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Sport Allgemein

Macht und Millionen: Viel Konfliktpotenzial bei FN-Tagung

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© AFP/SID/ADRIAN DENNIS
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Die Vorzeichen stehen auf Sturm, die Vorwürfe haben es in sich: Es geht um Planungsfehler, ein Millionenloch, um offensichtliche Erinnerungslücken und mutmaßliche Täuschungsmanöver. Wenn der Verbandsrat der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN am Donnerstag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentrifft, ist für reichlich Zündstoff gesorgt. Unter anderem dürften die Positionen von Verbandspräsident Hans-Joachim Erbel und Generalsekretär Soenke Lauterbach auf dem Prüfstand stehen.

Vorgelegt wird den Delegierten der Bericht eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers, in Auftrag gegeben nach der Mitgliederversammlung der FN Anfang Mai, als dem Präsidium und dem geschäftsführenden Vorstand die Entlastung verweigert wurde. Der Jahresabschluss 2023 mit einem Defizit von knapp einer Million Euro soll und muss nun aufgearbeitet werden.

In einem Interview mit der verbandseigenen Homepage hatte Erbel Anfang Mai über die trüben Finanzen und "relevante Planungsfehler" referiert: Bei "verantwortungsvollem Umgang sowie rechtzeitiger und richtiger Information durch den zuständigen Geschäftsführer" hätte "viel Schaden verhindert werden können". Mit dem Finger öffentlich auf die eigenen Leute zeigen? Ein neuer Stil im noblen Reitsport.

Der von Erbel in den Senkel gestellte Geschäftsführer heißt Rene Straten und konnte kaum glauben, was ihm da von seinem Präsidenten um die Ohren gehauen wurde, hatte er doch monatelang nachweislich auf die sich abzeichnende Misere aufmerksam gemacht. "Ich habe in so vielen Gremien und Sitzungen seit Ende 2021 immer wieder auf die finanziellen Missstände hingewiesen", sagte Straten dem SID. "Schlaflose Nächte" habe er deswegen gehabt: "Leider hat mir niemand zugehört."

Nun also ein 80-seitiges Dokument des Wirtschaftsprüfers, das wenig Erhellendes bietet. Vor allem keine Erklärung dafür, wieso die Aussagen von Straten auf der einen sowie Erbel und Lauterbach auf der anderen Seite so weit auseinanderdriften. Es geht in dem Bericht vor allem um eine Neuorientierung des Bereichs Controlling. Plausible Gründe für das Defizit? Fehlanzeige.

Straten erhält derweil prominente Unterstützung. Martin Richenhagen, Herausgeber der Reiter Revue und langjähriger großzügiger Gönner des Verbandes, attackierte Präsidium und Geschäftsführung scharf. Kürzlich noch habe sich Erbel "schützend vor seinen Studentenreiterkumpel Sönke Lauterbach" gestellt und "die Kritik an der finanziellen Performance der Deutschen Reiterlichen Vereinigung unter dessen Führung großspurig abgeschmettert".


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