Malcolm Rodriguez zählt zu den Leadern der Oklahoma-State-Defense. - Bildquelle: Imago ImagesMalcolm Rodriguez zählt zu den Leadern der Oklahoma-State-Defense. © Imago Images

Stillwater/München - Teams aus der Big 12 Conference sind vor allem für eines bekannt: Offense, Offense und noch mal Offense. 

Spiele mit über 80, 90 oder gar 100 Punkten sind keine Seltenheit, bestes Beispiel: Erst vor drei Wochen gewann die Kansas Jayhawks gegen die Texas Longhorns mit 57:56. 

Spektakel pur - dafür steht die Big 12. Für echte Football-Liebhaber und Freunde von guter Defensiv-Arbeit ist das aber natürlich nichts. Und so dürften sich Fans innerhalb und außerhalb der Conference in dieser Saison ganz schön wundern. 

Oklahoma State punktet mit guter Defense

Die Oklahoma State Cowboys kehren dem Trend den Rücken, profitieren enorm von einer bockstarken Defense und können mit einem Sieg im Championship Game über die Baylor Bears (Sa., ab 17.45 Uhr live auf ProSiebenMAXX und auf ran.de) daher von der ersten Teilnahme in den College-Football-Playoffs träumen. 

Bei den zugelassenen Punkten pro Spiel (16,4), Punkten pro Drive (1,1), Yards pro Game (281,4) sowie Yards pro Spielzug (4,4) rangiert die OSU-Defense in den Top-Fünf des Landes. Kein Team hat mehr Sacks (47) und nur eines (App State) mehr Tackles for Loss (96). 

Beeindruckende Zahlen, die auf ungewöhnlichen Methoden basieren. Im Fokus der Defense steht neben dem Football auch noch eine andere Sportart: Das Wrestling. Oder besser gesagt: Ringen. 

"Ich habe zehn oder elf Jahre lang gerungen und man bekommt ein Gefühl für die Art von Athleten und Menschen, die in diesem Sport antreten. Wenn wir einmal die Chance haben, Ringer in die Finger zu bekommen, rücken sie auf unserer Wunschliste sehr schnell nach oben", sagt Head Coach Mike Gundy. 

Zwei Ex-Ringer als Leader des Teams

Selbsterklärend sind in Malcom Rodriguez und Brock Martin, die beiden Leader der Defense ehemaliger Ringer. Beide fuhren in jungen Jahren zahlreiche Titel ein und machen keinen Hehl daraus, dass erst das Ringen ihnen die Tür zum Football öffnete. 

An der Oklahoma State University werden sowohl der Football als auch das Ringen nahezu verehrt, kaum eine andere Schule hat für beides so viel Popularität übrig. 

Doch was verbindet die beiden Sportarten?

Martin erklärt es so: "Wir beide verpassen nicht viele Tackles und ich glaube, das liegt daran, dass wir beide erfolgreiche Ringer waren. Ich tauche einfach ab und gehe auf die Beine. Wenn man keine Beine mehr hat, kann man nicht mehr rennen. Es sind vielleicht keine Highlights, aber es erledigt den Job."

Deutliche Parallelen zwischen Ringen und Football

Auch Rodriguez sieht klare Parallelen: "Ich gehe nur auf die Beine und die Hüften. Alles dreht sich um den Winkel, die Physik, die Technik. Ich lese die Hüften der Verteidiger wie beim Ringen."

Die beiden Seniors spielen ihre letzte Saison am College, führen die OSU-Defense emotional wie sportlich an. Martin und Rodriguez sind die einzigen Teamkollegen in der Big 12, die mehr als 20 Tackles an oder hinter der Line of Scrimmage aufweisen, 90 Prozent ihrer Tackles sitzen. Ein Topwert. 

Mit den Baylor Bears wartet im Championship Game nun die statistisch gesehen beste Offense der Conference auf die Cowboys. 

Nur ein Sieg hält die Playoff-Chancen am Leben. Dem Ringen sei Dank. 

Timo Nicklaus

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