Enttäuschung in der ersten Playoff-Runde: Die Los Angeles Lakers sind ausges... - Bildquelle: Getty Images/Los Angeles LakersEnttäuschung in der ersten Playoff-Runde: Die Los Angeles Lakers sind ausgeschieden. © Getty Images/Los Angeles Lakers

München/Los Angeles - Es sind symbolische Szenen, die sich nach Spiel sechs in der ersten Playoff-Runde der NBA zwischen den Los Angeles Lakers und den Phoenix Suns im Staples Center abspielen.

Superstar LeBron James überreicht Suns-Star Devin Booker ein unterschriebenes Trikot. Der "King" gibt sein Vermächtnis weiter. Die Lakers waren kurz zuvor aus den Playoffs ausgeschieden.

Die Enttäuschung in Los Angeles ist groß. Nachdem die Lakers in der letzten Saison noch die hochumjubelte NBA-Championship feierten, folgt die Ernüchterung in der Gegenwart: das Aus in der ersten Runde. 

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Rührende Szene zwischen LeBron und Booker

Nach sechs Spielen gewannen die Phoenix Suns die Serie mit 4:2 und zogen damit in die Semifinals der Western Conference ein. Überragender Mann auf Seiten von Phoenix war mal wieder Booker.

Der 24 Jahre alte Guard kam bei dem entscheidenden 113:100 Sieg auf 47 Punkte und holte mit elf Rebounds die meisten auf dem Parkett. In der gesamten Serie legte Booker im Schnitt knapp 30 Punkte pro Partie auf und war somit der entscheidende Faktor für den großen Erfolg.

Nach dem Spiel trafen sich Booker und James in den Katakomben. Der ausgeschiedene Lakers-Star überreichte seinem jüngeren Kontrahenten sein Trikot mit der Nummer 23. Unterschrieben hatte James mit der Widmung: "Continue to be great" ("Sei weiterhin großartig"). Einer der Größten aller Zeiten sorgt sich um seine Nachfolge - so macht es den Anschein.

LeBron schenkt Booker Trikot
LeBron James überreicht Devin Booker nach dem Ausscheiden der Lakers sein Trikot. © NBA.com

Der jeweils viermalige Champion, MVP und Finals-MVP ist in seiner Karriere zum ersten Mal in der ersten Playoff-Runde ausgeschieden. Nur einmal hatte er die Postseason gänzlich verpasst, nämlich in seiner ersten Lakers-Saison 2018/19. 

"Es spielt für mich keine Rolle, dass ich es nicht über die ersten Runde hinaus geschafft habe", stellte der 36-Jährige klar und machte den Hauptgrund für das frühe Aus deutlich.

Verletzungs-Fluch bricht Lakers das Genick

"Die eine Sache, die mich mehr als alles andere stört, ist, dass wir nie wirklich die Möglichkeit hatten, unser gesamtes Team in voller Stärke zu sehen. (...) Wir konnten nie wirklich das volle Potenzial dessen sehen, wozu wir fähig sein könnten", so James. Tatsächlich wurden die Lakers in der aktuellen Saison von großem Verletzungspech heimgesucht.

Auch "LBJ" selbst fehlte kurz vor den Playoffs aufgrund von Knöchelbeschwerden, verpasste seit März satte 26 Spiele. "Was für mich wichtig ist, ist dieses Team wieder gesund zu bekommen. Dass ich nicht in der Lage war, während dieser Serie bei voller Stärke zu sein, darauf liegt mein Hauptaugenmerk", gab sich der "King" nachdenklich.

Und auch der zweite Superstar der Lakers kämpfte in der aktuellen Spielzeit mit etlichen Verletzungen. Anthony Davis schleppte sich im entscheidenden sechsten Spiel gegen die Suns auf das Parkett. Der 28-Jährige spielte augenscheinlich unter starken Schmerzen und ging schon im ersten Viertel wieder vom Feld. 

"Es hat sich nie wirklich gut angefühlt. Aber ich wollte da rausgehen und dem Team so gut wie möglich helfen. Mein Körper hat dem nicht zugestimmt", stellte der Big Man nach dem Ausscheiden fest. Auch schon in der Meistersaison 2019/20 war der 28-Jährige der X-Faktor im Team. Gegen die Suns konnte er den Lakers nicht helfen.

"Dann sind wir nächstes Jahr erfolgreich": James bläst zum Angriff

Schon die Qualifikation für die Playoffs hatten die Lakers überraschend nur knapp geschafft. Der amtierende Champion schloss die Western Conference auf Rang sieben ab und musste sich den Playoff-Platz im Play-In-Turnier erkämpfen. Gegen die Suns, die die Regular Season auf Platz zwei abschlossen, war es lange knapp.

Nach einer Pleite zum Auftakt gewannen die Lakers die nächsten beiden Spiele, verloren dann aber die folgenden drei. Die letzte Niederlage bedeutete gleichzeitig das Saisonaus.

"Das Wichtigste für uns ist, 'AD' (Anthony Davis) gesund zu bekommen. Wenn der 'Big Fella' wieder gesund ist, dann haben wir die bestmögliche Chance, nächstes Jahr erfolgreich zu sein", gibt sich Anführer James optimistisch.

Doch ob der James selbst tatsächlich noch einmal angreifen kann, ist nach den aktuellen Entwicklungen - rund um die Gesundheit des 36-Jährigen - mehr als fraglich.

Schröder zeigt Reaktion zu spät

Ein kleiner X-Faktor war in dieser Saison auch die Leistungskurve des deutschen NBA-Stars Dennis Schröder, der im vergangenen Sommer nach L.A. wechselte. Nach einem starken Saisonstart lief die Regular Season auch für den Point Guard durchwachsen. In den Playoffs zeigte er eher schwache Leistungen, mit Ausnahme des letzten Spiels.

Im jüngsten Spiel sechs legte der 27-Jährige 20 Punkte auf, doch das Aufbäumen kam zu spät. "Wir müssen durch den Mist gehen, um an den guten Mist zu kommen, so sehe ich das", schöpft Schröder Mut aus der enttäuschenden Niederlage.

"Ich will eine Meisterschaft gewinnen. Und ich werde mir diesen Sommer den Arsch abarbeiten, zurückkommen und ich selbst sein", so der gebürtige Braunschweiger. Doch ob er auch in der nächsten Saison in Lila und Gelb spielt, steht noch nicht fest. Schröder wird nach aktuellem Stand im Sommer zum Free Agent. 

Immerhin einen positiven Aspekt hat das Ausscheiden der Lakers. Schröder könnte beim Olympia-Qualifikationsturnier für die deutsche Nationalmannschaft an den Start gehen. Dafür muss die DBB-Auswahl das Quali-Turnier in Split (28. Juni bis 4. Juli) gewinnen. "Wenn ich nicht verletzt bin und mich gut fühle, bin ich dabei", kündigte Schröder seine Teilnahme an.

Lakers stehen vor ungewissen Zeiten

Für die Los Angeles Lakers ist die ungeklärte Vertragssituation von Schröder nicht die einzige Baustelle. Auch die Arbeitspapiere von Montrezl Harrell (Players Option für ein weiteres Jahr), Wesley Matthews, Alex Caruso, Jared Dudley, Markieff Morris, Talen Horton-Tucker, Andre Drummond, Ben McLemore, Kostas Antetokounmpo und Devontae Cacok laufen im Sommer aus.

Die finanzielle Situation bezüglich des Cap Space im Kader lässt den Verantwortlichen nicht viel Spielraum. Zusammen verdienen James und Davis in der kommenden Spielzeit rund 76 Millionen Dollar. Dahinter muss sich das Office etwas einfallen lassen. Es gibt viel zu tun.

Ob LeBron James - einer der Größten aller Zeiten - mit diesen Vorzeichen noch einmal zum Angriff blasen kann? 

Justin Werner

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