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Langjähriger Bayern-Boss feiert 70. Geburtstag

Uli Hoeneß blickt auf Haftzeit zurück: Tomatensalat vor Zellentür, Capo in der Kirche und die Reus-Frage

  • Aktualisiert: 05.01.2022
  • 15:06 Uhr
  • ran.de
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Uli Hoeneß gilt als Macher, weil er anpackt und andere mitreißt. Zu seinem 70. Geburtstag spricht der Bayern-Boss ausgerechnet über die Zeit, in der er von anderen abhängig war. Seinen Monaten in Haft.

München - In seinem Leben hatte Uli Hoeneß bereits viel zu feiern. Vor allem mit seinem FC Bayern München.

Die große Sause zu seinem 70. Geburtstag an diesem Mittwoch musste er jedoch wegen der Corona-Situation abblasen. Nur der engste Familienkreis lässt ihn an seinem Ehrentag hochleben.

Viel Freude bereitet dem Ex-Profi aktuell zudem der Rekordmeister, wenn dieser auch vor dem Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach am Freitag (ab 18:55 Uhr live in SAT.1 und auf ran.de) mit großen Personalproblemen zu kämpfen hat. Das Coronavirus setzt zahlreiche Stars außer Gefecht.

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Hoeneß ernährt sich fast nur von Marmeladenbrot

Erhebliche Einschränkungen kennt Hoeneß - wenn auch aus ganz anderen Gründen - aus nicht mehr ganz so jungen Vergangenheit. Denn wegen Steuerhinterziehung in zweistelliger Millionenhöhe verbrachte er rund anderthalb Jahre hinter Gittern. Einige seiner damaligen Erfahrungen schilderte der Familienvater nun in der Wochenzeitung "Zeit".

Seine Ernährung fiel damals sehr einseitig aus: "In den ersten neun Monaten habe ich mich eigentlich nur von Marmeladenbroten ernährt. Von den regulären Mahlzeiten habe ich nur die Käsenudeln und den Hackbraten gegessen. Alle zwei Wochen fing der Speiseplan von vorne an. Das heißt, von 14 Tagen gab es für mich zwölf Tage Marmeladenbrot."

Zellengenosse schnarcht und bringt Hoeneß um den Schlaf

Wenig Begeisterung brachte Hoeneß auch für seinen Zellengenossen auf, mit dem er in den ersten Wochen zusammenlebte: "Schwieriger Typ, hatte nur ein Bein. Und der hat geschnarcht! Ich habe in diesen zwei Wochen nur schlafen können, wenn ich vor ihm einschlief."

Seine Arbeitszeit verbrachte Hoeneß in der Kleiderkammer, in der auch Neuankömmlinge ausgestattet werden. Einer von ihnen blieb dem prominenten Häftling besonders in Erinnerung: "Einmal hat sich so ein junger Kerl vor mir aufgebaut, finsterer Blick, die Beamten in der Kammer waren schon alarmiert, und er rief ganz aufgeregt: 'Herr Hoeneß, eine Frage: Holt ihr jetzt den Reus oder nicht?' Ich habe gesagt: 'Ich kann Ihnen versichern, wir holen ihn nicht.' Darauf er: 'Gut, dann kann ich jetzt in Ruhe meine Strafe antreten.'"

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Hoeneß: Menschenkenntnis funktioniert in Haft nicht mehr

Schlechte Erfahrungen machte Hoeneß mit einem Mitinsassen, der zur abendlichen Schafkopfrunde zwischen Essen und Zelleneinschluss gehörte. Der Mann bat Hoeneß am Tag seiner Entlassung um ein Trikot von Thomas Müller für seinen Sohn. Das ließ sich arrangieren, doch später erfuhr der einstige Bayern-Patron, dass der Mann gar keinen Sohn hatte und obendrein heimlich Fotos von Hoeneß gemacht hatte, mit denen er fünfstellige Summen einnehmen wollte.

Offenbar nicht die einzige Person, in der er sich täuschte, denn: "Mich hat verwirrt, dass im Gefängnis meine Menschenkenntnis nicht mehr richtig funktionierte. Ich würde sagen, draußen habe ich eine 98-prozentige Sicherheit. Drinnen war das anders."

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Hostie bringt Hoeneß Schutz durch Mafiamitglieder

Allerdings konnte Hoeneß auch anderen sein großes Herz beweisen und erntete Dankbarkeit. Auch hier greift er auf seine Schafkopf-Clique zurück: "Einmal hat einer aus der Runde erzählt, dass er so gerne Olivenöl hätte für seinen Tomatensalat. Aber das war zu teuer, acht Euro, und er konnte aus Altersgründen nicht arbeiten. Ich habe angefangen, ihm das von meinem Lohn zu kaufen. Und von da an stand jeden Abend, wenn ich vom Arbeiten zurück in meine Zelle kam, ein Teller Tomatensalat vor meiner Tür." Dazu muss gesagt werden: Hoeneß verdiente in der Kleiderkammer gerade einmal 2,21 Euro pro Stunde.

Eine wertvolle Verbindung baute er zudem während eines Kirchengangs auf. Dort stieß er auf einen Capo - also ein hochrangiges Mitglied innerhalb der Mafia. Weil der Russe schwer bewacht war und nicht zum Priester vorgelassen wurde, teilte Hoeneß seine Hostie mit ihm: "Am nächsten Tag hat mir der Kollege, der im Haupttrakt seine Zelle hatte, eine Nachricht überbracht: 'Einen schönen Gruß von den Russen: Ab sofort bist du hier geschützt.'"

Hoeneß und die düsteren Gedanken zum Tod des Hundes

Aber natürlich bringen die Monate hinter Gittern auch viele dunkle Stunden mit sich. Und verwehren im schlimmsten Fall sogar den endgültigen Abschied von liebgewonnenen langjährigen Weggefährten. Hoeneß sprach etwa von der bitteren Nachricht, "als meine Frau im Gefängnis angerufen hat und mir ausgerichtet hat, dass unser 15-jähriger Labrador Kuno am nächsten Tag sterben würde. Da habe ich dann, etwas naiv, gefragt, ob ich für ein paar Stunden rauskann. Das ging natürlich nicht. Und dann liegst du da, nachts, und weißt, dass dein Hund in ein paar Stunden eingeschläfert wird."

Mittlerweile hat Hoeneß diese Zeit hinter sich gelassen. Auch wenn die Zukunft in diesen Zeiten allgemein ungewiss ist, schaut er voraus auf den Sommer: "Meine Frau wird im Juni auch 70, und wenn es dann möglich ist, machen wir ein Riesenfest." Ein doppelter 70. Geburtstag - so eine Feier bleibt auch nur wenigen vorbehalten.

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