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Özil-Buch "Die Magie des Spiels"

Zoff zwischen Mesut Özil und Jose Mourinho: "Du Feigling, du Baby"

  • Aktualisiert: 02.03.2017
  • 13:16 Uhr
  • ran.de
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© imago sportfotodienst
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In seinem Buch "Die Magie des Spiels" verrät Mesut Özil Details über einen heftigen Kabinenzoff mit Jose Mourinho. Und den Grund, warum er 2010 überhaupt zu Real Madrid und nicht zum FC Barcelona wechselte.

München - Jose Mourinho nimmt kein Blatt vor den Mund.

Nach außen hin sowieso nicht, intern allerdings auch nicht. Das bekam auch Mesut Özil zu spüren.

In seinem Buch "Die Magie des Spiels" beschreibt der Mittelfeldspieler einen verbalen Schlagabtausch zwischen ihm und dem Starcoach während seiner Zeit bei Real Madrid, bei dem ordentlich die Fetzen flogen.

Doch dabei wäre er fast nicht bei den Königlichen gelandet, denn eigentlich wollte er 2010 zum FC Barcelona wechseln. Doch der Transfer scheiterte in erster Linie an Pep Guardiola. Die "Bild" hat vorab Auszüge aus Özils Werk, das am 16. März erscheint, veröffentlicht. ran.de dokumentiert Özils Aussagen.

Mesut Özil über:

... einen Kabinenzoff in der Halbzeit eines Real-Spiels: "Wieso hackt der so auf mir herum? Das ist doch nicht normal. Das ist verrückt. Ach, was weiß ich denn, was es ist. Hochgradig ungerecht ist es jedenfalls. José Mourinho, unser Trainer, schimpft und schimpft. Und schimpft. Und schimpft. Vor allem mit mir. Eigentlich geht es in der gesamten bisherigen Ansprache nur um mich. Ich versuche auf Durchzug zu stellen. Die Kritik abprallen zu lassen. Weil ich merke, wie es innerlich immer mehr bei mir zu brodeln beginnt."

... Mourinhos Standpauke: "'Du denkst, zwei schöne Pässe reichen', schreit Mourinho. 'Du bist dir zu fein dafür, in Zweikämpfe zu gehen. Du denkst, dass du so gut bist, dass fünfzig Prozent genug sind.' Er hält inne. Starrt mich mit seinen dunkelbraunen Augen an. Ich starre zurück. Wie zwei Boxer beim Stare-Down vor der ersten Ring-Runde. Er zeigt keine Regung. Wartet nur auf eine Reaktion von mir. Wie sehr ich ihn gerade hasse. Dabei liebe ich Mourinho eigentlich."

... seine Reaktion auf Mourinho: "'Was willst du eigentlich von mir?', blaffte ich lautstark zurück. Um dann etwas leiser zu Sergio Ramos zu sagen: 'Der macht mich verrückt. Der soll die Klappe halten. Der ist immer unzufrieden.'"

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... die Eskalation des Zoffs: "'Ich will, dass du so gut spielst, wie du es kannst', schreit Mourinho. 'Ich will, dass du in Zweikämpfe gehst wie ein Mann. Weißt du, wie Zweikämpfe von dir aussehen? Nein? Ich zeig's dir.' Dann stellt sich Mourinho auf die Zehenspitzen, legte seine Hände eng an den Körper, spitzte seine Lippen und hüpfte durch die Kabine. 'Wenn du so geil bist, dann spiel du doch', schrie ich jetzt, während ich mir mein Trikot ausziehe und ihm vor die Füße schleudere. 'Hier. Zieh es an. Los.' Mourinho lacht nur gehässig. 'Ach, gibst du jetzt auf?', fragt er. 'Du bist so ein Feigling', sagt er scharf und steht inzwischen nur noch wenige Zentimeter von mir entfernt. 'Was möchtest du? Dich unter die schöne, warme Dusche verkriechen? Dir die Haare schamponieren? Allein sein? Oder willst du deinen Mitspielern, den Fans da draußen und mir beweisen, was du kannst?'

Mourinho spricht jetzt ganz ruhig. Von jetzt auf gleich ist er nicht mehr cholerisch und laut, sondern kontrolliert, was mich noch wütender macht. Wieso kann der sich jetzt so zusammenreißen, während ich kurz davor bin, komplett durchzudrehen? Ich bin so sauer. Am liebsten würde ich ihm meine Schuhe an den Kopf feuern. Ich will, dass er aufhört. Dass er mich endlich in Ruhe lässt. 'Weißt du was, Mesut', sagt Mourinho jetzt schon wieder lauter und für alle hörbar. 'Wein doch! Heul doch! Du bist so ein Baby. Geh duschen. Wir brauchen dich nicht.' Langsam erhebe ich mich, schnappe mir mein Handtuch und gehe wortlos an ihm vorbei Richtung Dusche, ohne Mourinho auch nur eines Blickes zu würdigen."

... seine Reaktion nach dem Zoff: "'Was bin ich nur für ein verdammtes Arschloch', schoss es mir plötzlich durch den Kopf. Ich war so ein Idiot. Ich hatte meine Mannschaftskollegen total im Stich gelassen. Die konnten überhaupt nichts dafür. Noch am selben Abend schaute ich bei Sergio Ramos vorbei, der ja direkt neben mir wohnte. Ich sprach lange mit ihm und entschuldigte mich für meinen Abgang. Später tat ich das auch bei den anderen Spielern."

... seinen "Aha-Moment": "Eigentlich war es sogar ganz einfach zu verstehen. Er hatte es ja auch deutlich gesagt: Mourinho wollte, dass ich mich nie ausruhe! Dass ich mich auf dem Platz aus meiner Komfortzone herausbegebe. Er wollte mir die Lässigkeit austreiben und mich abhärten. Er wollte mich so sehr pushen, dass meine Entwicklung niemals stoppen würde. Streng genommen hatte Mourinho recht. Als ich nach Madrid kam, hatte ich ein bisschen diese Einstellung, dass Schönspielerei reichen würde. Ich war schnell satt, schnell zufrieden. Aber diese Verhaltensweise hat mir Mourinho ausgetrieben."

... die Interessenten nach der WM 2010: "Fünf Vereine kamen nach der WM 2010 in Südafrika für mich infrage. Arsenal London war bereits interessiert. Manchester United ebenfalls. Auch Bayern München. Sowie Barcelona und Real Madrid."

... den Grund, warum die Bayern nicht in Frage kamen: "Mein Berater traf sich mit Bayern. Die Bosse erzählten ihm, was sie mit mir vorhaben, wie sie mich einsetzen wollen. Die gleichen Gespräche führte er anschließend mit den übrigen Klubs. Doch 2010 war Bayern noch ein deutliches Stück von Real Madrid und Barcelona entfernt. Gerade erst hatten sie unter Louis van Gaal das Champions-League-Finale in Madrid gegen Inter unter Mourinho verloren."

... seinen Favoriten: "Bevor ich persönlich in Barcelona war, war ich davon überzeugt, dorthin zu gehen. Zumindest wies die Tendenz klar in diese Richtung. Keine Mannschaft der Welt spielte zu dieser Zeit schöneren Fußball."

... den Grund, warum der Transfer platzte: "Aber die Abwesenheit von Pep Guardiola machte mich stutzig. Als mein Berater und ich aus Barcelona zurückflogen, stellte ich ihm immer und immer wieder eine Frage: 'Warum war der Trainer nicht da?' Seine Antwort war immer die gleiche: 'Der war im Urlaub.' Guardiola rief mich in den folgenden Tagen auch nicht an. Er schickte nicht mal eine SMS. Er sandte mir kein Signal, dass er mich auch wollte. Dementsprechend nahm meine Begeisterung für Barcelona stetig ab.Wegen Guardiolas Verhalten wollte ich letztlich nicht zu Barcelona. Vor allem auch, weil Mourinho gleichzeitig so sehr kämpfte. So überzeugend war er. So herzlich. So bemüht. Er war das komplette Gegenteil vom Barca-Trainer. Also entschied ich mich für José Mourinho und Real Madrid."

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