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Olympische Winterspiele in Italien

Olympia 2026: Die Bus‑Spiele - Transport‑Chaos in den Dolomiten

  • Aktualisiert: 10.02.2026
  • 15:45 Uhr
  • Philipp Kubießa und Magda Stocker

Die ran-Reporter bei den Olympischen Spielen würden gerne noch mehr von vor Ort berichten - doch dazu müssten sie erstmal zu den Wettkampfstätten kommen. Stattdessen warten sie wie Fans und Athleten auf den Bus.

Aus Italien von den Winterspielen berichten Philipp Kubießa und Magdalena Stocker

Die Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina 2026 liefern sportlich Weltklassemomente.

Doch abseits der Strecken, Bahnen und Arenen kommt ein anderes Spektakel zum Vorschein: die Bus‑Spiele.

Ein täglicher Wettkampf, bei dem Zuschauer, Athleten, Volunteers und Medien nicht um Medaillen kämpfen – sondern darum, überhaupt rechtzeitig anzukommen.

Schon in den ersten Tagen zeigen sich massive Probleme im olympischen Verkehrssystem: Busse kommen nicht, Fahrer kennen die Strecken nicht, Shuttles fahren an Wartenden vorbei, wichtige Linien fallen aus.

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Olympia 2026: Warten gehört zum Programm

Wer hier an einer Haltestelle steht, weiß nie, was passiert. Kommt ein Shuttle? Und wenn ja: Fährt es dahin, wo man hin muss? Und für welche Kategorie: Zuschauer, Medien, Athleten?

Viele Busse tauchen gar nicht auf - oder sie fahren an Wartenden einfach vorbei, obwohl Platz wäre.

Die offizielle Transport-App wirkt gut gemeint, hilft aber wenig. Linien existieren auf dem Display, doch in der Realität oft nicht. Hat ein Bus auch nur eine Minute Verspätung, wird er in der App einfach nicht mehr angezeigt.

Und wenn ein Bus mal kommt, folgen direkt danach zwei, drei weitere. Man schiebt sich dann in kaum gefüllten Bussen in einer Kolonne die Gebirgsstraßen entlang.

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VIDEO: Vonn-Schock! So reagieren die Fans

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Transport bei Olympia: Geisterbusse und Sommerreifen im Schnee

Noch krasser beschreibt ein Hotelbesitzer in Toblach die Anfänge: drei Wochen vor Beginn der Spiele geisterten die ersten Busse aus Süditalien über die Straßen. Zuschauer zum Mitnehmen waren noch nicht da, dazu wenige Athleten, nur die Volunteers.

Viele Busse waren anfangs mit abgefahrenen Sommerreifen unterwegs, während im Hochgebirge Schnee fiel. Die Straßen nach Cortina sind nur mit Schneeketten zu befahren. Doch diese fehlen oder man verzweifelt beim Montieren.

Dass verschiedene Busfirmen für unterschiedliche Shuttle-Kategorien zuständig sind, erschwert alles zusätzlich: Ersatzbusse dürfen nicht einspringen, selbst wenn sie direkt danebenstehen.

Das führt zu absurden Szenen: Ein Bus hält, der Fahrer öffnet die Tür - und sagt, er könne jemanden "mitnehmen", der eigentlich in ein ganz anderes Tal muss. Hauptsache, man kommt irgendwo näher ans Ziel.

Transport bei Olympia: Improvisation im Minutentakt

Die Dolomiten sind schön – aber im Winter schwer befahrbar. Enge Kurven, steile Rampen, Schneeglätte. Fahrer müssen anhalten, um entgegenkommende Busse durchzulassen.

In der Nacht geht bei voller Fahrt im Bus plötzlich die Innenbeleuchtung an - und der Fahrer studiert einen A4‑Zettel auf dem Lenkrad, weil er sich neu orientieren muss.

Trotz des Chaos bleibt vieles menschlich: Die Fahrer sind freundlich, bieten sich als Mitfahrgelegenheiten an und nehmen die Wartenden einfach mit. Doch Organisation sieht anders aus.

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Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele: Der Tag, an dem das System kollabierte

Am Tag der Eröffnungsfeier wurde der Shuttle‑Verkehr für Akkreditierte sogar fast komplett eingestellt.

Während Zuschauer weiterhin in Richtung Cortina gefahren wurden - teils sogar in leeren Bussen - kamen Athleten und Offizielle nicht mehr hinein und warteten danach auf Busse, die niemals auftauchten.

Ein System, das in der Theorie perfekt geplant wirkte, brach in der Praxis an genau dem Tag zusammen, der am perfektesten laufen sollte.

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Olympia 2026: Auch die Fans hängen fest

Auch die Zuschauer kämpfen mit langen Wartezeiten und ausfallenden Shuttles. Besonders betroffen: Die neuralgische Verbindung Antholz - Toblach - Cortina.

Bei mehreren Wettbewerben wie der Damen-Abfahrt oder der Biathlon-Mixed-Staffel kamen zahlreiche Zuschauer in der Südtirol Arena erst mitten im Wettbewerb an.

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Das erste Learning der Spiele: Einsteigen, wenn's möglich ist

Nach den ersten Olympia-Tagen kristallisiert sich eine bittere Wahrheit heraus:

Wenn ein Bus anhält - einsteigen. Egal wohin. Eine Teilstrecke ist besser als keine. Und dein eigentlicher Bus könnte nie kommen.

So navigieren mittlerweile viele Akkreditierte und Zuschauer durch die Dolomiten: pragmatisch, spontan, immer in Bewegung.

Die eigentliche Challenge dieser Winterspiele spielt sich für viele nicht auf Schnee und Eis ab - sondern an Haltestellen, Serpentinen und Shuttle-Terminals im Herzen der Dolomiten.

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