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Motorsport DTM

Walter Röhrl in der DTM: "Hat mir Spaß gemacht, es den anderen zu zeigen"

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© Audi AG
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Rallye-Legende Walter Röhrl war nicht nur für seine Extraklasse auf unbefestigtem Untergrund bekannt, sondern zeigte auch auf der Rundstrecke, was er drauf hat: 1990 holte ihn Audi als Teamkollege von Hans-Joachim Stuck in die DTM - mit dem Ziel, dem Ex-Formel-1-Piloten im Titelkampf zu helfen.

Nachdem Röhrl schon beim Debüt auf dem Norisring Stuck den Sieg geschenkt hatte, gewann er sein einziges DTM-Rennen auf dem Nürburgring. "Es hat unheimlich Spaß gemacht, den Rennfahrern zu zeigen, dass es einen gibt, der es besser kann als sie", gibt Walter Röhrl in einem exklusiven Interviewfilm zu, der auf dem YouTube-Kanal von Motorsport-Total.com zu sehen ist.

"Es war für mich immer wieder toll, das habe ich genossen", sagt. "Aber gegeben hat es mir nichts."

Wie es Röhrl auf die Rundstrecke verschlagen hat

Denn Röhrl fühlte sich in der Rundstrecken-Welt, in der an jedem Detail gefeilt wird, trotz seines Speeds teilweise wie ein Fremdkörper. Zuerst habe ihn Opel gefragt, ob er Autorennen fahren wolle, "dann war es Lancia, die wollten, dass ich mit Patrese Langstrecke fahre", denkt er an den Anfang der 1980er-Jahre zurück.

"Ich habe gesagt: Ja, mach ich, weil wahrscheinlich macht es mich beim Autofahren noch perfekter. Aber die große Freude habe ich nie gefunden, außer auf der Nordschleife. Das war für mich Autofahren! Da habe ich gesagt: Wenn Rennstrecken so wären, wäre ich auch gern Rennfahrer geworden."

Doch heute gesteht er: "Ich war kein guter Rundstrecken-Fahrer." Und denkt an seine DTM-Saison 1990 bei Audi zurück. "Nach dem Training hat sich der Biela oder der Jelinski und der Stuck drei Stunden mit dem Ingenieur unterhalten, was sie alles ändern müssen", so Röhrl.

Set-up-Tüftelei? "Mit Lenkrad kann ich alles ändern"

"Ich habe gesagt: Was ändern? Ich habe ein Lenkrad im Auto, damit kann ich alles ändern. Und so fahre ich - aus, basta!" Man bekomme ohnehin kein krummes Auto, daher könne man alles am Steuer regeln. "Wenn das hinten weggeht, dann mache ich mal so, dann habe ich es wieder unter Kontrolle. So darf ein Rennfahrer nicht sein."

Gerhard Berger habe ähnlich getickt, sieht Röhrl Parallelen mit dem ehemaligen Formel-1-Piloten, der später DTM-Chef war. "Das war ein großes Talent. Der war beim ersten Training immer schneller als der Senna. Bloß ist der Berger dann mit seinen Weibern unterwegs gewesen - und der Senna hat drei Stunden lang mit dem Ingenieur gesprochen. Das war der Unterschied."

Welchem Rundstrecken-Triumph Röhrl nachtrauert

Auch wenn Hans-Joachim Stuck einmal meinte, dass Röhrl auch das Zeug für die Formel 1 gehabt hätte, winkt dieser ab: "Glaub ich nicht. Da musst du anders gestrickt sein als ich, musst technisch mehr interessiert sein." Dennoch hätten ihm die Ausflüge auf die Rundstrecke "viel gebracht", sagt er.

Er sei danach auch auf der Rallyepiste "einen saubereren Strich" gefahren als davor, auch wenn sich der Genuss in Grenzen hielt. Mit einer Ausnahme - der Nürburgring-Nordschleife. "Da habe ich aber leider Gottes Pech gehabt, dass ich nie die 24 Stunden gewonnen habe", trauert er dem Sieg nach.

"Immer war irgendwas. 1993 haben wir um elf Uhr zu Mittag mit drei Runden Vorsprung - das sind 60 Kilometer - geführt, bis eine Kleinigkeit an der Kupplung kaputt gegangen ist."


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