Alabama und Notre Dame standen sich auch im College-Finale im Januar 2013 ge... - Bildquelle: 2013 Getty ImagesAlabama und Notre Dame standen sich auch im College-Finale im Januar 2013 gegenüber - Sieger damals: Die Crimson Tide © 2013 Getty Images

München - Im Rose Bowl, dem ersten Halbfinale um die College-Football-Meisterschaft 2020/21, treffen mit den Alabama Crimson Tide und den Notre Dame Fighting Irish (Freitag, 21:55 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de) zwei absolute Traditionsteams des College-Sports aufeinander. Mit diesem Nerd-Wissen seid ihr für eines der größten Spiele des Football-Jahres gerüstet.

Alabama Crimson Tide

Tuscaloosa zurück an der Spitze

Während bei den LSU Tigers, den noch amtierenden Champions, gerade nichts so richtig funktionieren wollte und die Saison so richtig in die Hose ging, ist Alabama erneut erschreckend konstant. Als das einzige Programm, welches einen SEC-Titel in jedem Jahrzehnt seit der Gründung der Conference 1933 gewann, sieht es auch dieses Jahr mit einem 9-0-Record richtig gut aus.

 

Rote Elefanten

Das Team der 1930er-Saison der Alabama University war legendär. Unter Head Coach Wallace Wade gelang ein Record von zehn Siegen bei keiner Niederlage. Acht Spiele davon gewann man dabei zu null. Everett Strupper, Sportjournalist für das Atlanta Journal, schrieb einst über dieses Team: "Am Ende des Quarters begann die Erde zu beben, erst entfernt, dann kam es immer näher. Einige begeisterte Fans riefen: Haltet euch fest, die Elefanten kommen – und es kam das Team der Alabama University. Es war das erste Mal, dass ich von dem reinen Anblick von elf Spielern so kalt erwischt wurde. Die Männer, die ich noch in der vergangenen Saison spielen gesehen hatte, waren nun doppelt so groß."

#RollTide

Während Alabamas College-Footballer 1930 noch landesweit eher als das Alabama "Varsity-Team" oder die "Crimson White" bekannt war, war es ein Spiel gegen die Auburn University im Jahr 1907, in dem man sich nur mit größter Mühe und vor allem in tiefrotem Schlamm gegen den haushohen Favoriten zu einem 6:6 Unentschieden kämpfte, welches dafür sorgte, dass der "Birmingham Age Herald" zum ersten Mal von der "Crimson Tide" schrieb. Gegen Auburn spielte Alabama bis in das Jahr 1948 nicht mehr, doch der Name setzte sich immer weiter durch. Heute ist der Ausspruch #RollTide wie so viele andere Schlachtrufe im College-Football eingetragene Marke und drückt Zuspruch oder Gruß unter Alabama-Fans für alle Sportteams aus. 

 

AJ McWer?

Die Alabama Crimson Tide sind das wohl erfolgreichste Footballprogramm des vergangenen College-Football-Jahrhunderts. Der beste Quarterback in Programmgeschichte ist dabei AJ McCarron. Er gewann nicht nur zwei National Championships mit dem Team sondern holte als Starter insgesamt 36 Siege – einsamer Rekord. In der NFL hingegen blieb AJ McCarron ewiger Back-Up, und das seit seinem Draft 2014 in der 5. Runde bereits für Cincinnati, Buffalo, Oakland und Houston.

Die Million Dollar Band

Ein Blick auf Alabamas hauseigene Marching Band zeigt, welch ein Wahnsinn auch in diesem Teil des College Football steckt. Die rund 400 Mitglieder der Band performen regelmäßig vor Tausenden Menschen, vor Millionen jährlich. Innerhalb des Campus der AU ist die Marching Band die größte studentische Vereinigung der Universität. Nicht nur als College-Football-Spieler, auch als Bandmitglied darf man dabei auf finanzielle Unterstützung der Alma Mater zählen. University-Band-Stipendien reichen von 500 bis 1000 Dollar jährlich und können den gecasteten Mitgliedern der Band ausgezahlt werden. Wer außerdem zusätzlich im Orchester der Universität spielt, das eng mit der Band zusammenarbeitet, qualifiziert sich für weitere Zuwendungen.

Nicht nur auf dem Feld meisterhaft

Der amtierende UCA Division-1-A-Cheerleading-Meister ist der Spirit-Squad der Alabama Crimson Tide. Die Mädels wissen also nicht nur durch ihre aufwendigen und teils glitzernden Kostüme im markanten Rot-Weiß von sich zu überzeugen, sondern sind auch sportlich spitze.

Playoff-Bound

Es gibt kein anderes Team im amerikanischen College-Football, das sich so zuverlässig für die College-Football-Playoffs und auch das National Championship Game qualifiziert. Seit der Einführung des Endrundenformats im Jahr 2014 war Alabama bereits in vier Endspielen vertreten.

Notre Dame Fighting Irish

Der perfekte Film zum Rose Bowl

Lust auf eine kleine Einstimmung auf den Rose Bowl sowie eine Einführung in den Mythos Notre Dame? Daniel Eugene "Rudy" Ruettiger ist der Star des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1993, in dem sich alles um seine Lebensgeschichte und seine Alma Mater dreht. Als eigentlich zu klein gewachsener Defensive End kämpft sich "Rudy" mit einem großen Traum über das Scout-Team der College-Mannschaft zu einem Einsatz für die Fighting Irish, erreicht sogar einen Sack – der jedoch eigentlich nicht hätte zählen dürfen – viele haben sich im Anschluss an den Film die Spielszene noch einmal genau angeschaut und festgestellt: "Rudy" stand in der neutralen Zone und hätte eigentlich eine Flagge erhalten müssen.

 

Unabhängig und riesige Fanbase

Anders als bei anderen Universitäten liegen bei den Notre Dame Fighting Irish Fernseh- und Übertragungsrechte stets in der eigenen Hand. Notre Dame gehört nicht nur keiner offiziellen College-Football-Division an, sondern hält sich auch bezüglich der Medienrechte exklusiv. In der Praxis bedeutet das: Das Team spielt seine Spiele gegen Gegner der ACC aus, verhandelt Fernsehrechte stets neu und landet dabei dann doch meist bei NBC. Dass sich Notre Dame diese Unabhängigkeit überhaupt leisten kann, hat mit der enormen Popularität des Programms zu tun. Kein anderes Footballteam des amerikanischen Hochschulsports hat landesweit so viele Anhänger wie die Irish und das größtenteils von Menschen, die bis auf diese Anhängerschaft keine großen Bezugspunkte zum College haben.

Marshmallow Mayhem

Ein hochheiliges Ritual der Senior-Studenten der University of Notre Dame ist der "Marshmallow Toss" am letzten Heimspieltag der College-Football-Saison. Quasi als Abschiedsritual schmuggeln dabei tausende von Senior-Studenten die fluffige und bei Feuchtigkeit extrem klebrige Süßigkeit mit in die Ränge, um sich dann damit zu bewerfen. Woher dieser Brauch kommt, darüber lässt sich nur spekulieren – sicher hingegen ist, dass die Reinigung des Stadions nach dem letzten Heimspiel immer ganz besondere Hindernisse in sich birgt.

 

Irish in der NFL

Quenton Nelson, Golden Tate, Manti Te’o, oder in früheren Tagen Legenden wie Joe Montana – die Liste der NFL-Spieler, die den goldenen Helm der Irish getragen haben, ist lang und liest sich glamourös. Mit Equanimeous St. Brown schaffte es kürzlich auch ein Spieler mit deutschen Wurzeln in aus dem Irish-Kader in die NFL. Ob dies auch Alexander Ehrensberger aus Düsseldorf gelingt, der gerade seine erste Saison für die Irish spielt und gleich einmal Playoff-Luft schnuppern darf?!

Warum zur Hölle eigentlich Iren?

Die Mythen darum, warum sich die Athletikteams der University of Notre Dame "Figthing Irish" nennen, sind vielzählig. Einige schließen von der katholischen Institution, die die Universität ja seit ihrer Gründung ist, auf das erzkatholische Land. Andere wiederum erzählen sich die Geschichte aus dem Jahr 1909, als ein Notre-Dame-Spieler seine Teammitglieder nach einem Rückstand gegen den Erzrivalen Michigan anbrüllte: "What’s the matter with you guys? You’re all Irish and you’re not fighting worth a lick!"

Fakt ist: Die Fans sowie das Programm genießen den eigenen Bekanntheitsgrad und den Kult, der sich auch um den Namen entwickelt hat. Das Maskottchen beispielsweise ist ein Leprechaun – ein Wesen, das in der irischen Mythologie entscheidende Bedeutung hat und in Sagen oft mit einem Topf voll Gold am Ende des Regenbogens aufwarten kann. Jeden Frühling gibt es dabei Tryouts für den Posten als Goldkobold. Das Echt-Maskottchen wird seit der Saison 2019/20 bewusst divers besetzt: mit Lynette Wukie ist dabei auch wieder eine Frau als Maskottchen gesetzt.

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