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München/Montreal - Wieder keine Punkte. Mick Schumacher scheidet beim Grand Prix von Kanada in aussichtsreicher Position aus.

Bitter: Der Deutsche muss seinen Boliden ohne eigenes Verschulden in Runde 20 vorzeitig abstellen. 

Bis dahin lag der 23-Jährige auf dem siebten Rang und damit auf Punktekurs. Nach einem starken Wochenende mit P6 im Qualifying hätte er zum ersten Mal in seiner Karriere Punkte holen können und die kritischen Stimmen um ihn zumindest kurzzeitig verstummen lassen.

Schumacher: "Hatten die Pace für P5"

Über Boxenfunk ließ der Deutsche seinem Frust erst einmal freien Lauf. Seine Aussage während der Übertragung über den Funk musste von einem lauten Piepton überblendet werden.

Im Interview beim Bezahlsender "Sky" nach dem Rennen zeigte er sich sichtlich niedergeschlagen: "Es ist natürlich ein unschönes Gefühl. Wir hatten die Pace, um für eine Platzierung in der Top 5 zu fahren - von daher ist es besonders ärgerlich." Schumacher hatte zwar nach dem Start Plätze verloren, lag zum Zeitpunkt des Ausscheidens aber immer noch auf P7. Für Teamkollege Kevin Magnussen war das Rennen nach einem frühen außerplanmäßigen Boxenstopp ebenfalls früh gelaufen.

Haas lässt Schumi im Stich

Direkt nach dem Qualifying erklärte Teamchef Günther Steiner noch als Ziel für das Rennen, beide Autos ins Ziel zu bekommen. Doch wie schon in den vergangenen Rennen sollte das nicht gelingen. 

Bei Haas hieß es noch während des Rennens, dass das Problem bei Schumachers Auto mit der Power Unit zusammenhängen würde. "MGU-K oder MGU-H. Ich weiß es auch nicht genau, aber eine dieser beiden Komponenten ist komplett kaputt. Das hatte auch das abrupte Stoppen des Autos zur Folge. Daher mussten wir es sofort abstellen, um keine weiteren Schäden zu vermeiden", gab Schumacher nach dem Rennen die einfache wie bittere Erklärung.

Nach all der Kritik aus den eigenen Reihen kann der 23-Jährige an diesem Wochenende kaum mehr aus dem Haas herausholen. Wenn Günther Steiner seinem Schützling Druck macht, muss er ihm auch zuverlässiges Material zur Verfügung stellen.

Zuvor forderte der Südtiroler immer wieder, dass Schumacher endlich mal in die Top 10 fahren müsse. So steht am Ende ein weiterer Rückschlag für den Youngster, dessen Vertrag bei seinem Arbeitgeber nach der Saison ausläuft. 

Für Mick bleibt aber gefühlt ein taktischer Sieg über Steiner und dessen öffentliche Kritik.

Welche Rolle spielt Ferrari?

Ex-Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher resümierte dennoch ein hoffnungsvolles Haas-Wochenende: "Das war ein wichtiger Befreiungsschlag. Da war vorher ein bisschen Unruhe, aber jetzt wissen beide Seiten, wo sie dran sind. Es ist für das gesamte Team super. Magnussen schnell, Mick schnell, super Race-Pace. Für das was heute passiert. ist kann niemand etwas. Wenn überhaupt ist es Ferraris Thema." 

Zur Erinnerung: Das Haas-Team bezieht seine Motoren von der Scuderia.

Bereits in Monaco hatte Micks Haas Probleme im Freien Training. In Baku offenbarte sich dann das große Ferrari-Dilemma. Gleich vier Boliden mit Ferrari-Motoren schieden aufgrund technischer Probleme aus. In Kanada traf es nur Schumachers Haas - Mattia Binotto gab nach dem Rennen keine Erklärung ab, wollte vom genauen Problem des Ausscheidens nichts wissen.

Nächste Chance in Silverstone

Letztlich stehen nach dem neunten Saisonlauf noch immer keine Punkte für Mick Schumacher auf dem Tableau. Wie sein Onkel Ralf nahm er aber trotz der Enttäuschung Positives mit: "Wir haben gezeigt, dass wir das Zeug haben, um in die Punkte zu fahren und ich glaube, heute wäre es soweit gewesen. Aber wie gesagt: Dann eben an einem anderen Tag."

In zwei Wochen gibt es in Silverstone die nächste Gelegenheit.

Kritik muss sich Schumacher nach diesem Wochenende erst einmal keine anhören.

Stattdessen hat er eine Entschuldigung verdient.

Von Luca Ostermeier

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