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NFL in Deutschland

NFL-Deutschlandspiele und die Ticketfarce: Die Liga kann es besser

  • Aktualisiert: 13.07.2023
  • 10:18 Uhr
  • ran.de
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© IMAGO/kolbert-press
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Am Dienstag ging der zweite Ticket-Vorverkauf der NFL in Deutschland über die Bühne, und viel hat die Liga aus der Premiere nicht gelernt. ran sagt, was die Liga in Zukunft anders machen sollte.

Von Andreas Reiners

Der Countdown zählt herunter.

60 Sekunden. 45 Sekunden. 30 Sekunden. Die Spannung steigt, die Nervosität gleich mit, und auch eine gehörige Portion Vorfreude mischt mit. Die NFL kommt wieder nach Deutschland, und da die Liga beim Vorverkauf im Vergleich zum letzten Mal ein paar Dinge geändert hat wie zum Beispiel das Verbot, sich über mehrere Geräte einzuloggen, könnte ja was gehen.

Von wegen!

Nur eine halbe Minute später wird die Euphorie freudlos in den Boden gerammt. Ausgelöscht. Was bleibt, ist bei sehr vielen Fans jede Menge Frust. Bei einem Platz in der Warteschlange jenseits der Million verständlich. 

Keine Frage: Die Liga reibt sich die Hände, wie sehr die Sportart in Deutschland inzwischen boomt. Trotzdem lief der Vorverkauf für die Deutschland-Spiele zwischen den Miami Dolphins und den Kansas City Chiefs (5. November) sowie New England Patriots und Indianapolis Colts (12. November) so ernüchternd, dass die NFL dringend etwas ändern muss. ran macht ein paar Vorschläge.

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Tickets personalisieren

Doppelfrust nach dem Frust: Personalisiert die Tickets. Für einen Sportfan gibt es kaum etwas Schlimmeres, wenn er keine Karten bekommt. 

Doch. Eine Sache: Wenn es Leute gibt, die sich die Karten kaufen, um sie für das x-fache zu verticken. Denn natürlich findet man auf den einschlägigen Portalen prompt Angebote, bei denen der Preis für eine Karte schnell die 1.000 Euro knackt. Das Schlimme: Viele Fans gehen dabei auch Betrügern auf den Leim. Deshalb: Macht Probekäufe, sperrt die Karten und gebt sie wieder in den Verkauf, zeigt Betrüger an. Das hat zusätzlich eine abschreckende Wirkung für die Zukunft.

Eine weitere Möglichkeit: Ein Verkaufsportal von Fans für Fans. Es soll ja tatsächlich vorkommen, dass man verhindert ist. 

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News

NFL-Spiele in Frankfurt: Ticketverkauf sorgt für Fan-Frust

Der Ticketverkauf für das erste von zwei Deutschland-Spielen ist gestartet. Wie bereits 2022 in München sorgt die lange Warteschlange bei den Fans für Ärger.

  • 27.06.2023
  • 16:18 Uhr

Tickets für echte Fans: Influencer mögen ein wirksames Mittel sein, um eine Sportart zu pushen, sie einem jungen Publikum zugänglich zu machenDer Ansturm zeigt aber: Die NFL ist in Deutschland längst ein Selbstläufer. Der Zeitpunkt ist also geeignet, echte Fans in die Stadien zu lassen. 

Man kann aber davon ausgehen, dass es in Frankfurt so laufen wird wie beim ersten Spiel in München und es wieder zahlreiche Clips bei Instagram, TikTok & Co. rund um das Spiel geben wird, die vor allem die richtigen Anhänger nervt. 

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Versorgt die Fanklubs

Denn bei einigen der Influencer ist es offensichtlich, dass sie sich nicht selbst um die Karten gekümmert, vor den Laptop in die Warteschlange gesetzt und Glück gehabt haben. 

Nicht falsch verstehen: Man muss sich für einen Besuch nicht qualifizieren, man muss kein Mindestwissen oder einen NFL-Besuch in den USA vorweisen können. Man sollte nur echtes Interesse und echte Freude an der Sportart und der Möglichkeit haben, so ein Spiel besuchen zu können. 

Heißt: Verteilt Kontingente nicht nur an VIPs oder Influencer, sondern lieber vermehrt an organisierte Fanclubs. Das mag eine sehr romantische Vorstellung sein in einer Zeit, in der Kommerz exerziert wird und zum Beispiel der Fußball seine Seele verkauft. Und auch wenn die NFL in Sachen Vermarktung noch rigoroser und profitorientierter ist – sie kann angesichts von bislang erst einem Spiel auf deutschem Boden viele Dinge anders machen, als man es erwarten würde. Dann sollte sie es auch tun.

Weniger Karten: Die NFL hatte die Anzahl der bestellbaren Tickets auf vier reduziert. Neben einer Personalisierung wäre es eine Überlegung wert, die Anzahl pro Bestellung noch einmal auf zwei pro Person zu verknappen. So hätten mehr Menschen Chancen auf die Karten.

Plätze in der Warteschlange auslosen

Frust-Vorbeugung: Was bringt es, Fans so frustriert zurückzulassen wie in eingangs erwähntem Beispiel? Schlagzeilen wegen einer absurd langen Warteschlange lassen sich vermeiden. Und diese riesige Warteschlange nährte dann auch den Verdacht, dass die NFL zwar eine Anmeldung über mehrere Geräte unterbinden wollte, dies aber nicht wirklich gelungen ist.

Ein Vorschlag: Lost die Plätze in der Warteschlange aus, nehmt so eine Art Vorauswahl vor, reduziert dadurch den Ansturm und erhöht gleichzeitig die Chance, wenn man tatsächlich einen Code für den Verkaufstag bekommen hat.

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Ja, 1,5 Millionen Interessenten bleiben 1,5 Millionen Interessenten. Beim zweiten Spiel sogar beinahe das Doppelte! Eine vorgelagerte Enttäuschung ist aber womöglich leichter zu verkraften als Platz 1.456.432 am Tag des Vorverkaufs. Selbst bei Platz 250.000, einer Kapazität von 48.000 und vier möglichen Tickets pro Person konnte man sich die Wahrscheinlichkeit selbst ausrechnen. 

Auch in dem Fall war nach dem Ende des Countdowns die Euphorie komplett verflogen.


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