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Frauen-EM 2022

Frauen-EM 2022: Martina Voss-Tecklenburg - Eine Bundestrainerin lernt nie aus

  • Aktualisiert: 26.07.2022
  • 07:09 Uhr
  • SID
Article Image Media
© IMAGO/Beautiful Sports
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Martina Voss-Tecklenburg ist angekommen als Bundestrainerin. Für die erfolgreiche EM-Gegenwart brauchte es einen Lernprozess.

London - Mit Blick auf die beleuchtete Tower Bridge schworen sich die deutschen Fußballerinnen bei Steak und vegetarischen Burgern auf das EM-Halbfinale gegen Frankreich ein. Mittendrin beim Teamabend an der Themse war natürlich Martina Voss-Tecklenburg, die als Bundestrainerin eine bemerkenswerte Wandlung vollzogen hat: Aus der "Allesmacherin" ist längst eine Projektleiterin geworden.

"Ich war immer sehr dominant. Ich wollte am liebsten von vorne bis hinten als Trainerin alles alleine machen", beschrieb Voss-Tecklenburg ihren Führungsstil vor dem Engagement beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Dort übernahm sie nach sechs Jahren als Schweizer Nationaltrainerin erst wenige Monate vor der WM 2019 das Zepter von Interimstrainer Horst Hrubesch.

Anderer Verband, neues Trainerteam, ein viel größerer Staff - alles benötigte Zeit zum Zusammenwachsen. Das zeigte sich damals in Frankreich nur zu deutlich beim WM-Viertelfinal-Aus gegen Schweden (1:2). "Wir mussten erst mal Klarheit bei uns haben, bevor wir Klarheit bei den Spielerinnen verlangen", ist einer der Kernsätze der 54-Jährigen über diesen Lernprozess hinter den Kulissen. Heute kann sie delegieren.

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Voss-Tecklenburg hat sich weiterentwickelt

Auch ihren Umgang mit der Mannschaft hat Voss-Tecklenburg verändert. Mehr Gelassenheit, weniger "erhobener Zeigefinger" lautet das Motto der 125-maligen Nationalspielerin. "Sie nimmt die Mannschaft jetzt auch mehr mit als in der Vergangenheit, weil sie natürlich eine ganz andere Beziehung über die drei Jahre aufgebaut hat zu den Spielerinnen. Das zahlt sich aus", sagte Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter Nationalmannschaften im DFB, der "ARD".

"MVT" beschreibt die Entwicklung und ihre Wirkung ganz ähnlich: "Es baut sich großes Verständnis füreinander auf, mehr Vertrauen. All das hilft, konstantere Leistungen zu bringen." Aus Spielerinnensicht bringt es Stürmerin Laura Freigang knackig auf den Punkt: "Die Räder greifen ineinander."

Auch ihre Schützlinge haben gemerkt, dass diese erfahrene Fachfrau gewillt ist, für den größtmöglichen Erfolg immer weiter zu lernen und sich selbst doch immer treu zu bleiben. Der Prozess ist ja auch noch nicht abgeschlossen, schon im kommenden Jahr steht die WM in Australien und Neuseeland an.

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Als nun bei der EM das Minimalziel Halbfinale erreicht war, nahm das Team erneut eine Veränderung wahr, wenngleich eine kleine. "Von ihr ist auch viel abgefallen, weil doch viel Druck auf ihren Schultern lastet", sagte Außenverteidigerin Giulia Gwinn.

Übersicht, Gespräche, Empathie und akribisches Arbeiten brauchte es, um diesen Punkt zu erreichen. Viel Schlaf, gab Voss-Tecklenburg zu, bekommt sie während dieser EM in England nicht. Das liegt nicht nur an zahlreichen Besprechungen, sondern auch an der kommunikativen Art der gebürtigen Duisburgerin, die oft zu den Letzten gehört, die abends noch zusammensitzen und Karten spielen.

Doch auch eine Powerfrau wie die viermalige Europameisterin braucht irgendwann einmal Zeit für sich, ganz ohne Fußball. Morgens geht sie im Pool des Teamhotels schwimmen, am freien Tag legte sich Voss-Tecklenburg kurzerhand mal in die Hängematte.

Selbst in solch ruhigen Momenten beweist die Bundestrainerin besondere Disziplin. Unbedingt habe sie da ihren Roman auslesen wollen - zwei Stunden später war "Was ich nie gesagt habe: Gretchens Schicksalsfamilie" von Susanne Abel ausgelesen.

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