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Sechs Spiele in 20 Tagen stehen bevor

Wochen der Wahrheit für Hertha BSC: Nicht nur sportlich eine große Herausforderung

  • Aktualisiert: 23.04.2021
  • 12:27 Uhr
  • ran.de
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© Imago Images
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Derzeit befindet sich Hertha BSC wegen mehrerer Coronafälle in Quarantäne, nach der Isolation wartet ein straffes Restprogramm auf den Abstiegskandidaten aus der Hauptstadt - und das birgt nicht nur eine große sportliche Herausforderung, wie ein abschreckendes Beispiel aus der Vergangenheit zeigt.

München - Normalerweise würde Hertha BSC am kommenden Samstag auf den bereits abgestiegenen FC Schalke 04 treffen und einen weiteren Versuch unternehmen, das Schreckgespenst namens zweite Liga aus dem Westen der Hauptstadt zu vertreiben.

Doch rund um das Olympiastadion ist derzeit wenig normal, um nicht zu sagen: gar nichts.

Nach mehreren positiven Coronatests befinden sich Mannschaft und Trainerteam seit vergangener Woche in Quarantäne. Drei Bundesliga-Partien wurden in den Mai verschoben, der mit sechs Begegnungen innerhalb von 20 Tagen ein knackiges Restprogramm für die Blau-Weißen bereithält.

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Hertha-Athletiktrainer Kuchno besorgt

Neben der bedenklichen sportlichen Situation - mit 26 Zählern rangiert der Hauptstadtklub aktuell auf dem 16. Tabellenplatz und droht, den bitteren Gang in die zweite Liga antreten zu müssen - birgt die derzeitige Lage auch gesundheitliche und mentale Risiken.

"Ich habe keinen Zauberstab, den hatte ich noch nie. Sicherlich wird uns irgendwas passieren. Sollte es der Fall sein, dass wir verletzungsfrei durch diese anschließende Phase gehen, würde ich mich riesig freuen. Aber ich kann es nicht ausschließen", äußerte Athletiktrainer Henrik Kuchno in einer virtuellen Medienrunde am Donnerstag bereits seine Bedenken.

Dresden erfuhr es am eigenen Leibe

Wie kontraproduktiv die trainings- und spielfreie Zeit in Bezug auf die sportlichen Ambitionen einer Mannschaft sein kann, belegt eindrucksvoll das Beispiel von Dynamo Dresden aus der vergangenen Saison.

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Bundesliga geht in Quarantäne
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Bundesliga: Quarantäne-Trainingslager beschlossen

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat auf die Häufung der Corona-Fälle innerhalb der Vereine reagiert und ein Trainingslager ab dem 12. Mai, verpflichtend für alle 36 Klubs beschlossen.

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Als damaliger Tabellenletzter der zweiten Liga ereilte die Elbstädter ein ähnliches Schicksal wie Hertha BSC, zum Saisonabschluss standen neun Partien in 29 Tagen an, in denen lediglich acht Zähler geholt wurden - zu wenig, um die Klasse zu halten.

Das harte Restprogramm hinterließ auch körperliche Spuren bei der SGD. Das Branchenportal "transfermarkt.de" listet für den Zeitraum vom 31. Mai bis 28. Juni 2020 elf Spieler, die sich verletzten und mindestens eine der Partien verpassten - ein überdurchschnittlich hoher Wert.

Dynamo-Verteidiger Löwe attackierte DFL scharf

Wie eng der Zusammenhang zur zweiwöchigen Quarantäne und der wochenlangen Spielpause davor ist, kann nur gemutmaßt werden. Ausschließen sollte man eine Verbindung aber keinesfalls.

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Dass die kräftezehrenden Wochen nicht nur physisch, sondern auch psychisch eine hohe Belastung darstellten, machte Abwehrspieler Chris Löwe in einem emotionalen Interview bei "Sky" deutlich.

"Glauben Sie eigentlich, dass sich einer von denen da oben Gedanken macht, was in unseren Köpfen vorgeht. Wir sind die, die am Ende den Preis bezahlen müssen für den ganzen Scheiß", gab der 32-Jährige vor einem knappen Jahr einen tiefen Einblick in die eigenen Gedanken und die seiner Mitspieler.

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Hertha droht ähnliches Schicksal

Zurück in die Hauptstadt. Auch dort ist man sich der schwierigen Ausgangslage vor den entscheidenden Partien der Saison bewusst, doch lamentierende, wütende oder verzweifelte Aussagen - die im Falle von Chris Löwe inhaltlich durchaus ihre Berechtigung hatten - sucht man vergebens.

"Es gibt kein Alibi und keine Ausreden. Wir müssen jetzt diese zwei Wochen gut überstehen, aber wir haben den Schlüssel in unserer Hand. Bielefeld kommt noch zu uns, Köln auch", gab sich Cheftrainer Pal Dardai Anfang der Woche kämpferisch.

Restprogramm macht Hoffnung

In der Tat, das Restprogramm meint es gut mit den Berlinern - unabhängig von der engen Taktung der Spiele. Neben den bereits angesprochenen Konkurrenten um den Klassenerhalt geht es noch gegen Mainz, Schalke, Freiburg und Hoffenheim.

Dass in diesen sechs entscheidenden Partien die Rotation eine große Rolle spielen wird, weiß auch der Coach.

"Man kann aus dem Nichts ein oder zwei Spiele machen, mehr nicht. Wir müssen schlau sein", so der Ungar, der aber zugleich auch eine klare Forderung an seine Mannschaft stellt: "Wenn wir rauskommen, müssen wir bereit sein."

Ansonsten droht das Zweitliga-Schreckgespenst noch zur düsteren Realität zu werden.

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