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Neue Probleme trotz Sieg in Piräus

Bayern-Abwehr: So schlecht wie zuletzt vor 35 Jahren

  • Aktualisiert: 23.10.2019
  • 14:54 Uhr
  • ran.de / Oliver jensen
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© imago images/ANE Edition
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Der FC Bayern München hat beim knappen Sieg gegen Olympiakos Piräus erneut große Schwächen in der Abwehr offenbart. Trainer Niko Kovac muss seiner Mannschaft trotz des personellen Engpasses wieder zur Stabilität verhelfen. Ansonsten könnte Ralf Rangnick bereits als sein Nachfolger parat stehen.

München - Der Applaus fiel eher bescheiden aus, als die Spieler des FC Bayern München nach dem Zitter-Sieg bei Olympiakos Piräus (3:2) zum Bankett erschienen. Der Rekordmeister hatte das wichtige Auswärtsspiel zwar gewonnen - das zwei in dieser Champions-League-Saison nach einem Rückstand - und somit einen weiteren Schritt in Richtung Achtelfinale gemacht. Spielerisch allerdings hatte der Auftritt einmal mehr den Eindruck gefestigt, dass die Bayern in der Saison 2019/2020 nicht konstant und in der Defensive alles andere als sattelfest sind.

Die große Schwäche: das Abwehrverhalten. "Das Problem ist, dass wir immer drei Tore schießen müssen, damit wir die Spiele gewinnen", kritisierte Torwart Manuel Neuer bei "Sky". In den vergangenen fünf Pflichtspielen gab es jeweils zwei Gegentore. So eine schlechte Zwischenbilanz wiesen die Bayern zuletzt vor über 35 Jahren, als sie im März/April 1984 in fünf aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen mindestens zwei, zweimal sogar drei Gegentor, kassierten. 

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Kein Spieler in der Verteidigung strahlte in Piräus Sicherheit aus. Die beiden Außenverteidiger Joshua Kimmich und David Alaba ließen ihren Gegenspielern zu viel Platz, Benjamin Pavard fehlt jegliche Stabilität. Lucas Hernandez sah beim Gegentor zum 0:1 ganz schlecht aus und musste später auch noch verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Auch der für ihn eingewechselte Jerome Boateng verkörpert nicht mehr die Weltklasse der vergangenen Jahre.

Rummenigge kritisiert: "Wir spielen zu sorglos"

Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge schlug Alarm. "Ich glaube nicht, dass die Leistung, die wir gebracht haben, uns dieses Jahr die Erfolge bescheren wird, wenn wir nicht langsam die Kurve kriegen", warnt er. "Wir spielen mir ein bisschen zu sorglos. Wir haben jetzt zum siebten Mal zwei Tore kassiert. Das wird irgendwann zu Problemen führen."

Besonders brisant: Die Defensive der Bayern stößt nicht nur gegen die Top-Mannschaften an ihre Grenzen. Zwei Gegentore gab es unter anderem auch gegen den SC Paderborn, Hertha BSC, Augsburg und nun Olympiakos Piräus. "Ich möchte daran erinnern, dass wir gegen Mannschaften aus dem letzten Tabellendrittel wichtige Punkte gelassen haben", sagt Rummenigge.

Somit könnte selbst das Heimspiel am Samstag gegen den Aufsteiger Union Berlin, eigentlich ein Pflichtsieg für die Bayern, durchaus zum Stolperstein werden. Falls es jemand vergessen hat: Union hat in dieser Saison bereits Borussia Dortmund bezwungen.    

Rummenigge weiß um die Gefahr und nimmt Trainer und Spieler in die Pflicht: "Wir haben das große Glück, dass wir bei den Schwächen, die wir in den letzten Spielen hatten, nach wie vor nur einen Punkt Rückstand auf die Tabellenspitze haben". Diese zu erklimmen, sei nun das Ziel: "Samstag haben wir vielleicht die Chance, Tabellenführer zu werden. Das ist der Anspruch von Bayern München und dem müssen wir gerecht werden."

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Keine Dominanz, keine Spielkontrolle

Eigentlich wäre es auch der Anspruch des FC Bayern, auf dem Spielfeld eine Dominanz auszustrahlen. Dies gelingt aber selbst gegen qualitativ schwächere Mannschaften nicht mehr, wie Sportchef Hasan Salihamidzic feststellt: "Es sieht nicht danach aus, dass wir die Kontrolle haben. Wir ziehen nicht das Spiel auf, was wir eigentlich können."

Auch Kovac gibt zu, dass Dominanz und Spielkontrolle "momentan nicht da sind." Schlimmer noch: Kovac spricht so, als müssten seine Spieler erst einmal wieder die Basics verinnerlichen. "Wenn wir viele Abspielfehler, Annahmefehler und Konzentrationsfehler haben, ist ein Spielfluss sehr schwierig. Wir müssen zusehen, dass wir die Bälle sauber von dem einem zu dem anderen passen, dass wir die richtigen Lösungen finden und das Spiel schnell machen."

Auch Philippe Coutinho, der eigentlich für die fußballerischen Glanzpunkte sorgen sollte, steckt im Formtief. Für seinen Auftritt gegen Piräus bekam er die ran-Note 4 verpasst. "Im Moment fehlt ihm das Quäntchen Glück", sagt Kovac.

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Personeller Engpass in der Innenverteidigung

Während die Bayern in der Offensive breit aufgestellt sind und der Trainer rotieren kann, droht in der Abwehr ein personeller Engpass. Nach dem Kreuzbandriss von Innenverteidiger Niklas Süle folgte gestern die nächste Hiobsbotschaft:Bei Lucas Hernandez wurde eine Teilruptur des Innenbandes am rechten Sprunggelenk diagnostiziert. Er wird in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr spielen können.

Auch Javi Martinez wurde gegen Piräus ausgewechselt. Allerdings soll dies lediglich eine Vorsichtsmaßnahme gewesen sein. Klar ist, dass Jerome Boateng für den FC Bayern plötzlich unverzichtbar ist und möglicherweise die "Kohlen aus dem Feuer" holen soll. Dabei wurde ihm im vergangenen Sommer von Präsident Uli Hoeneß noch ein Wechsel nahegelegt.

Trotz der Ausfälle muss Kovac nun die Wende schaffen. Der Druck wächst: Nach dem Rücktritt von Hoeneß wird Rummenigge im Verein zunächst das alleinige Sagen haben. Der Vorstandsvorsitzende sah Kovac bereits in der vergangenen Saison kritisch und verweigerte monatelang ein Treuebekenntnis.

Ralf Rangnick traut sich Traineramt beim FC Bayern zu

Ein Nachfolger könnte schon bereitstehen: Laut Informationen der "Sport Bild" war Ralf Rangnick beim FC Bayern bereits vor dem DFB-Pokalfinale 2019 ein Thema und gilt nun als möglicher Nachfolger, falls die Zusammenarbeit mit Kovac beendet wird. Rangnick soll sich ein Traineramt beim Rekordmeister gut vorstellen können.

Sollte das stimmen, könnte jeder weitere Ausrutscher der Bayern für Niko Kovac der letzte sein.

Oliver Jensen

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