Nach den gescheiterten Verhandlungen mit Dennis Schröder denken die Lakers w... - Bildquelle: GettyNach den gescheiterten Verhandlungen mit Dennis Schröder denken die Lakers wohl über LeBron-Kumpel Chris Paul und Russell Westbrook nach. © Getty

München - Die NBA-Finals sind vorbei, aktuell blickt die Basketball-Welt in Richtung Olympische Spiele. In Tokio sind auch die Basketballer des DBB vertreten, Superstar Dennis Schröder ist allerdings kein Teil der Mannschaft.

Jedoch nicht, weil Schröder nicht hätte mitspielen wollen, sondern weil die Versicherung für den 27-Jährigen schlicht und ergreifend zu teuer gewesen wäre.

Für den aktuell besten deutschen Basketballer stehen Wochen der Wahrheit vor der Tür. Vor der vergangenen Saison wurde er von den Oklahoma City Thunder zu den Los Angeles Lakers getradet. Beim Team um Megastar LeBron James fühlte sich Schröder direkt wohl, auch "King James" fand schnell Gefallen an seinem neuen Mitspieler.

Lakers wollten mit Schröder verlängern

So dauerte es auch nicht lange, ehe die Franchise den Einjahresvertrag mit dem Braunschweiger vorzeitig verlängern wollte. Laut "ESPN" lagen im März 84 Millionen US-Dollar für vier Jahre auf dem Tisch - doch Schröder lehnte ab. Der Point Guard soll für seinen nächsten langfristigen Deal rund 100 bis 120 Millionen US-Dollar anpeilen.

"Mir fehlt bei den Lakers nichts, die Organisation macht alles für mich und meine Familie. Ich kann nichts Negatives sagen", hatte er erst vor wenigen Wochen im "Basket"-Interview gesagt. Nicht allerdings, ohne hinzuzufügen, er wolle "fair bezahlt werden, wie jeder andere auch".

Wie ist nun also der Stand zwischen beiden Parteien?

Entscheidung muss bis 1. August fallen

Noch bis zum 1. August können sie sich auf einen neuen Kontrakt verständigen, mehr als die gebotenen 84 Millionen dürften die Lakers allerdings nicht mehr bieten. Da es aber als unwahrscheinlich gilt, dass Schröder nach seiner ablehnenden Haltung nun doch auf das Angebot eingeht, könnte es für den Deutschen in Kalifornien bereits wieder vorbei sein.

Zumal er mit seiner Performance in den Playoffs, in denen Anthony Davis verletzt fehlte, ohnehin nicht überzeugen konnte. Unter anderem von Lakers-Ikone Earvin "Magic" Johnson hagelte es nach dem frühen Aus in der Postseason deswegen Kritik am First-Round-Pick des Draft 2013.

In LA scheint man ob der geplatzten Verhandlungen bereits anderweitig aktiv geworden zu sein. So sollen die Lakers laut "The Undefeated" vor allem an zwei Spielern großes Interesse hegen: Chris Paul und Russell Westbrook.

Paul oder Westbrook als Nachfolger?

Vor allem Paul steht dabei offenbar ganz oben auf der Wunschliste. Der 36-Jährige ist nicht nur ein guter Kumpel von LeBron, er stand auch gerade erst mit den Phoenix Suns in den NBA-Finals (in Spiel fünf saß James sogar als Unterstützung an der Seitenlinie). Weil Paul in Phoenix eine Spieler-Option über 44,2 Millionen US-Dollar besitzt, die ihn für eine weitere Spielzeit an die Franchise binden könnte, muss auch er seine Entscheidung bis zum 1. August getroffen haben.

Sollte er Interesse an einem Wechsel zu den Lakers haben, müsste er seine Option verstreichen lassen und im Anschluss ein Sign-and-Trade-Deal ausgehandelt werden. Möglich ist ein Abgang nach der bitteren Final-Pleite gegen die Milwaukee Bucks allemal. "Ich werde das alles erst einmal verdauen müssen und dann schauen, was ich mache", hatte Paul nach der entscheidenden vierten Niederlage in Spiel 6 erklärt.

Die andere Option wäre Westbrook, der wohl leichter zu haben wäre. Sollten die Washington Wizards einen Neuaufbau anstreben, dürften sie nicht allzu unglücklich sein, den 32-Jährigen und seinen enormen Vertrag mit rund 91 Millionen US-Dollar für noch zwei Jahre nicht mehr auf dem Gehaltszettel zu haben.

Trade zu den Wizards?

Auch eine Verpflichtung von Westbrook würde via Sign-and-Trade durchgeführt werden. Allerdings müsste Schröder dann einem Wechsel nach Washington zustimmen. Zudem wären auch Kyle Kuzma und Talen Horton-Tucker in den Trade involviert, um den hochdotierten Kontrakt von Westbrook ausgleichen zu können.

Für Schröder sieht es aktuell nicht danach aus, als ob es in Los Angeles weitergeht. Angst und Bange werden muss ihm allerdings nicht. Der Point Guard ist durchaus begehrt. So berichtete erst kürzlich der "Bleacher Report", die Chicago Bulls und die New York Knicks seien an ihm interessiert.

Hat sich Schröder verzockt?

In Chicago gibt es zwar zwei Point Guards im Roster, nach der Verpflichtung von All-Star-Center Nikola Vucevic sind die Ansprüche allerdings auch gestiegen. Schröder könnte bei den Bulls, die in der vergangenen Saison die Playoffs knapp verpassten, ein Schlüsselspieler sein.

Die Knicks hätten dem Bericht zufolge ohnehin genügend Cap Space, um Schröder direkt zu verpflichten.

Allerdings: Deutlich mehr Kohle als die bereits von den Lakers angebotenen 84 Millionen US-Dollar dürften auch die anderen Teams nicht bieten. In diesem Fall hätte sich Schröder alleine aufgrund der geringeren sportlichen Aussichten verzockt.

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