Locker und bestens gelaunt ist Mick Schumacher nach Spielberg gereist - Bildquelle: Motorsport ImagesLocker und bestens gelaunt ist Mick Schumacher nach Spielberg gereist © Motorsport Images

Mit dem achten Platz beim Grand Prix von Großbritannien hat Mick Schumacher in seiner noch jungen Formel-1-Karriere einen Meilenstein geschafft. Zum ersten Mal sammelte der Deutsche WM-Punkte. Und das in einer Saison, in der er bisher regelmäßig im Schatten seines Haas-Teamkollegen Kevin Magnussen gestanden hat.

Wie reflektiert Schumacher einige Tage nach der Sternstunde von Silverstone darüber? Waren die ersten WM-Punkte auch nach der Kritik, die er in den vergangenen Wochen einstecken hat müssen, eine große Erleichterung?

"Es war lange überfällig", sagt der 23-Jährige in Spielberg, wo an diesem Wochenende der Grand Prix von Österreich auf dem Programm steht. "In den ersten Rennen hätten wir das schon schaffen können. Leider hat es aufgrund der Umstände nicht geklappt."

Dass der Haas VF-22 ein deutlich konkurrenzfähigeres Fahrzeug als das Vorgängermodell ist, hat sich seit dem Saisonauftakt abgezeichnet. Magnussen sammelte in Bahrain als Fünfter WM-Punkte und anschließend auch in Saudi-Arabien als Neunter.

Besseres Set-up, gutes Wochenende

Der Däne schrieb auch in Imola und Silverstone an und hält bereits bei 16 Zählern. Nun hat Schumacher erstmals angeschrieben. Seinen Speed ließ er zwar immer wieder aufblitzen, aber selten verlief im Rennen alles reibungslos.

"Ich würde nicht sagen, dass sich der Druck gelöst hat, weil wir WM-Punkte gesammelt haben, sondern weil wir ein gutes Wochenende hatten", sagt Schumacher deshalb. "Auch in Kanada ist es schon ein gutes Wochenende gewesen. Wir müssen den Ball nun am Laufen halten."

Im Vorjahr war der Haas VF-21 nach altem Reglement aufgrund eingestellter Weiterentwicklung nicht konkurrenzfähig. Schumacher und sein damaliger Teamkollege Nikita Masepin fuhren am Ende des Feldes und hatten aus eigener Kraft keine Chance auf die Top 10.

Als nun vor Saisonbeginn Routinier Magnussen statt Masepin ins Team zurückgeholt worden ist, konnte der Däne von Beginn an überzeugen. Warum dauerte es bei Schumacher deutlich länger? "Es ging darum, das Set-up aufzubauen", blickt er auf die vergangenen Wochen zurück.

"Wir mussten finden, was zu mir passt. In Baku haben wir die Richtung gefunden, die wir dann in Kanada bestätigt haben. Seit Montreal haben wir bei der Abstimmung unseren Weg gefunden. Auch unsere Herangehensweise mit den Reifen waren große Fortschritte."

Angriff auf Weltmeister Max Verstappen

In der Schlussphase des Silverstone-Rennens forderte Schumacher auch noch Weltmeister Max Verstappen heraus. Er probierte den Red Bull außen zu überholen, aber Verstappen wehrte die Angriffe energisch ab.

Zeigt das trotzdem das gestiegene Selbstvertrauen, das Schumacher nun hat? "Ja, das wären zwei weitere Punkte gewesen. Bei den Konstrukteuren macht es einen Unterschied, aber auch für meine Position in der Fahrerwertung. Das wären zwei Punkte gewesen, die ich brauche."

"Man versucht immer mehr zu erreichen. Ich hatte die Chance und den Speed dazu. Also warum sollte ich es nicht probieren", sagt Schumacher. "Wir wussten, dass wir die Pace hatten, um durch das Feld zu fahren. Dann versuchte ich so nahe wie möglich an Max zu bleiben, um eine Chance zu haben. Platz sieben war in Reichweite, also musste ich es probieren. Hoffentlich kommen bald weitere Punkte hinzu."