Mick Schumacher startet sein erstes Formel 1 Rennen von Position 19 aus - Bildquelle: imago images/Laci PerenyiMick Schumacher startet sein erstes Formel 1 Rennen von Position 19 aus © imago images/Laci Perenyi

München – "Sehr kurz!" So beschrieb Mick Schumacher seinen ersten Eindruck nach der Qualifikation für den Großen Preis von Bahrain. 

Es war zu erwarten, dass der junge Deutsche im Haas nicht über die 1. Qualifying-Session hinauskommt. Dies dürfte auch vor den zukünftigen Rennen der Fall sein. Dennoch war der Formel-1-Debütant zufrieden.  

"Ich bin recht happy mit dem Resultat", sagte Schumacher beim Bezahlsender "Sky". "Im Endeffekt wussten wir, dass nicht viel nach vorne geht. Wir müssen uns jetzt komplett auf morgen konzentrieren und versuchen, Erfahrung zu sammeln."

Mick Schumacher startet direkt hinter Vettel

Mick Schumacher wird am Sonntag von Position 19 in sein erstes Formel-1-Rennen starten, direkt hinter Sebastian Vettel.

Sein Teamkollege Nikita Mazepin, der mit einem Dreher eine gelbe Flagge provozierte, war 0,824 Sekunden langsamer. Allerdings hatte der junge Russe auch ein technisches Problem mit der Bremse.

Trotzdem: Das erste team-interne Duell ging an Schumacher. 

 

Für einige Minuten stand das Kürzel "MSC" sogar ganz oben auf der Zeittafel, weil er als erster Fahrer seine schnelle Runde beendet hatte.

"Ja, das habe ich auch gesehen", sagte Schumacher grinsend. "Leider hat es nicht allzu lange gehalten. Dennoch war das ein schöner Moment."

Und wie sieht seine Zielsetzung für das Rennen aus? "Weiterhin lernen", antwortet der 22-Jährige.

"Das ist natürlich mein erstes Rennen. Ich werde das erste Mal unter Rennbedingungen fahren, also mit anderen Autos vor mir. Wir können bis zu 20 Prozent Downforce (Anpressdruck) verlieren, was natürlich eine Riesenmenge ist. Von daher will ich einfach die Erfahrung sammeln und darauf in diesem Jahr aufbauen."    

Michael Schumacher belegte im ersten Quali-Platz 7   

Als sein Vater Michael Schumacher beim Großen Preis von Belgien im Jahre 1991 sein Debüt gab, landete er mit dem Jordan-Ford in der Qualifikation direkt auf Platz 7.

Überhaupt fand sich Michael Schumacher in der Königsklasse des Motorsports schnell zurecht. In seinen ersten fünf Rennen belegte er einmal den 5. Platz und zweimal den 6. Platz. In der zweiten Saison folgte bereits der erste Sieg. 

Dies dürfte Mick Schumacher nicht gelingen, weil der Haas VF 21 wohl das langsamste Auto im Feld ist. 

Der ehemalige Formel-1-Fahrer und heutige TV-Experte Timo Glock sagt: "Es könnte natürlich in einzelnen Rennen Überraschungen geben. Ich gehe aber davon aus, dass Haas auf das Jahr 2022 hofft, weil sich die Kräfteverhältnisse aufgrund der Regeländerungen dann verschieben könnten."

Teamchef Steiner: "Das wird ein schwieriges Jahr"

Dies weiß auch Günther Steiner, der Teamchef von Haas: "Das wird ein schwieriges Jahr für uns, ein Lernjahr. Das ist einfach schwierig, da muss man einfach durch."

Mit den ersten Eindrücken seiner beiden Fahrer war er einverstanden: "Ich glaube, es war okay. Man hat gesehen, dass sie sich im 3. freien Training gegenüber dem 1. und 2. freien Training gesteigert haben."

Das Qualifying hingegen hätte unter schwierigen Voraussetzungen begonnen: "Beide wurden an der Waage angehalten. Bei deinem ersten Quali ist dies das Letzte, was du brauchst. Da bist du sowieso schon angespannt. Aber sie haben sich ordentlich durchgearbeitet. Jetzt haben sie es hinter sich." 

Bezüglich der Zielsetzung für das Rennen gibt sich Steiner bescheiden: "Einfach durchkommen und so viele Runden wie möglich machen. Dabei lernt man am meisten. Das ist das Wichtigste."

Immerhin in diesem Aspekt hat Mick Schumacher gute Chancen, seinen Vater zu übertrumpfen.

Das erste Rennen von Michael Schumacher war nämlich wegen eines Kupplungsschaden bereits nach wenigen hundert Metern beendet.  

Oliver Jensen

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