Thaddeus Moss ist der Sohn von Randy Moss (kleines Foto) und steht mit den L... - Bildquelle: imagoThaddeus Moss ist der Sohn von Randy Moss (kleines Foto) und steht mit den LSU Tigers im Finale um die College-Meisterschaft © imago

Baton Rouge / München - Randy Moss jubelte auf der Tribüne, als sein Sohn Thaddeus im College-Halbfinalspiel seiner LSU Tigers gegen Oklahoma einen Touchdown-Pass fing. Niemand weiß besser als er, wie sich solche Momente des Triumphes anfühlen.

Randy Moss spielte von 1998 bis 2012 in der NFL, fing insgesamt 82 Touchdown-Pässe, war in fünf Spielzeiten Receiving-Touchdown-Leader, stellte Rekorde auf und wurde 2018 in die Hall of Fame aufgenommen. Kurzum: Randy Moss ist einer der besten Passempfänger aller Zeiten. 

 

Der größte Erfolg im Leben eines Sportlers blieb ihm dennoch vorenthalten – und zwar ein Titel. Weder im College-Football noch in der NFL feierte Randy Moss eine Meisterschaft. Dies könnte nun aber seinem Sohn Thaddeus gelingen, der in der Nacht vom 13. auf den 14. Januar (ProSieben MAXX und ran.de übertragen live ab 1:45 Uhr) im Finale um die College-Meisterschaft auf die Clemson Tigers trifft.

Ob der 21-jährige Thaddeus Moss, der als Tight End aktiv ist, später dann auch im Stil seines Vaters in der NFL durchstartet?

Es hat jedenfalls lange gedauert, bis der 1,91 Meter große Passempfänger überhaupt auf der Bildfläche erschien. In der Saison 2016, seiner ersten Spielzeit in der NCAA, wurde er bei den NC State Wolfpack sehr sparsam eingesetzt und fing lediglich sechs Pässe für 49 Yards. "Ich habe mich dort nicht wohlgefühlt und war mit meinem Spiel nicht zufrieden. Ich wusste, wenn ich mein ultimatives Ziel erreichen wollte, und das ist nun einmal die NFL, ist das nicht der richtige Ort für mich", erzählt Thaddeus Moss.

Sperre, Verletzung, Operationen

Seine Konsequenz: Moss forcierte einen Wechsel zur Louisiana State University. "Die LSU war die erste Schule, mit der ich gesprochen hatte, nachdem ich den Bundesstaat North Carolina verlassen hatte." Nur fünf Tage lagen damals zwischen dem Erstkontakt und der Einigung.

Teamwechsel waren für Thaddeus Moss nicht ungewöhnlich. An der High School hatte er das Kunststück fertig gebracht, innerhalb von vier Jahren für fünf unterschiedliche Schulen zu spielen – und zwar in vier verschiedenen Bundesstaaten.   

Doch der College-Wechsel nach Louisiana blieb nicht ohne Folgen. Aufgrund der NCAA-Regularien musste der junge Moss zunächst eine komplette Spielzeit aussetzen. 2018, als er endlich wieder am Spielbetrieb teilnehmen durfte, war er voller Tatendrang. Dann der große Rückschlag: Moss erlitt eine schwere Fußverletzung, musste gleich zwei Mal operiert werden und verpasste die komplette Saison.

Bedeutet also: Als er nun dem ersten Saisonspiel im Jahre 2019 entgegenblickte, hatte er fast drei Jahre kein Footballspiel mehr bestritten. In solch einer Situation kann es hilfreich sein, eine Football-Legende als Vater zu haben.  

Persönliches Workout mit Vater Randy Moss

Thaddeus und Randy Moss haben ein enges Verhältnis. Nicht ohne Grund deckten die beiden bei der Ehrung von Randy Moss gemeinsam die Hall-of-Fame-Figur auf.

"Er hat mir immer gesagt, dass er in meiner Ecke ist, wenn ich ihn brauche", sagt Thaddeus Moss über seinen Vater: "Und zwar in allen Bereichen – ob nun im Leben, in der Schule, im Football oder in Beziehungen. Aber er war noch nie ein Helikopter-Elternteil, das ständig über mir schwebt. Ich weiß aber, dass er da ist, wenn ich ihn brauche."

Als die Saison 2019 näher rückte, war solch ein Moment gekommen. Aufgrund der mangelnden Spielpraxis fühlte er sich unsicher. Also taten sich Vater und Sohn zusammen, um einige Tage gemeinsam zu trainieren. "Danach wusste ich, dass ich endlich bereit bin", erzählt Thaddeus Moss. "Als ich dann im Juli hier zur Mannschaft stieß, fühlte ich mich rundum gut. Ich hatte keine Probleme, musste nicht einmal zusätzliche Schichten im Trainingsraum absolvieren."

Ein LSU-Rekord für Tight Ends aufgestellt

Die Zahlen geben ihm recht: Mit 42 gefangenen Bällen stellte er an der LSU einen neuen Rekord für Tight Ends auf. Seine weitere Bilanz: 534 Receiving Yards, ein Durchschnitt von 12,7 Yards pro Catch, zudem zwei Touchdowns. Manche seiner Catches sind so spektakulär, dass unweigerlich Erinnerungen an seinen Vater aufkommen.

Joe Brady, der Passing Game Coordinator & Wide Receivers Coach von LSU, lobt den jungen Moss: "Er ist so talentiert. Er hat eine der besten Hände, die ich je gesehen habe. Er läuft gute Routen und hat einen beachtlichen Körper."

All diese Eigenschaften wird er im Finale um die College-Meisterschaft auf das Feld bringen wollen. Schließlich soll sein Vater wieder Grund zum Jubeln haben.

Oliver Jensen

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