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Junges Talent beim BVB

Borussia Dortmund: Wie alt ist Youssoufa Moukoko wirklich?

  • Aktualisiert: 06.09.2017
  • 11:41 Uhr
  • ran.de / Julian Reusch
Article Image Media
© imago/DeFodi
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Die Frage klingt so einfach: Ist Dortmunds Wunderkind Youssoufa Moukoko wirklich erst zwölf Jahre alt? Die Antwort darauf ist dafür umso komplizierter. 

Dortmund/München - Fünf Spiele, 13 Tore. Was sich schon so nach einer beeindruckenden Quote anhört, wird noch beeindruckender, wenn man bedenkt, dass diese Quote von einem 12-Jährigen stammt, der in der U17 zum Einsatz kommt.

Die Rede ist von Youssoufa Moukoko von Borussia Dortmund. Natürlich wurde der Stürmer schnell zum Wunderkind ernannt. Doch in allen Berichten über den Youngster schwingt diese eine Frage mit: Ist er wirklich so alt wie er angibt?

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U16-Nationalmannschaft: Youssoufa Moukoko nominiert
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U16-Nationalteam: Zwölfjähriger Moukoko nominiert

Das erst zwölf Jahre alte Toptalent Youssoufa Moukoko von Borussia Dortmund ist erstmals für die deutsche U16-Nationalmannschaft nominiert worden.

  • 31.08.2017
  • 14:51 Uhr

Youssoufa Moukoko: Leistungen sorgen für Skepsis 

Moukoko ist in Jaunde, der Hauptstadt Kameruns geboren. Angeblich am 20. November 2004. Sein Vater wird nicht müde zu argumentieren, dass er die Geburt damals dem deutschen Konsulat gemeldet habe und daher auch eine deutsche Geburtsurkunde vorweisen könne.

Doch das Misstrauen schwingt weiter mit. Zu unglaublich erscheinen die Leistungen für einen 12-Jährigen, der inzwischen auch zur deutschen U16-Nationalmannschaft eingeladen wurde. Wie schon die "Nordwest-Zeitung" zuletzt berichtete, ist es dabei ein "schmaler Grat zwischen angemessener Skepsis und Vorurteilen gegenüber Afrikanern".

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Moukoko kam 2014 zu seinem in Hamburg lebenden Vater. Er ging zum FC St. Pauli, erzielte als 11-Jähriger 23 Tore für die U15 des Kiezklubs und wechselte daraufhin zum BVB. Sicher wird der Klub auch Nachforschungen über das Alter gemacht haben. Auf Anfrage von ran.de will die Borussia keine Auskünfte geben, was dafür genau unternommen wurde. Man mache Jugendspieler "grundsätzlich nicht zum Gegenstand unserer Medienarbeit".

Youssoufa Moukoko: Kamerun und die Altersangaben

Die Frage nach der Echtheit der Angaben bewegt die Fußballwelt. Denn gerade in Kamerun sind Fälle von falschen Geburtsdaten dokumentiert. So wechselte der ehemalige Nationalspieler Tobie Mimboe 1998 zu Genclerbirligi Ankara unter der Vorgabe, er sei 1974 geboren. Später stellte sich heraus, dass er wohl bereits 1964 zur Welt kam.

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Auch die FIFA muss sich mit dem Problem der Altersbestimmung auseinandersetzen und überprüft seit 2009 regelmäßig die Spieler bei U17-Weltmeisterschaften und -Qualifikationsspielen durch die sogenannte Magnetresonanztomographie (MRT). Dabei wird - vereinfacht gesagt - das Wachstum des Handknochens untersucht. Wenn das noch nicht beendet ist, geht der Verband von einem Minderjährigen aus.

Hierdurch wurden 2016 gleich 26 nigerianische Spieler nach Hause geschickt, ähnliches passierte dem Team bereits 2013.

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Youssoufa Moukoko: Alterstest ist umstritten

Natürlich liegt es nun nahe, einen solchen Test auch für Dortmunds Moukoko zu fordern. Doch das Problem: Das Verfahren ist umstritten. Die Bundesärztekammer sagt etwa bei der Altersfestellung von Flüchtlingen dazu, dass "Knochenröntgen oder Computertomographie medizinisch nicht vertretbar" seien. Der Grund: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse seien "so ungenau, dass damit eine Volljährigkeit nach rechtsstaatlichen Prinzipien nicht bewiesen werden kann".

So hat die FIFA 2013 etwa auch den Nigerianer Abuchi Obinwa von der U17-WM ausgeschlossen, obwohl der Mittelfeldspieler in Ohio (USA) zur Welt kam, wo die Echtheit der Geburtsurkunde wohl nicht wirklich angezweifelt wird.

So wird die Altersfrage bei Moukoko wohl nie zweifelsfrei beantwortet werden können. Am Ende wissen die Wahrheit wohl nur der Spieler selbst und seine Eltern.

Auch wenn das für viele Fans nur eine unzureichende Antwort sein dürfte. 

Julian Reusch

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