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Cockpit-Rückkehr nach Wirbelbruch: Auer überrascht in Hockenheim mit Topzeiten

  • Aktualisiert: 28.04.2023
  • 09:45 Uhr
  • Motorsport-Total
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© Alexander Trienitz

In welchem Rahmen Lucas Auer nach dem Daytona-Crash ins Cockpit zurückkehrte, wie schnell er war und wie man den Monat bis zum DTM-Saisonauftakt nutzen will

Genau einen Monat vor dem DTM-Saisonauftakt in Oschersleben und drei Monate nach seinen Wirbelbrüchen beim Daytona-Crash ist Vizemeister Lucas Auer am Donnerstag ins Cockpit zurückgekehrt: Der 28-jährige Österreicher fuhr beim Testtag vor dem GTC-Race-Saisonauftakt in Hockenheim im Rahmen des ADAC-Racing-Weekends in seinem Mercedes-AMG GT3 insgesamt 66 Runden.

Und beeindruckte mit absoluten Topzeiten: In der Abend-Session fuhr Auer in seinem Winward-Mercedes, den er auch dieses Jahr in der DTM steuern wird, eine persönliche Bestzeit von 1:37.911. Damit wäre er im Vorjahr im ADAC GT Masters beinahe auf der Poleposition gestanden.

Zur Erinnerung: Der diesjährige Bernhard-DTM-Pilot Ayhancan Güven fuhr am 23. Oktober beim zweiten Qualifying im Joost-Porsche eine 1:37.899 und war um nur zwölf Tausendstel schneller als Auer beim Test-Comeback.

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Auer hätte noch schneller fahren können

Und die Bedingungen sind durchaus vergleichbar: Im ADAC GT Masters kamen wie bei Auer in Hockenheim die Pirelli-Reifen zum Einsatz. Und die Temperaturen waren am 27. April mit knapp unter 20 Grad sogar etwas höher als damals beim morgendlichen Qualifying, was sich negativ auf die Motorleistung auswirkt.

Eine Analyse der Rundenzeiten ergibt, dass bei Auer sogar noch mehr möglich gewesen wäre: Wenn der Winward-Pilot seine schnellsten Sektoren des Tages in einer Runde vereint hätte, wäre er sogar um 0,144 Sekunden schneller gewesen und auf 1:37.767 gekommen. Im Gesamtklassement war Auers Mercedes das schnellste von sechs GT3-Autos. Bessere Zeiten fuhren in einem Feld von 22 Boliden nur die LMP3-Piloten.

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Ermutigend: Erster Stint dauerte gleich zwölf Runden

Ermutigend ist aber vor allem, dass Auer den ganzen Tag lang im Einsatz war und die etwas mehr als drei Stunden Testzeit hervorragend nutzte: In der ersten von vier kurzen Sessions, die um 9:00 Uhr gestartet wurde, war der Kufsteiner sofort auf der Strecke und setzte als einer der ersten ernsthafte Rundenzeiten.

Sein erster Stint dauerte gleich mal zwölf Runden, was nach seinen schweren Verletzungen ein gutes Zeichen ist.

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So sieht der Plan für Lucas Auer aus

Wie es nun mit Auer weitergeht? Das wird davon abhängen, wie sich der Österreicher nach dem Test fühlt. Beim offiziellen DTM-Test in Spielberg vor zwei Wochen, bei dem er noch nicht im Auto saß und Teamkollege David Schumacher die gesamte Testarbeit übernahm, meint er jedenfalls, dass er nach seiner intensiven Reha keine Schmerzen mehr habe.

Winward-Teamchef Christian Hohenadel, der in Hockenheim nicht anwesend war, möchte Auer vor dem DTM-Saisonauftakt noch die Möglichkeit geben, sich bei privaten Testfahrten auf die Pirelli-Reifen einzuschießen. Auer hat sich in den vergangenen Jahren vor allem auf die DTM konzentriert, in der Michelin-Reifen zum Einsatz kamen.

Im Vorjahr absolvierte Auer aber auch fünf Läufe der GT-World-Challenge-Europe-Langstreckenserie. Das könnte sich nun bezahlt machen, denn in der SRO-Serie wurden wie dieses Jahr in der DTM die DHF-Reifen von Pirelli genutzt.