12.12.) hat Hamilton aktuell acht Punkte Rückstand auf Verstappen.

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