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Teamchef Naundorf erklärt: Wieso das Rowe-Team nach einem DTM-Jahr geht

  • Aktualisiert: 24.02.2022
  • 16:55 Uhr
  • Motorsport-Total
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© BMW
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Der Teamchef des Rowe-Teams erklärt, wie es dazu kam, dass sein BMW-Rennstall nach nur einem Jahr die DTM verlässt und wieso der neue Auftrag so wertvoll ist

Das Rowe-Team von Hans-Peter Naundorf war im Jahr 2020 einer der ersten Rennställe, der sich wegen des enormen Potenzials klar für eine GT3-DTM eingesetzt haben. Nach nur einer Saison steigt die Mannschaft aus St. Ingbert nun aber wieder aus und konzentriert sich mit dem neuen BMW M4 GT3 auf die Langstrecke. Was ist der Grund für diesen überraschenden Schritt?

"Die Entscheidung hat nichts damit zu tun, dass ich die DTM gut oder schlecht fand, oder wir - wie vielleicht einige meinen würden - den sportlichen Erfolg nicht durch die ganze Saison bringen konnten", so Naundorf im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Wir scheuen weder einen sportlichen Misserfolg noch haben wir jemals irgendwo aufgehört, weil wir gesagt haben: Das können wir nicht", erklärt der Teamchef, dessen Rennstall bereits im Jahr 2014 mit dem ADAC GT Masters in einer Sprintserie aktiv war und man sich trotz einer Saison ohne Podestplatz mit der DTM 2021 erneut dem Sprintformat stellte.

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"Haben uns nicht gegen die DTM entschieden"

Beim Entscheidungsprozess über die Zukunft seien aber unter anderem "die zwei Hauptpartner mit an Bord gewesen, die sich das Thema auch angeschaut haben", verweist Naundorf auf BMW und Teambesitzer Rowe, ein Mineralölunternehmen. "Und dann hat man geschaut, welche Aufgaben es für dieses Jahr gibt - und womit ich meine Partner animieren kann, diese Tätigkeit weiterzumachen."

Dabei habe man sich "gar nicht gegen etwas entschieden", stellt Naundorf klar, sondern sei zum Schluss gekommen, dass die nun anstehenden Langstrecken-Aufträge "einfach besser zu uns passen".

Warum man Langstrecke besser kann als Sprint

Warum man Langstrecke besser kann als Sprintrennen? "Wir haben hier ein Team mit der Ambition aufgebaut, Langstrecke zu fahren", erklärt Naundorf, dessen Team vor allem bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps eine einzigartige Bilanz vorweisen kann: 2016 und 2020 triumphierte man, 2018 und 2019 wurde man jeweils Zweiter.

"Ich glaube, wir haben das Thema Langstrecke für dieses Niveau an Einsatzqualität sehr gut optimiert. Dafür braucht man ein bestimmtes Personal mit bestimmten Eigenschaften und Qualitäten", spielt er darauf an, dass man im Vergleich zu anderen Teams eher auf Festangestellte setzt, die man für die Langstrecke ausgebildet hat, als auf Freelancer. Dadurch ist man weniger flexibel.

"Ein Kurzstrecken-Rennen, wie es die DTM ist, erfordert ein ganz anderes Vorgehen im Engineering-Bereich, wie man die Performance aus den Autos rausholt", erklärt er. " Im Sprint sind zwei, drei Dinge wahnsinnig wichtig für die Gesamt-Performance und haben einen großen Anteil, während das im Langstreckenbereich breiter verteilt ist. So baust du auch deine Leute auf - und dein Team, das Wissen, das passende Equipment."

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Mehrjähriger GTWCE-Auftrag sorgt für Planungssicherheit

In dieser breiteren Aufstellung liegt laut Naundorf eine der Stärken des Team: "Das haben wir uns erarbeitet, und diese Stärke haben wir auch gewahrt. Und natürlich haben dann auch Leute gesagt: Da seid ihr stark - und wir würden auch gerne weiter in euch investieren."

Warum man sich noch entschlossen hat, der DTM nach einer Saison ohne Podestplatz den Rücken zu kehren und neben den traditionellen Nordschleifen-Aktivitäten in der GT-World-Challenge Europe (GTWCE) mit zwei Boliden an den Start zu gehen?

"Das Programm, das wir schnüren konnten, ist wirklich attraktiv - und es ist nicht nur kurzfristig", verweist er auf den werksunterstützten Auftrag, der auch das BMW-Juniorteam miteinbezieht und über mehrere Jahre läuft.

"Auch das ist ein wichtiges Thema, denn das gibt dir in Zeiten wie diesen eine gewisse Sicherheit und Planbarkeit. Außerdem fühlen wir uns dort wohl, denn wir hatten im Langstreckenbereich unsere größten Erfolge."


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