Toto Wolff im Gespräch mit dem vom Porpoising betroffenen Lewis Hamilton - Bildquelle: ImagoToto Wolff im Gespräch mit dem vom Porpoising betroffenen Lewis Hamilton © Imago

München - Seit Beginn der aktuellen Formel-1-Saison steht das Thema Porpoising, also das Auf- und Abhüpfen der Boliden, im Mittelpunkt.

Bereits beim nächsten Rennen in Belgien in zwei Wochen wird der Weltverband FIA neue Grenzwerte einführen, um festzulegen, wie weit die Autos aufschlagen dürfen. Erst dann können mögliche Regeländerungen für 2023 festgelegt werden.

Das Thema ist in der Königsklasse äußerst umstritten. Mehrere Fahrer hatten auf mögliche Sicherheitsprobleme hingewiesen, einige Teams wiederum stellen in Frage, ob das Phänomen als Rechtfertigung für Regeländerungen genutzt wird, um dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu erreichen.

Porpoising als schlimme Gesundheitsgefahr?

Mit am schlimmsten betroffen ist Mercedes. So konnte sich Lewis Hamilton nach dem Rennen in Baku beispielsweise nur noch schwer bewegen. Teamchef Toto Wolff hat nun die FIA davor gewarnt, enstprechende Daten und die damit einhergehenden Gefahren des Porpoising zu ignorieren. Als Beispiel nannte der Österreicher die medizinische Forschung, die mit American-Football-Spielern im Zusammenhang mit Kopfverletzungen nach wiederkehrenden Stößen absolviert wurde.

"Es ist ganz einfach: Wir haben immer gesagt, wir können entweder nichts tun oder das Richtige. Wir und die FIA haben medizinische Analysen, dass Frequenzen von ein oder zwei Hertz über mehrere Minuten zu langfristigen Hirnschäden führen können. Und wir haben sechs bis sieben Hertz über mehrere Stunden!", so Wolff.

Er ergänzte: "Die FIA hat keine andere Wahl, als etwas zu tun." Und dies unabhängig davon, ob es Teams gibt, "die dafür oder dagegen lobbyieren".

Und weiter: "Es ist eine medizinische Frage, die beantwortet werden muss. Und diese Berichte sind eine Realität und sie sind eine Tatsache. Ich glaube nicht, dass sich die 'FIA-Gang' in die eine oder andere Richtung manipulieren lassen wird."

Wolff kann Kritik nicht verstehen

Nach Angaben des Teamchefs hat die Fahrergemeinschaft bereits Klartext gesprochen, "die Fahrer haben ihre Aussagen auf einem anonymen Formular gemacht. Die zuständigen Fachleute und Ärzte haben sich beraten, und das Ergebnis ist, dass es nicht gut für die langfristige Wirkung ist und die FIA sagt, dass sie keine NFL-Situation haben will."

Vorwürfe anderer Teams, Mercedes könnte mögliche Regeländerungen zum eigenen Vorteil nutzen, kann Wolff indes nicht nachvollziehen.

"Wir verstehen nicht und können nicht einmal nachvollziehen, wie es ist, in diesen Autos herumgeschüttelt zu werden", betont er: "Haben wir und haben alle Teams das Problem in den Griff bekommen? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Wir waren seitdem noch nicht auf einer holprigen Strecke. Müssen wir für das nächste Jahr einige Vorsichtsmaßnahmen treffen? Ja, auf jeden Fall!"

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