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Charles Leclerc zu Mercedes? Das sagt Ralf Schumacher

  • Aktualisiert: 28.04.2023
  • 13:15 Uhr
  • Motorsport-Total
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© Motorsport Images
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Ralf Schumacher schließt nicht aus, dass Charles Leclerc aus dem Frust über den sportlichen Misserfolg heraus die Entscheidung treffen könnte, Ferrari zu verlassen.

Ralf Schumacher kann sich gut vorstellen, dass Charles Leclerc, frustriert von der sportlichen Situation bei Ferrari, darauf hofft, dass Lewis Hamilton am Saisonende seine Karriere beendet, um 2024 womöglich zu Mercedes wechseln zu können.

Und das, obwohl Leclerc eigentlich bis Ende 2024 vertraglich an Ferrari gebunden ist. Doch Schumacher geht davon aus, dass er "eine Möglichkeit rauszugehen" hat, wenn die Performance des Ferrari-Teams gewisse Kriterien nicht erfüllen sollte. Und aktuell liegt Leclerc mit sechs Punkten aus drei Rennen nur an zehnter Stelle der Formel-1-WM 2023.

Schumacher spielt außerdem auf angebliche Spannungen zwischen Leclercs Manager Nicholas Todt und Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur an, die früher beim Nachwuchsteam ART Geschäftspartner waren und angeblich im Unfrieden auseinandergegangen sind. Das sei für die Stimmung im Team "nicht so ganz optimal".

"Und deshalb könnte ich mir schon vorstellen, dass Charles Leclerc vielleicht darauf hofft, dass Lewis Hamilton keine Lust mehr hat", analysiert Schumacher beim April-Stammtisch für Kanalmitglieder auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de, der am Montagabend stattgefunden hat.

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Ralf Schumacher: Aus Emotion kann eine Entscheidung werden

Der Sky-Experte schließt nicht aus, dass Leclerc die Zusammenarbeit mit Ferrari vorzeitig beendet: "Die Frage ist: Fühlt er sich noch wohl? Was passiert im Hintergrund? Wer kommt da jetzt alles neu dazu? Das ist ganz entscheidend. Fühle ich mich dann noch zu Hause?"

"Aus Emotionen wird schnell eine Entscheidung, und dann ist einem Fahrer egal, wo er gerade ist, sondern er sagt: 'Hey, ich kann hier nicht mehr so performen, wie ich möchte, ich fühle mich nicht mehr zu Hause und ich möchte jetzt was Neues machen.' Und das kann auch bei Charles Leclerc passieren", glaubt Schumacher.

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Das sagt Leclerc selbst über die Gerüchte

Denn dass der 25-jährige Ferrari-Fahrer über seine derzeitige Situation nicht glücklich ist, das ist unstrittig. Sogar Leclerc selbst sagt: "Die Performance ist nicht so, wie wir uns das für den ersten Teil der Saison vorgestellt haben. Die ersten drei Rennen waren für mich eine Katastrophe."

Und jetzt wechselt auch noch der hochangesehene Sportdirektor Laurent Mekies als Teamchef zu AlphaTauri und verlässt somit Ferrari: "Wir hatten eine wirklich gute Beziehung zu Laurent. Aber wir alle verstehen, dass das eine tolle Chance für ihn ist. Ist halt jetzt so. Ein Team besteht nicht nur aus einer Person. Und ich habe großes Vertrauen in Freds Pläne."

Vasseur habe ihm "ganz offen" erklärt, "was er erreichen möchte und wie er das erreichen möchte. Und dadurch habe ich jetzt wahrscheinlich mehr Vertrauen denn je. Die Dinge sind in Bewegung. Aber ich bin zuversichtlich für die Zukunft."

Das klingt nicht so, als wäre Leclerc schon auf dem Absprung. Die Gerüchte, er könne auf Hamiltons Mercedes-Cockpit hoffen, basieren derzeit auf Medienspekulationen. Die könnten auch zum üblichen Poker in der "Silly Season" der Formel 1 dazugehören. Schließlich muss Toto Wolff einen Plan B haben, sollte Hamilton wirklich aufhören.

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Leclerc: Ferrari ist sein Lebenstraum

"Ich bin bei Ferrari voll engagiert", unterstreicht Leclerc und betont: "Ich liebe Ferrari. Es war immer mein Traum, für dieses Team zu fahren. Und mein Hauptziel ist, mit diesem Team Weltmeister zu werden." Daher dementiert er alle Gerüchte: "Nein, das ist nichts, was in meinem Kopf vorgeht."

Auf die konkrete Nachfrage, ob Wolff bereits bei ihm angerufen habe, entgegnet er: "Nein, null." Und schaut in die Gesichter der rund um ihn gescharten Journalisten, wenn er sagt: "Ihr lacht alle, weil ihr mir nicht glaubt, oder?"

"Der Schritt, den wir machen müssen, ist ein wirklich großer. Das ist uns vollkommen bewusst. Ich bin der Erste, dem das bewusst ist. Aber wenn ich mir ein Team aussuchen muss, dem ich das zutraue, dann ist es Ferrari. Ich weiß, was im Team vorgeht und was wir gerade planen, und ich bin diesbezüglich sehr zuversichtlich", sagt Leclerc.

Vasseur möchte Ferrari um Leclerc herum aufbauen

Gespräche über eine Vertragsverlängerung über 2024 hinaus habe es bisher aber nicht gegeben: "Das werden wir im Laufe der Saison angehen", kündigt Vasseur an. "Er steht ja noch für mehr als ein Jahr unter Vertrag. Wir haben Zeit, das zu besprechen, und ich mache mir keine Sorgen. Jetzt ist nicht der richtige Moment dafür."

Vasseur versteht aber den Frust seines Fahrers: "Es würde mich stören, wenn er mit der aktuellen Situation zufrieden wäre. Aber wir standen zweimal in der ersten Startreihe, sind einmal ausgeschieden, hatten einmal eine Strafe. Melbourne war nicht das beste Wochenende seines Lebens. Klar, dass er frustriert ist. Es ist ein Drama, und das muss aufhören."

"Wir haben intern über die Situation gesprochen, und ich sehe es positiv, dass er so frustriert ist. Wir müssen verstehen, was schiefgelaufen ist. Das haben wir gemeinsam diskutiert. Und darüber gesprochen, wie wir es besser machen können. Aber wir können Charles nicht dafür verurteilen, dass er enttäuscht ist."

"Er ist bei der Sache kein Zuschauer, sondern er ist Teil des Projekts. Er ist in die Weiterentwicklung integriert, und er hat die Performance auf der Strecke zum Teil selbst in der Hand. Solange auch er seinen Teil leistet, sind wir auf einem guten Weg."

"Jedes Team ist um die Fahrer aufgebaut. In den letzten 20 Jahren haben die großen Erfolgsgeschichten immer Zeit gebraucht. Aber jedes dieser Teams war immer um einen Fahrer herum aufgebaut. Auch bei Mercedes, mit Lewis. Oder Michael und Ferrari, Alonso und Renault. Es gibt tonnenweise Beispiele dafür."

"Charles ist eine wichtige Stütze unserer Performance, und er muss im Cockpit und außerhalb des Cockpits seine Rolle spielen. Er ist da der gleichen Meinung. Und ich bin felsenfest überzeugt davon, dass er das nötige persönliche Engagement dafür einbringt", unterstreicht Vasseur.

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Hamilton beobachtet Gerüchteküche gelassen

Hamilton macht sich indes keine Sorgen, dass er Leclerc im Poker um einen neuen Mercedes-Vertrag übersehen könnte: "Einige Fahrer haben Kontakte zu anderen Teamchefs. Aber ich fühle mich wohl, wo ich bin, ich liebe mein Team und bin dankbar für die Reise, die wir hinter uns haben. Wir blicken in die Zukunft. Auf meine Zukunft wirkt sich das alles nicht aus."


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