Luka Doncic will die Mavs zurück zum Erfolg führen - Bildquelle: 2021 Getty ImagesLuka Doncic will die Mavs zurück zum Erfolg führen © 2021 Getty Images

München - Bei all den Erwartungen, die Fans der Dallas Mavericks vor der Free Agency der NBA hatten, hätten die Mavs am Dienstag keine bessere Nachricht verkünden können. 

Franchise-Superstar Luka Doncic hat seinen noch laufenden Vertrag um fünf weitere Jahre bis 2027 verlängert. Die "Supermax"-Verlängerung ist stolze 207 Millionen Dollar wert und soll sicherstellen, dass der nächste NBA-Titel noch im Laufe dieses Jahrzehnts nach Dallas geholt wird. 

Doncic legte in der vergangenen Saison im Schnitt 27,7 Punkte, acht Rebounds und acht Assists bei ordentlichen Shooting-Quoten auf. Mit 23 Jahren hat er außerdem schon zwei All Star-Spiele bestritten und gilt als der nächste Spieler der Generation nach Giannis Antetokounmpo, der den MVP-Titel holt. 

Die frühzeitige Vertragsverlängerung war für die Mavericks also absolute Pflicht. "Wir sind stolz, die Verlängerung verkünden zu können und hoffen, dass er eine ähnliche - vielleicht sogar bessere - 'Hall of Fame'-Karriere wie Dirk Nowitzki für uns hinlegt", so Mavs-Eigentümer Mark Cuban. 

Luka Doncic: Mavericks-Chefs reisten nach Slowenien

Cuban und Co. zeigten im Werben um "Luka Magic" wie ernst es ihnen ist, indem sie Doncic in dessen Heimatstadt Ljubljana besuchten und ihm dort das Vertragsangebot machten. Man wolle damit zeigen, dass man für Luka da sei und beweisen, dass es nicht nur darum gehe, ihn besser kennenzulernen, sondern auch um zu lernen, "was ihm wichtig" ist. 

"Es bedeutet mir wirklich viel", bedankte sich Doncic artig auf der Pressekonferenz. "Dieser Schritt sagt eine Menge über euch aus, ihr seid großartige Leute und ich bin sehr dankbar für alles."

Der Point Guard betonte außerdem, nie einen Zweifel gehabt zu haben, die Verlängerung zu unterschreiben. Dabei kam es nach dem Playoffs-Aus der Mavs gegen die Los Angeles Clippers zum großen Knall in Dallas.

Dallas Mavericks: Große Veränderungen im sportlichen Bereich 

General Manager Donnie Nelson, zu dem Doncic schon lange vor seinem Draft ein ausgezeichnetes Verhältnis gepflegt haben soll, wurde nach Streitereien in der Führungsetage entlassen. "Es war hart für mich, ich mag Donnie sehr", beklagte sich der Slowene. 

Auch der langjährige Head Coach Rick Carlisle, der mit Dirk Nowitzki 2011 den Titel holte, ist nicht mehr auf seinem Posten und trainiert jetzt die Indiana Pacers. Mit ihm soll der Slowene ein deutlich schlechteres Verhältnis gehabt haben, auch Diskussionen auf der Bank habe es gegeben.

Dass Carlisle seinen Job in Dallas wegen Doncic aufgegeben hat, ist zwar äußerst unwahrscheinlich. Die Spekulationen um dieses Thema zeigen jedoch, dass Doncic in Dallas mit 23 Jahren schon jetzt mehr zu sagen hat, als so mancher gerne hören würde. 

Auch in Sachen Free Agency ist es nur logisch, dass das Team seinen besten Spieler vor großen Verpflichtungen und Trades abholt und nach der Meinung fragt. Nach den beiden gescheiterten Playoff-Runs wurde nämlich deutlich, dass Luka Hilfe benötigt - denn viel mehr konnte man von ihm nicht verlangen. 

In den beiden Serien gegen die Clippers kam er auf einen Schnitt von 33,5 Punkten und 9,5 Rebounds. Es sind die Rollenspieler, die bislang nicht die gewünschte Leistung zeigten.

Dallas Mavericks: Nur Luka Doncic performt auf höchstem Level

Kristaps Porzingis, der aktuell noch der Top-Verdiener der Franchise ist, zeigte wohl mitunter die schlechtesten Leistungen seiner bisherigen Karriere und ließ Zweifel daran, ob er die passende Nummer 2 hinter Luka ist. Um ihn ranken sich immer noch Trade-Gerüchte. 

Josh Richardson, für den die Mavs Seth Curry im Trade aufgaben, konnte seine Shooting-Versprechungen ebenfalls nicht erfüllen und wurde nur ein Jahr später wieder zu den Boston Celtics geschickt. Auch der deutsche Maxi Kleber konnte leider keine konstante Hilfe in der Offense bieten.

Einzig Tim Hardaway Jr. wurde seinem Vertrag gerecht. Der 29-Jährige kam Anfang 2019 im Zuge des Porzingis-Trades von New York nach Dallas und ist seitdem das wertvollste Asset, das die Mavs in dem Deal akquirieren konnten. 

Gleichzeitig ist er nach Doncic die bislang wichtigste Personalie der aktuellen Free Agency. Kürzlich unterschrieb er einen neuen Vierjahresvertrag über 75 Millionen Dollar.

Darüber hinaus wurden die guten Dreierschützen und Verteidiger Reggie Bullock und Trey Burke verpflichtet. 

Gute Rollenspieler um Doncic herum - aber wohl nicht die offensive Entlastung, die die Mavs und Luka brauchen. Ursprünglich war es der Plan, einen weiteren Playmaker neben Doncic zu stellen.

Dallas Mavericks: Dirk Nowitzki und Co. finden keinen zweiten Superstar

"Es ist harte Arbeit", beschreibt Dirk Nowitzki die Aufgaben im Front Office der Mavs. Die größte Legende der Franchise arbeitet seit diesem Jahr als eine Art Sonderberater für das Team.

"Man braucht hier und da ein bisschen Glück, aber man braucht die Schlüsselspieler und Luka ist das größte Puzzleteil davon. Hoffentlich können wir mehr und mehr um ihn herumbauen, damit die Mavs für lange Zeit gut bleiben werden."

Leider hatten Dirk und Co. bislang kein Glück. Namen wie Kyle Lowry, Mike Conley, Dennis Schröder, Demar DeRozan und sogar Kawhi Leonard wurden gehandelt. Keiner entschied sich für Dallas. 

Jetzt werden Spieler wie Goran Dragic und Lauri Markannen genannt. Dragic ist 35 und kennt Doncic von der Nationalmannschaft, wird aber aufgrund seines Alter nicht allzu lange an der Seite des Superstars spielen können. 

Markannen ist ein junger Power Forward, der sein Potenzial auf NBA-Niveau schon nachweisen konnte, aber zuletzt in der Entwicklung stagnierte und seinen Platz bei schwachen Chicago Bulls verlor.  

Luka Doncic: Die Dallas Mavericks müssen liefern

Wie sich die Offseason auch immer entwickelt: Der ganz große Name wird wohl ausbleiben. Doncic, Porzingis, Hardaway und Co. werden es in der kommenden Saison selbst richten müssen. 

Dabei muss darauf gehofft werden, dass Doncic zum vierten Mal in Folge einen Entwicklungsschritt nach vorne macht, Hardaway seine Leistungen nach dem neuen Vertrag bestätigen kann und Porzingis wieder zu alter Stärke und Spielweise findet.

Anders als Richardson müssen außerdem die Schlüsselspieler performen wie gewünscht. Ansonsten wird es in den Playoffs keinen allzu großen Schritt nach vorne geben.

Nowitzki weiß, wovon er redet, wenn er darauf hinweist, was es braucht, um langfristig erfolgreich zu sein. Jahrelang verpassten es die Mavs, ihm eine langfristige Nummer 2 in Form eines weiteren Superstars an die Seite zu stellen. Sonst hätte seine legendäre Karriere eventuell noch erfolgreicher sein können. 

Bei Luka Doncic soll das verhindert werden. Die Offseasons der nächsten Jahre werden entsprechend entscheidend. Ob er einen genauso langen Geduldsfaden hat wie Mentor Dirk, ist nicht sicher.

Dallas muss in den kommenden Jahren liefern. 

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