Kristaps Porzingis (r.) will endlich an der Seite von Luka Doncic brillieren - Bildquelle: GettyKristaps Porzingis (r.) will endlich an der Seite von Luka Doncic brillieren © Getty

München - So optimistisch war man bei den Dallas Mavericks schon lange nicht mehr.

Noch vor dem ersten Saisonspiel verbreitete die Social-Media-Abteilung der NBA-Franchise gute Laune. Ganze 68 Gründe kamen zusammen, nachdem die Mavs ein Preseason-Duell gegen ein Team aus Charlotte mit eben jener Punktedifferenz für sich entschieden hatten.

Insgesamt ging kein einziges Spiel in der Vorbereitung auf die Spielzeit 2021/22 verloren – ein weiterer Grund für Optimismus also.

Hilfe für Doncic benötigt

Dass die Franchise aus Texas hoffnungsvoll auf die kommenden Monate blickt, liegt natürlich zu einem großen Teil an Superstar Luka Doncic. Bei den Wettanbietern ist er bereits Favorit auf den MVP-Titel, in den vergangenen drei Jahren wurde er gleich zweimal für das All-NBA First Team nominiert. Für mehr als die erste Playoff-Runde reichte es zweimal in Folge aber dennoch nicht.

Höchste Zeit also, dass sich ein frühes Aus in der Postseason nicht noch einmal wiederholt. Damit dies gelingt, braucht es vor allem eines: Hilfe für Luka Magic.

In Form eines Trades wird der Slowene die geforderte Unterstützung wohl nicht bekommen, gelang es der Franchise bisher nicht, einen weiteren Superstar zu akquirieren. Dennoch ist die Freude auf die neue Saison groß.

Dies liegt vor allem an einem Mann. Kristaps Porzingis.

Porzingis der neue Hoffnungsträger

Noch vor wenigen Monaten sah die Gefühlslage aber noch ganz anders aus - bei Porzingis und seinem Arbeitgeber. Zwei Jahre ist es inzwischen her, dass der 26-Jährige von den New York Knicks geholt wurde. Seitdem gab es etliche Verletzungen und viele Enttäuschungen.

Ob seiner Degradierung zum reinen Schützen aus der Ecke in den zurückliegenden Playoffs soll Porzingis sogar so sauer auf Head Coach Rick Carlisle gewesen sein, dass er einen Trade in Erwägung zog. Zudem erklärte Klub-Besitzer Mark Cuban, es gebe "Auseinandersetzungen" zwischen Porzingis und Doncic.

All das ist inzwischen vergessen. Carlisle ist weg, stattdessen wurde 2011er-Champion Jason Kidd als Cheftrainer installiert. Und dieser wusste dem Letten im Sommer ordentlich Honig um den Mund zu schmieren. Auch von Reibereien mit Doncic will niemand mehr etwas wissen. "Ich glaube, das kam vor allem aus den Medien. Das kam nicht von uns, die Medien haben es so dargestellt. Wir verstehen uns eigentlich gut", beschwichtigte der Slowene erst kürzlich.

Cuban und Kidd schwärmen

Um diesen Eindruck noch zu verstärken, postete der 22-Jährige bei Instagram ein Bild der beiden. Mit herzhaft lachendem Gesicht versteht sich. All die gute Stimmung muss sich nun in Erfolg auf dem Court umwandeln. Der Druck liegt dabei vor allem auf Porzingis, hat er die von ihm geforderte Rolle als Co-Star doch noch nicht zufriedenstellend ausgeführt. Aber es gibt Hoffnung.

Erstmals seit seinem Wechsel nach Dallas konnte er eine komplette Offseason in gesundem Zustand absolvieren und sich auf Basketball statt auf Reha konzentrieren. Mit gutem Ergebnis. "Er fühlt sich deutlich besser, vor allem mental. Das kann man auch auf dem Court sehen, er spielt viel besser", freut sich Doncic.

Damit es auch taktisch klappt, will Coach Kidd Porzingis wieder einen "Basketball-Spieler" sein lassen. Das bedeutet: Der Big soll eine größere Rolle in der Offensive bekommen und häufiger in Situationen gebracht werden, in denen er sich wohl fühlt.

Gesundheit und neue Rolle, ein nicht zu unterschätzender mentaler Aspekt. "Er ist gesund. Er geht mit frischen Erwartungen in die Saison. Er will etwas beweisen. Man kann einfach spüren, dass er glücklich ist", schwärmte Eigentümer Cuban kürzlich im Podcast "Mavs Film Room". "Er ist zum ersten Mal richtig zufrieden, seit er hier ist."

Porzingis wieder All-Star?

Für die Verantwortlichen vor Ort Grund genug davon auszugehen, dass die Mavs im Kampf um die Spitze der Western Conference ein gehöriges Wörtchen mitreden können. Und auch persönliche Erfolge sollen wieder möglich sein. "Ich glaube, er wird dieses Jahr wieder ein All-Star. Wenn er das nicht schafft, wird er zumindest in der Diskussion sein", ist sich Trainer Kidd sicher und Superstar Doncic meint: "Er wird eine großartige Saison haben."

Damit die Mavs ihre hohen Erwartungen auch erfüllen können, ist eine starke Saison des einst als Einhorn betitelten Porzingis unabdingbar. Die Voraussetzungen waren in jedem Fall noch nie besser.

Der Saisonstart verlief trotz aller Hoffnungen allerdings bisher stark enttäuschend. Bei der 113:87-Niederlage gegen die Atlanta Hawks erzielte Porzingis nur elf Punkte und traf vier seiner 13 Wurfversuche. Als nächstes treffen die Dallas Mavericks auf die Toronto Raptors. 

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