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Schaffen, woran S04 und Co. gescheitert sind

1. FC Union Berlin: Oliver Ruhnert übertrifft sich mal wieder selbst! Ein Kommentar

  • Aktualisiert: 14.07.2023
  • 18:18 Uhr
  • ran.de / Kai Esser
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Der 1. FC Union Berlin ist ein Vorzeigeklub. Aus der Pleite schafften es die Köpenicker innerhalb von wenigen Jahren zu einer festen Größe in der Bundesliga zu werden. Was Geschäftsführer Oliver Ruhnert anfasst, klappt meistens auch. Das ist auch vor der ersten Champions-League-Saison des Klubs so, findet unser Autor.

Von Kai Esser

Es ist ein Märchen, welches die Gebrüder Grimm oder Hans-Christian Andersen nicht besser hätten schreiben können.

Es handelt von einem Fußballverein aus dem Berliner Osten, der es innerhalb von vier Jahren erst in die Bundesliga, dann in die Conference League, in die Europa League und schließlich in die Champions League schaffte.

Autor der Geschichte ist Oliver Ruhnert. Der gebürtige Sauerländer leitet seit 2018 die Geschicke an der alten Försterei und hat sich bisher in jedem Jahr seiner Amtszeit selbst übertroffen.

Nun steht für ihn buchstäblich die Königsklasse des Fußball-Managements an: Einen Kader für die Champions League zusammenstellen. Und bereits die ersten Transfers des neuen Fensters zeigen: Der eingeschlagene Weg ist genau der richtige.

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Neureich und spendabel? Nicht mit Union

Mit der Qualifikation zur Champions League sind den "Eisernen" gleichzeitig rund 16 Millionen Euro Startgeld sicher, egal ob sie mit Null Punkten aus der Gruppenphase fliegen.

Geld, welches Manager verleiten könnte, auch mal spendabler auf dem Transfermarkt zu sein. Nicht mit Ruhnert. "Wir müssen einen Kader für die Champions League zusammenstellen, sind aber kein Champions-League-Klub", sagte er im Trainingslager der Berliner in Österreich.

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Allein diese Erkenntnis ist schon eine Menge wert. Dementsprechend deckt sich diese Aussage mit den bisherigen Transfers. Mit Brenden Aaronson sowie David Fofana holte Union zwei unglaublich talentierte und junge Spieler für ein Jahr aus England an die alte Försterei. Kostenpunkt? Erst einmal Null Euro, beide sind Leihgeschäfte. Die Verhandlungen mit Nationalspieler Robin Gosens stocken dagegen. Was negativ klingt, ist jedoch ein positives Zeichen: Ruhnert bezahlt nicht den Extra-Euro, nur weil er auf dem Papier zur Verfügung steht.

Gerade Fofana mutet wie ein Königstransfer an. Im vergangenen Winter kam der talentierte Ivorer von Molde aus Norwegen zu Chelsea. Die Blues ließen sich den Transfer rund zwölf Millionen Euro kosten. Im aufgeblähten Kader des CL-Siegers von 2021 hat er jedoch keine Chance, also schlagen die Köpenicker zum Nulltarif (abgesehen von Leihgebühr) zu.

Das macht auch nur Sinn, schließlich wird der 1. FC Union in der darauffolgenden Saison - so realistisch ist das gros der Fans und Verantwortlichen - wohl nicht in der Königsklasse antreten. 

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Negativbeispiel Schalke

Warnendes Beispiel für die Unioner dürfte der FC Schalke 04 sein. Die Königsblauen qualifizierten sich in der Saison 2018/19 für die Champions League und gingen danach auf Shopping-Tour.

Sebastian Rudy, Rabbi Matondo, Omar Mascarell und mehr - insgesamt rund 62 Millionen Euro gab Schalke aus, für die die Königsklasse wieder zur Gewohnheit werden sollte. Stattdessen floppte jeder einzelne Transfer und S04 überwarf sich in Missverständnissen, die mit dem Abstieg 2020 endeten.

Genau das gilt es für Ruhnert und Co. zu verhindern. Das steile wie gesunde Wachstum der Mannschaft und des Vereins darf nicht durch die Champions League gefährdet werden. Mit einem Trainer wie Urs Fischer, der scheinbar nicht anders kann als erfolgreich zu sein, und einem Nachbarn namens Hertha, der immer noch die Schlagzeilen der Lokalpresse dominiert, lässt es sich aber auch leichter und ruhiger arbeiten.

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Blick in die Zukunft: Union braucht Geld für Steine, nicht Beine

Ohnehin sind die "Eisernen" ein wenig gezwungen, Geld einzusparen. In den kommenden Jahren soll die alte Försterei umgebaut und modernisiert werden, das gesamte Konzept soll den Verein rund 150 Millionen Euro kosten - ohne Subventionen der Stadt Berlin.

Zusätzlich muss Union für eine Saison ins Olympiastadion umziehen, welches einiges an Miete kostet. Die Berliner Hertha zahlt aktuell rund 300.000 Euro pro Heimspiel an die Stadt.

Allerdings, und daher ist niemand unter den Fans oder Verantwortlichen besorgt, ist der Verein bei Oliver Ruhnert in besten Händen.

Das hat er bereits mehrmals bewiesen und er scheint es auch vor dieser Saison zu beweisen.


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