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München - Das lange Warten hat endlich ein Ende! Nach 31 Rennen gab es für Mick Schumacher beim Großen Preis von Großbritannien die ersten Punkte in der Formel 1. In Silverstone raste der Haas-Pilot auf den achten Platz und darf nun darauf hoffen, dass der Knoten endlich geplatzt ist.

"Endlich! Ich habe es euch gesagt, das ist mein Wochenende. Heilige Schei**e! Entschuldigt das Fluchen, Leute", ließ Schumacher nach dem Rennende seine Freude am Teamfunk heraus. Doch nicht nur Schumacher war überwältigt, sondern auch Haas-Teamchef Günther Steiner. Dieser richtete sich nach dem Rennen ebenfalls per Funk an den 23-jährigen Deutschen: "Mick, fantastischer Job, Dankeschön! Jetzt geht es aufwärts mit dir, fantastisch!"

Schumacher: "Hat lange genug gedauert"

Bei "Sky" sagte der Sohn von Michael Schumacher selbst, dass "es lange genug gedauert hat". Das Schöne: Mick konnte dabei lachen und hatte sogar noch ein Lob für das Team übrig: "Es hat viel Spaß gemacht. Wir sind fehlerlos durchgefahren mit der richtigen Strategie. Und wir haben zur richtigen Zeit die Reifen gewechselt. Wir sind ein Team – wir gewinnen und verlieren zusammen."

Doch nicht nur Schumacher selbst, sondern auch das gesamte Team hat auf diesen Tag gewartet: Der Haas-Pilot stand nach 30 Rennen ohne Punkt in der Formel 1 durchaus unter Druck. Dieser perlte dadurch auch auf Steiner und Co. ab. Sicherlich gab es intern schon Überlegungen, wie es mit Schumacher weitergeht.

Doch die Geduld hat sich - dem Rennergebnis in Silverstone nach zumindest - ausgezahlt. Auch wenn es ein steiniger Weg war und Schumacher oft öffentlich in der Kritik stand. Nach dem Großen Preis von Großbritannien dürften diese Tage jedoch vorerst in Vergessenheit geraten sein.

Mama Schumacher meldet sich per Funk

Um den Gänsehaut-Moment perfekt zu machen, meldeten sich sogar die Angehörigen Schumachers per Funk. Mutter Corinna kam aus dem Loben gar nicht mehr heraus: "Mick, ich bin mega stolz auf dich! Mega gemacht, Schatz!" Auch Schwester Gina meldete sich zu Wort und gratulierte ihrem Bruder zum verdienten achten Platz: "Hey Mick! Super, super, super, super!"

Dass die ersten Punkte für den Deutschen verdient waren, zeigen allein schon die nackten Zahlen. Von Startplatz 19 fuhr Schumacher auf den achten Platz und schrieb zumindest aus persönlicher Sicht Geschichte. Dass diese überhaupt erst durch die massigen Ausfälle anderer Fahrer so zustande kam, steht jedoch auch nicht zur Debatte.

Aber der in Genolier geborene Rennfahrer ließ am Ende nicht nur Teamkollege Kevin Magnussen, sondern auch Kumpel und Mentor Sebastian Vettel hinter sich.

Schumachers Fight mit Verstappen

In den letzten Runden des Rennens lieferte sich Schumacher sogar noch einen erbitterten Kampf mit Max Verstappen. Der Red-Bull-Pilot hatte über das gesamte Rennen Probleme und musste seinen siebten Platz bis zu den letzten Kurven Silverstones gegen Mick verteidigen. Danach gab es für den Deutschen das große Lob vom amtierenden Weltmeister für den harten Fight: Der Niederländer Verstappen zeigte Schumacher aus seinem Red-Bull-Boliden den Daumen nach oben.

Ob Platz sieben oder acht wird Schumacher im Nachhinein aber vermutlich egal sein. Das Wichtigste ist, dass er seine ersten Punkte in der Formel 1 erfahren hat. Auch Sebastian Vettel konnte seine Freude über den Erfolg nicht verbergen.

Vettel im Auto: "Go Mick!"

Nach dem Rennen zeigten Live-Bilder die innige Umarmung zwischen den beiden deutschen Formel-1-Piloten. Im Interview sagte Vettel, der am Ende auf dem neunten Platz landete: "Ich habe das alles im eigenen Auto verfolgt und habe laut geschrien: 'Go Mick! Go Mick!' Ich freue mich einfach unheimlich für ihn". Der viermalige Formel-1-Champion war offensichtlich stolz auf seinen Schützling: "Er hat eine lange und harte Zeit hinter sich und hat sich dieses Ergebnis vollkommen verdient."

In der Vergangenheit hatte Schumacher des Öfteren mit technischen Problemen am Auto oder auch Fahrfehlern zu kämpfen. Die Stimmen um ihn und das gesamte Haas-Team wurden also nicht ohne Grund lauter. Außerdem blieb der Deutsche auch regelmäßig hinter seinem Teamkollegen Magnussen zurück. Nun dürfte diese große Hürde endlich überwunden sein.

Fassen wir noch einmal zusammen: Schumacher ließ seinen Teamkollegen Magnussen hinter sich, lieferte sich einen harten Fight mit Verstappen und holte seine ersten Zähler in der Formel 1.

Ob er sich in dieser Saison auch langfristig gegen seinen dänischen Kollegen durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Aber in Silverstone hat der 23-Jährige einen weiteren und diesmal auch großen Schritt dafür getan.

Man kann nur hoffen, dass Schumachers Teamchef Steiner Recht behält und es tatsächlich ab jetzt nur noch "aufwärts" geht für Mick Schumacher.

Max Bruns

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