Die FIL kann Maßnahmen gegen Russland nicht durchsetzen - Bildquelle: AFP/SID/WANG ZHAODie FIL kann Maßnahmen gegen Russland nicht durchsetzen © AFP/SID/WANG ZHAO

Köln (SID) - Der Rodel-Weltverband FIL ist mit seinen Maßnahmen gegen den russischen Verband an der eigenen Satzung gescheitert und will die Sanktionen nun auf anderem Wege durchsetzen. Das teilte die FIL am Montag mit, nachdem das verbandseigene Schiedsgericht alle zuvor verhängten Maßnahmen aus Rechtsgründen aufgehoben hatte.

"Die Mitglieder der FIL-Exekutive, aber auch die Mehrheit der Mitgliedsverbände der FIL können und wollen sich bezüglich des Angriffskrieges von Russland gegen die Ukraine nicht neutral verhalten", hieß es in der Mitteilung.

Das Schiedsgericht hatte am vergangenen Donnerstag festgestellt, dass die Maßnahmen aus Gründen der in den FIL-Statuten verankerten "politischen Neutralität" rechtlich nicht zulässig seien. Zu den Sanktionen gehörten unter anderem ein Teilnahmeverbot für russische Sportler und Trainer bei FIL-Veranstaltungen sowie eine Sperre russischer Offizieller in den verschiedenen Kommissionen und Arbeitsgruppen.

Die FIL-Führung werde nun mit dem Rechtsausschuss des Verbandes nach Möglichkeiten suchen, die "unbefriedigende Situation im Wege einer eventuellen Statutenänderung zu lösen". Diese müsste vom ordentlichen FIL-Kongress am 18./19. Juni im lettischen Riga mittels Zweidrittel-Mehrheit beschlossen werden. Da die nächste Rodel-Saison erst im Winter beginnt, könnten die Maßnahmen auf diese Weise doch noch wirksam umgesetzt werden.

"Es sollte auch im internationalen Sport möglich sein, Sanktionen gegen Sportverbände und Verbandsangehörige eines Landes zu setzen, welches durch ein UNO-Gremium oder das IOC bestätigtes völkerrechtswidriges Verhalten an den Tag legt", teilte die FIL-Exekutive mit. An Russland ergehe erneut "der dringende Appell, diesen grausamen und durch nichts zu rechtfertigenden Angriffskrieg gegen die Ukraine sofort zu beenden".

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