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Niederlage gegen Inter Mailand

Borussia Dortmund: Ist Lucien Favre überhaupt ein Meister-Trainer?

  • Aktualisiert: 24.10.2019
  • 14:30 Uhr
  • ran.de / Julian Reusch
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© Getty
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BVB-Trainer Lucien Favre überrascht mit seinen lobenden Aussagen nach der Champions-League-Pleite gegen Inter Mailand. Sportdirektor Michael Zorc wehrt sich gegen eine Trainerdiskussion, widerspricht Favre aber. Die unterschwellige Frage: Kann Favre Dortmund zu Titeln führen?

München – Es war ein erschreckend harmloser Auftritt von Borussia Dortmund in der Champions League bei Inter Mailand. Nach der 0:2-Niederlage droht jetzt das Aus nach der Vorrunde.

Umso überraschender, dass Trainer Lucien Favre nach der Partie seine Mannschaft lobte. "Ich denke, wir haben ziemlich gut gespielt. Die Leistung war ganz okay", sagte der 61-Jährige und viele Fans reiben sich nach dieser Aussage verwundert die Augen.

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Zorc widerspricht Favre

Im Gegensatz zu Favre sprach Sportdirektor Michael Zorc die Probleme klar an: "Wir hätten deutlich konsequenter und zielstrebiger agieren müssen." Schon vor dem Spiel hatte Zorc bei "Sky" von den Spielern gefordert, dem Druck standzuhalten und sich nicht den Schneid abkaufen zu lassen. Doch genau das passierte. Zwar mag die defensive Leistung über weite Teile in Ordnung gewesen sein, doch im Angriff präsentieren sich die Dortmunder überraschend schwach und ideenlos. Ohne Kapitän Marco Reus und Top-Knipser Paco Alcacer verzeichnet sein Team nur fünf Torschüsse. 

Ebenfalls alarmierend: Die Laufleistung. Während die Mailänder am Ende 113 Kilometer abspulen, kommt der BVB nur auf 108.

In der Bundesliga stellt der BVB nur Reus in der Top 25 der Spieler mit der besten Laufleistung (92,10 Kilometer bisher, Platz 9). Dabei hat Favre lauffreudige Spieler im Kader. Doch Mahmoud Dahoud (13,44 Kilometer im Schnitt pro Spiel) oder Mario Götze (11,89 Kilometer) fristen ein Leben auf der Ersatzbank.

Favre und Eberl (r.) arbeiteten von 2011 bis 2015 zusammen
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Neuzugänge schlagen noch nicht ein

Neuzugänge wie Julian Brandt, Nico Schulz oder Thorgan Hazard, für die der BVB immerhin knapp 80 Millionen Euro hingelegt hat, stellen sich noch nicht als die gewünschten Verstärkungen heraus. Lediglich Mats Hummels funktioniert, wenngleich die Defensive wackelig ist.

In den vergangenen sieben Pflichtspielen gab es für Dortmund nur zwei Siege (vier Unentschieden, eine Niederlage). Viel zu wenig für die eigenen "Wir-wollen-Meister-werden-Ansprüche". So stellt sich beim BVB die Frage: Ist Favre überhaupt ein Meister-Trainer?

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Favre und die wenigen Titel

In der Schweiz holte er zwar zweimal mit Zürich den Titel und formte in Deutschland aus Borussia Mönchengladbach aus einem Abstiegskandidaten ein Champions-League-Team. Doch ansonsten ist seine Titelvitrine ziemlich leer.

Sein ehemaliger Mitspieler Kubilay Türkyilmaz hatte dafür vor Jahren schon eine eigene Erklärung: "Wenn es brenzlig wird, haut er ab. Einmal totalen Gegenwind überstehen, das fehlt in seiner glanzvollen Trainerlaufbahn." So trat er in Gladbach zurück, obwohl der Klub ihn trotz Niederlagenserie halten wollte. Auch in Zürich und bei Hertha BSC verlief sein Abschied alles andere als geräuschlos.

Die "Sport Bild" brachte jüngst sogar Jose Mourinho als potenziellen Nachfolger ins Spiel, auch wenn die BVB-Verantwortlichen dieses Gerücht ins Reich der Fabeln verweisen. Zorc: "Wir führen keine Trainerdiskussion."

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Favre: Entscheidende Wochen stehen an

Noch ist der Gegenwind für Favre in Dortmund überschaubar. Doch das könnte sich in den nächsten Wochen ändern. Die kommenden Aufgaben: Derby gegen Schalke, Pokal gegen Gladbach, Duell mit Wolfsburg, Champions League gegen Inter und Bundesliga-Topspiel gegen Bayern.

Worst-Case-Szenario nach den Spielen: Dortmund fliegt aus dem Pokal raus, steht in der Champions League mit dem Rücken zur Wand und hat in der Bundesliga deutlichen Rückstand zur Tabellenspitze.

Best-Case-Szenario: Favre übersteht die Wochen, feiert berauschende Siege und lässt alle Kritiker verstummen.

Dann kann er auch sagen, dass die Leistung seines Teams ganz gut war. Und alle würden es ihm glauben.

Julian Reusch

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