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"Wenn etwas passiert, bin ich bereit!"

Formel E: David Beckmann spricht über Rookie-Test und mögliche Porsche-Rolle

  • Aktualisiert: 26.04.2023
  • 15:20 Uhr
  • Motorsport-Total
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© Motorsport Images
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David Beckmann hat am Montag den Rookie-Test der Formel E bestritten - Vorbereitung auf den Ernstfall, sollte er als Reservefahrer einspringen müssen

"Ich fühle mich bei Porsche mit meinen Teamkollegen sehr wohl und freue mich über den Rookie-Test, denn ins Auto zu steigen ist das Größte für einen Rennfahrer", sagt Porsche-Reservefahrer David Beckmann im Rahmen des E-Prix in Berlin, wo der gebürtige Iserlohner am Rookie-Test teilnahm. Der 22-Jährige ist der Ersatzmann für Pascal Wehrlein und Antonio Felix da Costa, falls einer der beiden Stammpiloten nicht an einem Formel-E-Rennen teilnehmen kann und auch Andretti kann auf ihn zurückgreifen.

Beckmann sieht den Test als Vorbereitung für den Ernstfall, denn sollte einer der beiden Stammfahrer ausfallen, müsste der Youngster ohne große Vorbereitungszeit ins Cockpit steigen und Leistung bringen. Deshalb sei es beim Rookie-Test wichtig gewesen, "so viele Runden wie möglich zu fahren", um "Daten für mich und das Team zu sammeln", erklärt Beckmann. Neben der eigenen Erfahrung sammelte der Deutsche auch Informationen, die seinen Teamkollegen in der Saison 2023 helfen können.

"Wir können dort auch Dinge testen, für die wir an einem Rennwochenende keine Zeit haben. Für mich geht es darum, Dinge mitzunehmen und mich an das Auto zu gewöhnen", sagt Beckmann, der bereits 2022 ein paar Runden in einem Formel-E-Auto gedreht hat, in Berlin aber zum ersten Mal einen ganzen Tag in einem elektrischen Gen3-Boliden saß. "So kann ich mich an das Auto gewöhnen, falls ich an einem Rennwochenende einspringen muss, falls etwas passiert. Dann bin ich viel besser vorbereitet", sagt er.

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Wie stehen die Chancen auf einen Rennstart?

David Beckmann im Porsche beim Rookie-Test der Formel E in Berlin 2023
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Formel E: Beckmann über Rookie-Test und mögliche Porsche-Rolle

David Beckmann hat am Montag den Rookie-Test der Formel E bestritten - Vorbereitung auf den Ernstfall, sollte er als Reservefahrer einspringen müssen

  • 26.04.2023
  • 15:20 Uhr

Ein solches Szenario könnte sich für die Saison 2023 abzeichnen, denn Andretti-Pilot Andre Lotterer geht parallel zur Formel E auch bei den 24h von Le Mans im Porsche 963 Hybrid an den Start. Der erste offizielle Test für den Langstreckenklassiker findet am 4. Juni statt, die Formel E ist zeitgleich vom 2. bis 4. Juni in Jakarta zu Gast. "Offiziell bin ich aber nur für den Rookie-Test bestätigt", stellt Beckmann klar. "Wenn etwas passiert, entscheidet Porsche, wer einspringt, und Andretti hat das bei sich auch in der Hand." Porsche-Pilot da Costa wird trotz seiner Teilnahme in Le Mans in der Formel E starten.

Sollte sich durch die Überschneidung die Möglichkeit ergeben, dass Beckmann sein Debüt in der Formel E gibt, will er sein Bestes geben, um "das Rennwochenende für das Team so gut wie möglich zu gestalten". Ein solcher Einsatz könnte für den jungen Ersatzfahrer auch ein wichtiger Baustein bei der Bewerbung um ein Vollzeitcockpit in der Formel E sein, denn eines Tages alle Rennen der Weltmeisterschaft zu bestreiten, das ist Beckmanns Ziel.

"Dieses Jahr bin ich noch Ersatzfahrer, aber mein Ziel ist es, eines Tages in der Formel E Fuß zu fassen, das ist ganz klar", sagt der 22-Jährige über seine Pläne. "Was am Ende passiert, weiß ich noch nicht. Das entscheiden viele Leute und es hängt von den Umständen ab, ob Cockpits frei werden. Ich konzentriere mich auf dieses Jahr, um den bestmöglichen Job zu machen. Damit kann ich meinen Wert nur steigern und dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, Stammfahrer zu werden."

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Formel E hat derzeit Priorität

Beckmann durchlief in seiner Karriere die typische Formelsport-Karriereleiter und kämpfte sich bis in die Formel 2 hoch, bevor er den Schritt in die Formel E wagte. Zuletzt war die Leitung zwischen den Teams und Beckmann der heiße Draht, wenn schnell Ersatz gebraucht wurde. Beckmann hat als Springer viele solide Ergebnisse eingefahren und war den Teams damit eine große Hilfe. Noch heute sagt Beckmann, dass er "an der Formel 2 hängt", weil es "für jeden jungen Fahrer schön ist, im Formel-1-Zirkus dabei zu sein".

Das Ziel, es eines Tages in die Formel 1 zu schaffen, hat Beckmann noch nicht aufgegeben, denn schon als Sechsjähriger träumte er davon, einmal in der Königsklasse zu starten. "Diesen Traum möchte man so lange wie möglich am Leben erhalten", sagt er und verweist auf Nyck des Vries, der in der Saison 2023 für Williams an den Start gehen wird. Auch der ehemalige Formel-2-Champion nahm den Umweg über die Formel E, die er in der Saison 2020/21 gewann, um zwei Jahre später in die Königsklasse aufzusteigen.

"Die Formel 1 ist nicht besser als die Formel E, aber es ist ein Kindheitstraum, den ich seit 20 Jahren in mir trage", so Beckmann. "Im Moment liegt mein Fokus aber nur auf der Formel E. In der Formel 2 geht es auch um die finanziellen Möglichkeiten, die für mich derzeit nicht möglich sind, aber selbst wenn sich etwas ergibt, ist es nicht so einfach, denn die Formel E hat immer Priorität, Überschneidungen zu regeln. Wenn es keine Überschneidungen gibt, müsste ich das erst mit Porsche abklären, ob das überhaupt möglich ist."

Zweites Standbein in der Langstrecken-WM

Dass er bei vielen Formel-2-Teams auf der Kurzwahl steht, freut Beckmann, der sich freut, dass seine Qualitäten als Ersatzfahrer im Formel-2-Fahrerlager anerkannt werden. "Gratis Formel 2 fahren ist immer toll", sagt er. "Wenn so etwas wieder passieren würde, wäre ich bereit und würde das mit Porsche abklären. Dann wäre das sicher eine Möglichkeit, aber ich denke, dass in den nächsten Monaten nichts passieren wird, weil die Fahrer gesetzt sind." Erst wenn die ersten Piloten kein Budget mehr hätten, sei "etwas möglich", dann müsse aber auch Porsche mitspielen.

Zuletzt gab Beckmann sein LMP2-Debüt in der Langstrecken-WM (WEC) und holte mit Ye Yifei und Will Stevens in Sebring gleich einen Sieg. In Portimao kam er gemeinsam mit da Costa und Yifei als Fünfter ins Ziel. In der Saison 2023 fährt Porsche zudem in der US-amerikanischen IMSA-Serie mit einem 963 LMDh Hybrid, der in Long Beach erstmals in der Victory-Lane stand. Die neuen Hypercars (WEC) und GTP-Boliden (IMSA) bilden die neue Speerspitze der Prototypen und sind aufgrund der Werksengagements für viele Profi-Rennfahrer sehr interessant.


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