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Motorsport DTM

"Bekommst kein Gefühl": So schwierig war DTM-Umstellung nach Le-Mans-Test

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© ADAC Motorsport
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Für sechs DTM-Piloten war der Sonntag in Zandvoort eine besondere Herausforderung: Mirko Bortolotti, die drei BMW-Piloten Marco Wittmann, Rene Rast und Sheldon van der Linde sowie Jack Aitken und Kelvin van der Linde waren bis 11:30 Uhr noch beim Le-Mans-Test aktiv, ehe sie fünf Stunden später bei der DTM in Zandvoort ins Rennen gingen.

Und das, ohne sich in den Niederlanden nach der Ankunft kurz auf das neue Dienstfahrzeug einzuschießen. "Das war direkt ins kalte Wasser - auf kalten Rädern", stellt SSR-Lamborghini-Pilot Bortolotti klar. "Du hast in der DTM keine Möglichkeit, durch die Box zu fahren, wie das in anderen Meisterschaften der Fall ist, sondern musst direkt von der Box ins Grid fahren."

Denn in der DTM gilt die Regel, dass die Piloten rund 40 Minuten vor dem Start nur eine sogenannte "Informationsrunde" drehen und danach - anders als zum Beispiel in der Formel 1 - nicht mehr zurück in die Boxengasse dürfen, sondern direkt in die Startaufstellung fahren.

Wieso auch die Aufwärmrunde keine große Hilfe ist

Daher gibt es keine Möglichkeit, noch ein Gefühl für das Fahrzeug zu gewinnen oder theoretisch etwas auszuprobieren. "Und dann hast du natürlich die Warm-up-Lap zum Start. Das ist alles, was du bekommst, aber auf kalten Rädern bekommst du kein Gefühl dafür", nennt Bortolotti den Grund, warum er sich ohne jegliche Vorbereitung umstellen musste.

Das war laut Informationen von Motorsport-Total.com auch beim Teammanager-Meeting Thema, als sich ein Team für etwas zusätzliche Fahrzeit vor dem Rennen einsetzte, mit diesem Wunsch allerdings abblitzte.

Für Bortolotti, der wie die BMW-Kollegen und Aitken in Le Mans einen Prototypen pilotierte, lief die Umstellung dennoch hervorragend: Er führte das Rennen lange an und kam am Ende hinter Wittmann, der sich ebenfalls umstellen musste, auf Platz zwei ins Ziel. Dritter wurde mit Kelvin van der Linde ebenfalls ein Fahrer mit Doppelbelastung.

"Hat sich so angefühlt, als wäre ich nie in Le Mans gewesen"

Wie Bortolotti mit der Herausforderung umging? "Ich kenne das Auto in- und auswendig, obwohl es natürlich nicht einfach ist, denn du weißt auch mental: Du bist knapp zwei Stunden in Le Mans in einem Prototypen gefahren und steigst jetzt in einem sehr wichtigen Rennen, weil du ganz vorne stehst und sehr viel zu verlieren hast, in einen GT3", beschreibt der Italiener die schwierige Ausgangslage.

"Da machst du dir schon den einen oder anderen Gedanken, aber ich muss sagen: Ab dem Zeitpunkt, als ich im Auto saß, war alles super. Es hat sich nie so angefühlt als wäre ich in Le Mans gewesen."

Bortolotti: Test-Nachbesprechung über Boxenfunk

Wie eng der Zeitplan war, zeigt auch die Tatsache, dass Bortolotti nach seiner Le-Mans-Testsession von 10:00 bis 11:30 Uhr nicht mal für eine Nachbesprechung mit seinen Iron-Lynx-Ingenieuren an der Sarthe blieb, sondern bereits um 12:30 Uhr mit seinen Kollegen per Privatjet nach Amsterdam reiste, ehe man um 14:20 Uhr - also etwas mehr als zwei Stunden vor dem Rennstart - mit dem Hubschrauber in Zandvoort eintraf.

"Die Strecke in Le Mans ist so lang, da kannst du deinen Ingenieur auf der Inlap schön zutexten", erklärt Bortolotti, der vergangenes Wochenende beim 24-Stunden-Klassiker mit seinen Kollegen Daniil Kwjat und Edoardo Mortara bei einer schwierigen Premiere mit dem Lamborghini SC63 auf Platz zehn ins Ziel kam.

"Ein großes Dankeschön dafür, dass wir auf beiden Hochzeiten tanzen konnten", richtet Bortolotti dem ADAC aus, der den Doppeleinsatz mit der Verschiebung des DTM-Rennens auf 16:30 Uhr ermöglichte.


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