NFL - Kilian Zierer von den San Francisco 49ers erklärt im Interview: Darum kann der International Spot eine Falle sein
Aktualisiert: 29.09.2025
13:46 Uhr
Andreas Reiners
Kilian Zierer ist inzwischen bei den San Francisco 49ers gelandet. Der Offensive Tackle spricht im ran-Interview über das knallharte NFL-Geschäft, schmerzende Entlassungen, lehrreiche Erfahrungen, die 49ers und überraschende Vorzüge von Case Keenum.
Alle Namen hat Kilian Zierer noch nicht drauf. Denn die Eingewöhnung bei einem NFL-Team kann schon mal ein paar Wochen dauern.
Es ist inzwischen sein viertes Team im dritten NFL-Jahr.
Es waren zuletzt wilde Zeiten bei dem 25-Jährigen, der im Sommer mitten im Trainingslager bei den Atlanta Falcons gehen musste, dann zu den Cleveland Browns wechselte, bei denen nach drei Wochen schon wieder Schluss war.
Jetzt ist er im Practice Squad der San Francisco 49ers und hat dort den internationalen Platz inne.
Im ran-Interview spricht Zierer vor dem Spiel der 49ers gegen die Jacksonville Jaguars (Sonntag ab 22:05 Uhr im Liveticker) über das knallharte NFL-Geschäft, schmerzende Entlassungen, lehrreiche Erfahrungen, den International Spot als Falle, die 49ers und überraschende Vorzüge von Case Keenum.
ran: Herr Zierer, Sie sind inzwischen bei Ihrem vierten NFL-Team. Kann man sich an Entlassungen überhaupt gewöhnen oder trifft es Sie jedes Mal aufs Neue?
Kilian Zierer: Gewöhnen? Nein. In Atlanta kam es völlig unerwartet. Normalerweise fallen die Roster-Cuts am Ende des Trainings Camps, aber manchmal müssen Teams schon währenddessen Spieler freistellen, um andere zu holen. Bei mir war es das erste Mal, dass ich nach gerade einmal zwei Wochen im Trainingslager gehen musste. Das war schon ein Schock. Zwei Tage später saß ich dann im Flieger nach Cleveland. Da war mir klar: In zweieinhalb, drei Wochen noch ins Team zu kommen, ist fast unmöglich. Also nein, an Kündigungen gewöhnt man sich nicht. Aber ich kann es inzwischen ein bisschen abschätzen.
ran: Konnten Sie sich auf diese Härte im Geschäft vorbereiten?
Zierer: Das ist schwierig. Keiner denkt, dass er keine Chance hat. Deshalb ist dieser Cut Day in der NFL ein rabenschwarzer Tag. Starter oder Spieler, die gerade getradet oder hoch gepickt wurden, sind meist sicher. Andere dagegen schweben in dieser "Bubble-Zone" und hoffen. Bei manchen weiß man fast schon vorher: Die schaffen es nicht. Trotzdem hat jeder Hoffnung. Sich mental darauf vorzubereiten ist schwer, weil man im Alltag gar nicht die Zeit hat, sich damit zu beschäftigen, was man macht, wenn man morgen entlassen wird.
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NFL-Gerüchte: Indianapolis Colts wollen Philip Rivers aus dem Ruhestand zurückholen
Philip Rivers (Karriereende) Kommt es zum spektakulärsten Comeback der jüngeren NFL-Geschichte? Wie Insider Ian Rapoport berichtet, testen die Indianapolis Colts aktuell den Fitnesszustand von Philip Rivers. Der langjährige Chargers Quarterback spielte ein Jahr für die Colts, bevor er nach der Saison 2020 in den Ruhestand ging. Jetzt könnte der 44-Jährige Backup von Rookie Riley Leonard werden, der für den verletzten Daniel Jones nach dessen Achillessehnenriss einspringen muss.
George Pickens (Dallas Cowboys) Erst vor der Saison war George Pickens per Trade bei den Dallas Cowboys gelandet. Sein bei den Pittsburgh Steelers unterschriebener Rookie-Vertrag läuft nach dieser Spielzeit aus. Wie NFL-Insider Ian Rapoport berichtet, haben noch keine Gespräche über eine Verlängerung stattgefunden. Demnach ist die wahrscheinlichste Option, ihn über den Franchise Tag für ungefähr 28 Millionen US-Dollar zu halten. Dann könnte versucht werden, sich auf einen langfristigen Deal zu einigen.
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Steve Spagnuolo (Kansas City Chiefs) Auch Defensive Coordinator Steve Spagnuolo gehöre demnach zu den Kandidaten. Der 65-Jährige hat eine Giants-Vergangenheit, von 2007 bis 2008 war er erstmals Defensive Coordinator der G-Men und gewann den Super Bowl. 2015 kehrte er in gleicher Funktion zurück, am Ende der Saison 2017 war er interimistisch als Chefcoach tätig. Seit Januar 2019 ist er der Defensivkoordinator der Chiefs und gewann drei weitere Super Bowls.
Jaylen Waddle (Miami Dolphins) Beinahe hätte es einen weiteren Blockbuster-Trade in der NFL gegeben: Wie NFL-Insider Cameron Wolfe berichtet, standen die Miami Dolphins und Denver Broncos kurz vor einem Trade von Wide Receiver Jaylen Waddle. Demnach waren die Gespräche fortgeschritten, scheiterten letztendlich aber am Preis. Die Dolphins verlangten wohl mehrere Top-Picks, darunter mindestens einen in der ersten Runde.
Shilo Sanders (Free Agent) Cornerback Shilo Sanders hat eine weitere Chance bekommen, ein NFL-Team von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Wie "Pro Football Talk" berichtet, haben die San Francisco 49ers den 25-Jährigen zu einem Probetraining eingeladen. Der Bruder von Browns-Quarterback Shedeur Sanders wurde in diesem Jahr zunächst nicht gedraftet und im August von den Tampa Bay Buccaneers im Rahmen der Roster Cuts entlassen. Demnach gibt es derzeit aber keine Anzeichen dafür, dass die 49ers ihn unter Vertrag nehmen würden.
Odell Beckham Jr. (Free Agent) Wer dachte, die NFL-Karriere von Wide Receiver Odell Beckham Jr. sei zu Ende, der hat sich getäuscht. Wie Insider Tom Pelissero berichtet, hat "OBJ" das Interesse von mehreren Teams auf sich gezogen. Zuletzt antwortete der Passempfänger, der zuletzt bei den Miami Dolphins unter Vertrag stand, auf Social Media einem Bericht, der besagte, er sei zurückgetreten und betitelte ihn als "Fake". Und er hat auch schon ein favorisiertes Ziel ...
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ran: Wie läuft eine Trennung auf zwischenmenschlicher Ebene ab?
Zierer: Das hängt vom Team ab. In Houston haben sie mir direkt gesagt: Wir wollen dich morgen ins Practice Squad zurückholen. Wenn dich bis dahin jemand von der Waiver-Liste holt, Glückwunsch – sonst kommst du zurück. Da war ich also vorbereitet, dass es so kommt. In Atlanta war es knallhart: Tschüss, vielleicht holen wir dich irgendwann zurück, wir brauchen gerade eine andere Position. Einfach Pech. Bei den Browns lief es ähnlich wie in Houston. Die sagten zwar, sie würden mich gerne im Practice Squad zurückhaben, aber mir war klar, dass auch andere Optionen möglich sind. Manchmal heißt es einfach: Danke, aber wir planen nicht mehr mit dir. Es gibt alles – vom nüchternen Satz bis hin zu ehrlichen Erklärungen.
ran: Sie sind im Practice Squad, und diese Verträge sind nicht garantiert. Jederzeit kann Schluss sein. Wie lebt man mit dieser Unsicherheit?
Zierer: Das betrifft nicht nur das Practice Squad. Ich würde sagen: Die Hälfte der NFL-Spieler hat Verträge ohne Garantien. Jedes Wochenende gibt es Verletzungen, Teams müssen reagieren, Spieler nachverpflichten. Und dann muss eben einer gehen. Das hat oft gar nichts mit der eigenen Leistung zu tun, sondern ist ein reines Zahlenspiel. Klar, das ist hart, aber es ist Alltag in dieser Liga. Das kostet viele Jobs.
ran: Hat eine Entlassung besonders wehgetan? Bei den Texans waren Sie immerhin zwei Jahre ...
Zierer: Meine erste Saison dort war super – ich hatte ein starkes Camp, viele Snaps im Second Team, eigentlich war ich der primäre Left-Tackle-Backup. Dann habe ich mich aber unglücklich verletzt, und das hat mich am Ende wohl den Rosterplatz gekostet. Das war einfach Pech.. Das ganze erste Jahr habe ich nur zugeschaut. Im zweiten Jahr haben sie dann einen Tackle gedraftet. Der war automatisch gesetzt, und die Texans haben insgesamt nur drei Tackle behalten. Damit war für mich kein Platz mehr. Nach der Saison lief mein Practice-Squad-Vertrag aus, ich war Free Agent und habe mich für Atlanta entschieden. Aber am härtesten war tatsächlich die Entlassung dort – mitten im Trainingslager.
ran: War die Zeit in Atlanta trotzdem lehrreich?
Zierer: Auf jeden Fall. Ich habe mich dort sofort wohlgefühlt – im Offensive-Line-Room, mit den Coaches, mit dem ganzen System. Es hat alles gepasst. Aber auf dem Roster war ich einfach zu weit hinten. Am Ende ist es dann eben knallhart: Es reicht nicht.
Browns? Zum Scheitern verurteilt
ran: Bei den Browns waren Sie im August nur drei Wochen. Muss da schon ein kleines Wunder passieren, um so kurzfristig den Kader zu schaffen?
Zierer: Ganz genau. Die hatten Verletzungen auf Tackle, haben mich auf Waivers gesehen und zugegriffen. Es wollten mich mehrere Teams claimen – ich glaube sechs insgesamt. Aber sobald die Browns zugeschlagen haben, musste ich dahin. Egal, ob ein anderes Team vielleicht besser zu mir gepasst hätte. Für junge Spieler ist das hart, fast wie ein Mini-Draft.
NFL Power Ranking vor den Playoffs: Top-Seeds Denver Broncos und Seattle Seahawks nicht ganz vorne dabei
NFL Power Ranking vor der Wild Card Round 18 Teams haben Ferien, nur noch 14 sind übrig und kämpfen im Playoff-Turnier um den Einzug in den Super Bowl. Aber wer hat dabei die besten Karten? ran präsentiert das Power Ranking vor dem ersten Playoff-Spieltag.
Platz 14: Carolina Panthers (Vorwoche: 19) Die Panthers springen fünf Plätze nach oben - und damit auf den letzten Platz. Klingt paradox, ist aber so. Trotz Niederlage gegen die Tampa Bay Buccaneers mogelte sich Carolina in die Postseason, trotz negativer Bilanz. Sie gehen zwar als Außenseiter ins Rennen, aber die Rams haben sie in der Regular Season Zuhause geschlagen.
Platz 13: Pittsburgh Steelers (Vorwoche: 14) Ähnlich knapp haben sich die Pittsburgh Steelers in die Playoffs geschoben, ein verschossenes Field Goal des Kickers Tyler Loop von den Baltimore Ravens besorgte am Ende den Sieg in der AFC North. Davor gab es eine schwache Leistung gegen die Browns. Aber immerhin: DK Metcalf kommt zurück.
Platz 12: Green Bay Packers (Vorwoche: 13) Ja, die Green Bay Packers haben gegen die Minnesota Vikings nur ihre Backups spielen lassen. Dennoch geht niemand gerne mit drei Niederlagen in Serie in die Playoffs. Vor allem besorgniserregend: Jordan Love hat vor drei Wochen zuletzt ein Spiel gemacht. Am liebsten wollen Teams eingespielt in die Postseason gehen.
Platz 11: Los Angeles Chargers (Vorwoche: 11) Auch die Chargers verzichteten darauf, ihre Starter spielen zu lassen. Trotzdem haben es die Backups gegen die Denver Broncos gut gemacht. Spricht das nun für die zweite Garde der Chargers oder gegen die erste Garde der Broncos?
Platz 10: Chicago Bears (Vorwoche: 7) Die Starter nicht geschont haben die Chicago Bears - umso besorgniserregender war die Performance gegen die Detroit Lions. Der Divisionsrivale aus Michigan schaffte es, das Laufspiel mehr oder minder kaltzustellen. Die Lions haben gezeigt, wie man gegen die Bears spielen muss, um zu gewinnen. Die Frage ist: Haben die Packers das Personal dazu?
Platz 9: Houston Texans (Vorwoche: 9) Nächster Sieg für die Houston Texans, doch einer mit Beigeschmack: Beim 38:30 gegen die Indianapolis Colts hat die sonst so hochgelobte Defense kratergroße Lücken hinterlassen und Rookie Riley Leonard wie einen Pro Bowler aussehen lassen. Das ist nicht das, was sich Fans erhofft haben.
Platz 8: Philadelphia Eagles (Vorwoche: 10) Auch die Eagles ließen Starter bei der Niederlage gegen die Commanders auf der Bank, weil der dritte Seed der NFC quasi fix war. Gegen die San Francisco 49ers könnte das ein Vorteil sein, gerade mit dem langsam wieder in Schwung kommenden Laufspiel.
Platz 7: Los Angeles Rams (Vorwoche: 5) Vor einigen Wochen noch an Platz eins, jetzt nur noch Siebter. Die Los Angeles Rams haben sich über die vergangenen Wochen einige Fehler erlaubt. Zwar gewann LA am Ende klar gegen die Cardinals, mit allen Startern taten sie sich jedoch lange schwer. Dazu zwei vermeidbare Pleiten gegen die Falcons und Seahawks vorher. Wir haben berechtigte Zweifel am Team von Sean McVay.
Platz 6: San Francisco 49ers (Vorwoche: 3) Von drei auf sechs: Das liegt nicht einmal zwingend an der harmlosen Offense der 49ers gegen die Seattle Seahawks, sondern an den Verletzungen, die schlichtweg immer mehr werden. Die 49ers haben den wohl schwersten Pfad auf dem Weg zu einem möglichen Heim-Super-Bowl.
Platz 5: Denver Broncos (Vorwoche: 4) Es ist regelrecht bemerkenswert, wie es die Denver Broncos Woche für Woche schaffen, sich dem Niveau des Gegners anzupassen. Sowohl positiv als auch negativ. Gegen die Backups der Chargers gab es nur einen vergleichsweise knappen Sieg. Wir haben Bedenken vor den Playoffs.
Platz 4: Buffalo Bills (Vorwoche: 8) Die Backups der Buffalo Bills machten einen guten Job gegen die New York Jets. Was aber wirklich heraussticht: Auch ohne Josh Allen kann dieses Team Punkte erzielen, und zuvor gegen die Eagles zeigte die Defense, dass sie auch heroisch Punkte verhindern kann.
Platz 3: Jacksonville Jaguars (Vorwoche: 6) Mit acht Siegen in Serie spazieren die Jacksonville Jaguars in die Playoffs, die Tennessee Titans waren nur ein Lieferant für Selbstvertrauen für das Team von Liam Coen. Die Partie gegen die Buffalo Bills wird ein wahres Highlight werden!
Platz 2: Seattle Seahawks (Vorwoche: 2) Wir sind ehrlich: Der einzige Grund, warum die Seahawks nicht auf Platz eins liegen, ist - man muss es so hart sagen - Sam Darnold. Auf jeder anderen Position sind die Seahawks top, die Defense ist die wohl beste der Liga. Aber seit Woche elf spielt Darnold unterdurchschnittlichen Football und Quarterback ist nun einmal die wichtigste Position. Deshalb geht Platz eins ...
Platz 1: New England Patriots (Vorwoche: 1) ... an den statistisch besten Quarterback der Regular Season, Drake Maye und die New England Patriots. Die haben gegen die Miami Dolphins einmal kurz die Muskeln spielen lassen und die Fins mit 38:10 abgefrühstückt. Nebenbei zeigten sich die Offensive Line sowie das Laufspiel deutlich verbessert. Dass man ein Spiel mit 129er Passer Rating von Maye als fast selbstverständlich ansieht und das kaum thematisiert, zeigt nur, wie gut er eigentlich ist.
ran: War es also verlorene Zeit?
Zierer: Nein, das würde ich nicht sagen. Ich habe direkt im ersten Preseason-Spiel die komplette zweite Halbzeit gespielt. Das war eigentlich perfekt für mich. In Atlanta hatten die Backups kaum Einsatzzeit. Klar, es wäre besser gewesen, eine komplette Offseason bei einem Team zu sein, um richtig reinzuwachsen. Aber ich konnte immerhin zeigen, was ich kann. Trotzdem hatte man das Gefühl, die Browns wollten mich nur auf dem internationalen Spot parken, ohne große Perspektive. Das klang nicht überzeugend.
ran: Wo konnten Sie am meisten mitnehmen? Gab es einen Coach oder Mitspieler, der Sie besonders geprägt hat?
Zierer: Ich würde sagen, ich habe von überall ein Stück mitgenommen. In Houston habe ich am meisten gelernt. Als Rookie versteht man erstmal, wie die NFL überhaupt funktioniert. Alles ist anders als am College: die Trainingsmethoden, die Professionalität, das ganze Umfeld. Du bist nicht mehr Student, sondern Berufssportler – das ist ein riesiger Unterschied. Ich konnte mir von vielen Mitspielern Kleinigkeiten abgucken. Insgesamt war das erste Jahr mein größtes Lernjahr.
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Case Keenum war der Coolste
ran: Sie sind Quarterback-Beschützer. Wer war bisher der coolste Quarterback, mit dem Sie gespielt haben?
Zierer: Case Keenum. Als Rookie war ich oft im zweiten oder dritten Team, und er hat sich wahnsinnig viel Zeit genommen. Er hat Spielzüge im Huddle wirklich bis ins Detail erklärt. Das hat mir enorm geholfen.
ran: Wenn Sie auf Ihre Entwicklung schauen – wie sehen Sie sich heute im Vergleich zu Ihrem Einstieg?
Zierer: In meinem ersten Jahr war alles ein bisschen zu schnell für mich. Ich hatte am College nur eine Saison als Starter, viele andere hatten drei, vier oder fünf Jahre gespielt. Für mich war die NFL daher ein enormer Sprung. Das Tempo, die Physis, die Abläufe, das war alles neu. Mittlerweile habe ich mich an die Geschwindigkeit gewöhnt. Ich kann jetzt auf beiden Seiten spielen, links und rechts. Vor allem mein Spielverständnis ist besser geworden, was wir in der Offense erreichen wollen, was die Defense uns präsentiert. Da habe ich mich am meisten entwickelt.
ran: Sind Sie heute besser auf einen NFL-Einsatz vorbereitet?
Zierer: Auf jeden Fall. Im ersten Jahr denkt man ständig: "Was passiert, wenn ich im nächsten Spiel einen Fehler mache?" Diese Nervosität habe ich jetzt nicht mehr. Ich habe mittlerweile einige Preseason-Spiele absolviert. Da wird man automatisch ruhiger, selbstbewusster.
ran: Ist trotzdem inzwischen auch ein Stück Ernüchterung eingekehrt? Dass die NFL zwar ein Traum ist, aber kein Selbstläufer?
Zierer: Ja, ein bisschen. Am Anfang bist du jeden Tag geflasht, denkst: "Krass, ich bin in der NFL." Aber irgendwann stellt sich Routine ein. Du stehst morgens auf, gehst ins Training, in Meetings, ins Workout. Dann ist es einfach dein Job. Gleichzeitig bleibt es aber immer noch etwas Besonderes, Teil dieser Liga zu sein.
ran: Gab es Momente, in denen Sie ans Aufhören gedacht haben?
Zierer: Nein, nicht wirklich. Aber manchmal kommt schon der Gedanke, dass dieser International Spot eine Falle ist.
ran: Warum eine Falle? Der Platz ist doch quasi sicher?
Zierer: Der International Spot bedeutet zwar, dass man einen Platz im Practice Squad hat, aber genau deshalb ist es schwerer, daraus in den 53-Mann-Kader zu kommen. Wenn sie dich hochziehen, verlieren die Teams diesen Bonusplatz. Bei den Browns habe ich es selbst erlebt: Als ich kam, hatten sie schon einen International Player. Der war sofort weg. Deswegen: "Sicher" ist in der NFL gar nichts.
ran: Deshalb die Frage: Haben Sie einen Plan B?
Zierer: Ja. Ich habe meinen Bachelor und meinen Master abgeschlossen – im Bereich Sport- und Gesundheitsmanagement. Was ich damit genau mache, wenn die NFL irgendwann vorbei ist, weiß ich noch nicht. Aber die Basis habe ich.
Zierer: So läuft es bei den 49ers
ran: Sie sind jetzt bei den 49ers. Wie läuft die Eingewöhnung in San Francisco?
Zierer: Es war ein bisschen kompliziert, weil ich direkt nach dem Trainingslager hierhergekommen bin. Diesmal musste ich mir in kurzer Zeit eine Wohnung suchen, klären, wie ich das mit dem Auto mache, all solche Dinge. Das war am Anfang stressig, aber das Team hat mir sehr geholfen. Insgesamt habe ich mich schnell wohlgefühlt. Es ist zwar noch vieles neu, aber es passt.
ran: Wie lange dauert es, bis man in einem neuen Team wirklich angekommen ist?
Zierer: Bestimmt über einen Monat. Ich kenne immer noch nicht alle Namen von Mitspielern, Coaches, das dauert. Der Vorteil ist, dass es jetzt schon mein viertes Team ist. Man weiß mit der Zeit, wie die NFL-Teams ticken, wie ein normaler Tagesablauf aussieht. Das erleichtert die Eingewöhnung.
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NFL: ran tippt den 4. Spieltag der Saison 2025 - Parsons-Rückkehr endet für Dallas Cowboys bitter
NFL: So tippt ran den 4.Spieltag der Saison 2025 Week 3 ist vorbei – mit überraschenden Upsets, späten Comebacks und unüblich vielen geblockten Field Goals, die den bisherigen Saisonverlauf ordentlich durcheinanderwirbeln. Die ran-Redaktion lag vergangene Woche nur bei 9 von 16 Spielen richtig. Jetzt gilt es, diesen Wert zu toppen. So tippt ran den 4. Spieltag der Saison 2025.
Seattle Seahawks at Arizona Cardinals 24:10 Die Seahawks reiten ihre Erfolgswelle weiter. Nach dem überzeugenden Blowout-Sieg gegen die erschreckend schwachen New Orleans Saints knüpft Quarterback Sam Darnold im Zusammenspiel mit Receiver Jaxon Smith-Njigba nahtlos an seine starken Leistungen an. Die Cardinals um Kyler Murray müssen hingegen aufpassen, den Anschluss an die Playoff-Plätze nicht zu verlieren.
Minnesota Vikings at Pittsburgh Steelers 31:35 Backup-Quarterback Carson Wentz zeigt nach dem Kantersieg gegen die Cincinnati Bengals erneut, was noch in ihm steckt. Doch während die zuvor so starke Vikings-Defense diesmal kaum Zugriff findet, liefert Aaron Rodgers gegen die Wikinger eine "Vintage"-Vorstellung ab. In einem echten Shootout entscheidet er die Partie schließlich im letzten Drive zugunsten der Steelers.
Washington Commanders at Atlanta Falcons 29:24 Im zweiten Spiel von Jayden-Daniels-Backup Marcus Mariota feiern die Commanders ihren zweiten Sieg. Die Falcons schaffen es zwar – anders als noch in der Vorwoche gegen die Carolina Panthers – immerhin Punkte zu erzielen, doch für einen Erfolg reicht es erneut nicht. Erste Stimmen werden laut, dass es Zeit für einen Quarterback-Wechsel in Atlanta sein könnte: Kirk Cousins statt Michael Penix Jr.
New Orleans Saints at Buffalo Bills 0:42 Die Saints können ihre Saison praktisch abhaken: Schon im vergangenen Spiel gegen die Seattle Seahawks kassierten sie 44 Punkte, und auch gegen Josh Allen und die Bills läuft es nicht besser. Zu allem Überfluss lässt die starke Bills-Defense für Spencer Rattler & Co. keinerlei Chancen zu – am Ende steht für New Orleans eine ernüchternde 0 auf der Anzeigentafel.
Cleveland Browns at Detroit Lions 15:30 Nach dem Überraschungssieg der Browns in der vergangenen Woche gegen die Green Bay Packers werden sie diesmal wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Gegen das beinahe unfair starke Running-Back-Duo Jahmyr Gibbs und David Montgomery sowie einen erneut glänzend aufgelegten Amon-Ra St. Brown bei den Lions hat selbst die Defense um Myles Garrett keine Chance.
Tennessee Titans at Houston Texans 18:8 Nummer-1-Pick Cam Ward von den Titans feiert seinen ersten NFL-Sieg. Er überzeugt mit solidem Passspiel, während die Defense um Defensive Tackle Jeffery Simmons Houstons Quarterback C.J. Stroud mächtig unter Druck setzt. Die Texans stecken damit in einer handfesten Krise: Stroud liefert nicht ab und die Rufe nach der Entlassung von Head Coach DeMeco Ryans werden immer lauter.
Carolina Panthers at New England Patriots 23:13 Nach dem überraschenden Shutout-Sieg der Panthers gegen die Atlanta Falcons legen sie in New England direkt nach und feiern den nächsten Erfolg. Carolina-Quarterback Bryce Young zeigt eindrucksvoll, warum er 2023 an erster Stelle gedraftet wurde. Das Team von Head Coach Mike Vrabel hingegen muss dringend Lösungen finden, um die Saison zu retten – vor allem die Probleme mit unnötigen Penaltys gilt es für die Patriots in den Griff zu bekommen.
Los Angeles Chargers at New York Giants 48:6 Unterschiedlicher könnten die Gefühlswelten kaum sein: Justin Herbert und die Chargers überrollen die Giants, allen voran Receiver Keenan Allen, der spielt wie zu seinen besten Zeiten. Bei den Giants hingegen läuft offensiv wie defensiv nichts zusammen. Einziger Lichtblick ist Running Back Cam Skattebo, während Quarterback Russell Wilson wohl vorerst sein letztes Spiel in der Startformation für New York bestritten hat. Jaxson Dart steht bereits in den Startlöchern.
Philadelphia Eagles at Tampa Bay Buccaneers 23:26 Im einzigen Duell dieses Spieltags, in dem beide Teams noch ungeschlagen waren, setzt sich der "Underdog" durch: Erneut ist es Tampa-Quarterback Baker Mayfield, der die Partie mit dem letzten Drive entscheidet. Die Buccaneers untermauern damit ihre Ambitionen, in dieser Saison ein echter Super-Bowl-Contender zu sein. Jalen Hurts und die Eagles hingegen müssen ihre erste Niederlage hinnehmen.
Indianapolis Colts at Los Angeles Rams 31:28 Der Cinderella-Run der Colts mit Daniel Jones auf der Quarterback-Position geht weiter! In einem engen Spiel ist es jedoch Running Back Jonathan Taylor, der den Unterschied macht und von der Rams-Defense kaum zu stoppen ist. Der Colts-Punter musste auch diesmal nur ein einziges Mal aufs Feld und steht in der gesamten Saison 2025 bislang erst bei zwei Punts. Die Rams hingegen haben nach der Niederlage gegen die Eagles nun eine Bilanz von 2-2.
Jacksonville Jaguars at San Francisco 49ers 14:17 Die verletzungsgeplagten 49ers, die in dieser Woche zudem Star-Verteidiger Nick Bosa mit einem Kreuzbandriss verloren haben, konnten in diesem Spiel immerhin wieder auf Quarterback Brock Purdy zurückgreifen. Er führte sein Team zu einem knappen Sieg, während Trevor Lawrence zwar eine gute Partie zeigte, im letzten Drive jedoch eine verheerende Interception warf und den Jaguars damit die Chance auf ein ausgleichendes Field Goal nahm.
Baltimore Ravens at Kansas City Chiefs 29:32 Erneut liefert Lamar Jackson eine starke Leistung ab, erneut reicht es nicht zum Sieg. Die Ravens, die mit einem sehr harten Auftaktprogramm gestartet sind, konnten bislang kein Spiel gegen direkte Super-Bowl-Konkurrenten gewinnen, während die Chiefs sich wieder gefangen haben. Patrick Mahomes brilliert besonders mit seinem Laufspiel.
Chicago Bears at Las Vegas Raiders 21:6 Die neu formierte Offense von Head Coach Ben Johnson bei den Chicago Bears findet immer besser zusammen. Es ist bereits der zweite Sieg in Folge, und Quarterback Caleb Williams überzeugt. Bei den Raiders dagegen läuft kaum etwas: Rookie-Running-Back Ashton Jeanty wartet weiterhin auf sein Breakout Game, während Quarterback Geno Smith nach diesem Spiel die Liga in Interceptions anführt.
Green Bay Packers at Dallas Cowboys 41:7 Die Packers stürzen die Cowboys in eine handfeste Krise. Besonders die Defense um Ex-Cowboy Micah Parsons setzt Dak Prescott massiv unter Druck, während Jordan Love nach der peinlichen Niederlage gegen die Browns in der Vorwoche seinen Frust von der Seele spielt. Cowboys-Receiver George Pickens wird wegen einer Unsportlichkeit bereits im ersten Quarter vom Feld gestellt, sodass Dallas ohne beide Top-Receiver auskommen muss, da CeeDee Lamb verletzungsbedingt fehlt.
New York Jets at Miami Dolphins 10:11 Im einzigen Duell des Spieltags, in dem beide Teams noch auf ihren ersten Sieg warteten, entwickelte sich die Partie entsprechend zäh. Beide Mannschaften fanden kaum ins Spiel, am Ende entschieden die Dolphins das Match durch einen Safety für sich. Head Coach Mike McDaniel dürfte erleichtert aufatmen, während für Jets-Trainer Aaron Glenn, der erst vor der Saison übernommen hat, der Druck spürbar wächst.
Cincinnati Bengals at Denver Broncos 15:25 Erneut liefert Joe Burrows Ersatz auf der Quarterback-Position, Jake Browning, keine überzeugende Leistung ab. Fans fordern bereits, dass das Bengals-Front-Office für einen erfahrenen Quarterback wie etwa Kirk Cousins oder Jameis Winston tradet. Die Broncos hingegen haben die knappe Niederlage gegen die Chargers aus der Vorwoche gut weggesteckt und sind nun wieder auf einem positiven Kurs.
ran: Welche Chancen rechnen Sie sich bei den 49ers aus?
Zierer: Ich bin jetzt seit drei Wochen hier. Momentan bin ich über den internationalen Spot im Team, aber mein Ziel ist klar: Ich will irgendwann in den regulären Roster. Wann das passiert, kann man nicht sagen – aber das ist das, worauf ich hinarbeite.
ran: Wie ist aktuell die Stimmung beim Team? Die 49ers gelten ja seit Jahren als Super-Bowl-Kandidat…
Zierer: Genau, das ist auch hier spürbar. Nach der letzten Saison waren alle ziemlich angepisst, weil man die hohen Ansprüche nicht erfüllen konnte. Ich war damals noch nicht hier, aber man merkt, wie sehr jeder daran gearbeitet hat, dass es dieses Jahr besser läuft. Die drei Siege waren hart erkämpft, dabei hat die Defense oft den Unterschied gemacht. Ich glaube, das Team ist wieder so aufgebaut, dass wir zu den Top-Teams der Liga gehören. Wir können den Titel holen.
ran: Was stimmt Sie optimistisch?
Zierer: Die Tiefe und Stabilität. Selbst mit Verletzungen konnten wir in den letzten Jahren Spiele gewinnen, wir sind einfach schwer zu schlagen. Wir haben immer wieder bewiesen, dass wir auch unter schwierigen Bedingungen bestehen können. Die Offense hat kaum Substanz verloren, die Defense ist bärenstark. Das gibt dir als Team ein unglaubliches Selbstvertrauen. Und uns hoffentlich die Möglichkeit, in Sachen Super Bowl ein Wörtchen mitzureden.