Steph Curry ist die wichtigste Säule seines Teams. - Bildquelle: Getty/ran.deSteph Curry ist die wichtigste Säule seines Teams. © Getty/ran.de

München/San Francisco - "Er ist der Picasso unserer Zeit. Man kann ihn nur lieben. Er ist aktuell der Beste seines Fachs."

Die Worte, die Warriors-Profi Juan Toscano-Anderson wählte, um seinen Teamkollegen Stephen Curry zu beschreiben, waren voller Bewunderung und Ehrfurcht.

Mehr zum MVP-Rennen in der NBA erfahrt ihr bei Locker Room - das ran US-Sport Magazin mit Icke und Max immer samstags ab 0 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de

Und damit ist er dieser Tage nicht alleine. Einer nach dem anderen hält aktuell Lobeshymnen auf den Point Guard der Golden State Warriors. So schwärmte sein Trainer Steve Kerr, es sei "einfach schwierig, auszudrücken, wie gut er ist und was für ein großartiger Teamkollege er ist."

Curry bricht Dreier-Rekord

Das nicht enden wollende Lob auf den 33-Jährigen hat dabei durchaus seine Berechtigung.

Im letzten Spiel der Regular Season führte er sein Team mit beeindruckenden 46 Punkten zu einem 113:101-Sieg gegen die Memphis Grizzlies und damit auf den achten Platz in der Western Conference. Eine Platzierung, mit der wohl die wenigsten am Anfang der Saison gerechnet hatten. Vor allem nicht, als klar wurde, dass Curry co-genialer Partner im Backcourt Klay Thompson die gesamte Spielzeit nicht würde spielen können.

Curry musste seine Franchise über weite Teile der Saison alleine tragen, auch, weil neben Thompson wichtige Spieler wie James Wiseman und Kelly Oubre Jr. verletzungsbedingt ausfielen. Ganz nebenbei erreichte der Scharfschütze dabei beeindruckende Meilensteine.

Im April brach der 33-Jährige den Rekord für die meisten Dreier eines Spielers in einem Monat. 2019 hatte James Harden in einem Monat 82 Mal von jenseits der Dreierlinie aus getroffen. Eine Marke, die von Curry (96 Dreier) pulverisiert wurde.

Scoring-Titel zum zweiten Mal gewonnen

Generell zeigte er sich im Scoring treffsicher wie selten. So sicherte er sich mit durchschnittlich 32 Punkten pro Spiel den begehrten Scoring Titel. Kein anderer NBA-Profi sorgte in dieser Saison für so viele Punkte wie der Point Guard. Curry ist nun zusammen mit Michael Jordan der einzige Spieler, der diesen Titel nach seinem 33. Geburtstag gewinnen konnte.

Zudem ist er neben Jordan, Wilt Chamberlain und Kareem Abdul-Jabbar erst der vierte Spieler, der mehrere Scoring-Titel, MVP-Titel und Meisterschaften inne hat.

Für viele NBA-Spieler ergibt sich daraus eine einfache Schlussfolgerung, die Grizzlies-Guard Ja Morant mit simplen Worten auf den Punkt brachte. "MVP. Keine Debatte", schrieb er bei Twitter nach der Niederlage seines Teams gegen die Warriors. Auch Lakers-Superstar LeBron James sprach sich allzu deutlich für den Mann als MVP aus, der ihm im Play-In-Turnier um die begehrten Playoff-Plätze das Leben schwer machen will.

LeBron will Curry als MVP

"Er ist in diesem Jahr der MVP unserer Liga. Schaut euch einfach an, was er dieses Jahr geleistet hat. Ich weiß nicht, was man sonst noch braucht, wenn man nach einem MVP sucht. Wenn Steph nicht für Golden State aufläuft, was haben sie dann für ein Team", lobte er seinen Konkurrenten überschwänglich.

Treffsicherheit alleine war in der besten Basketball-Liga aber noch selten der alleinige ausschlaggebende Grund für den Gewinn eines MVP-Awards. Herausragende Einzelkönner gibt es selbstverständlich auch in den Teams, die keine Chance auf den Einzug in die Postseason haben. Solchen Spielern wird aber in der Regel nicht die Ehre zuteil, als "Most Valuable Player" ausgezeichnet zu werden.

Blickt man auf die vergangenen fünf Jahre, wird eines deutlich. Viermal wurde der beste Spieler eines Teams zum MVP gewählt, dessen Mannschaft entweder im Osten oder Westen die Regular Season auf Rang 1. abschloss. Das gilt auch für die erste Auszeichnung von Curry zum MVP in der Saison 2015/16. Seinerzeit gab es an den Warriors kein Vorbeikommen.

Jokic Favorit auf den Titel

Für LeBron James ist die Berücksichtigung des Team-Erfolgs bei der Wahl zum MVP ein Unding. "Wir verheddern uns manchmal in den Bilanzen des Teams und der Frage, wer die beste Bilanz und nicht die beste Saison hat. Und Steph hatte in meinen Augen die beste Saison in diesem Jahr", wurde der Lakers-Profi deutlich.

Ob das Lob von "King James" und vielen anderen am Ende wirklich einen Unterschied macht, wird sich erst zeigen. Aktuell gilt jedenfalls ein anderer als Favorit auf den Titel: Nikola Jokic.

Der Center der Denver Nuggets muss sich mit dem Play-In-Turnier um die letzten beiden Playoff-Plätze beider Conferences erst gar nicht beschäftigen, er steht mit seiner Franchise im Westen auf dem sicheren dritten Rang und hat damit den für einen MVP-Titel nötigen Team-Erfolg vorzuweisen - die nötigen individuellen Statistiken hat er auch. Im Schnitt kommt der Serbe pro Spiel auf 26,4 Punkte, 10,8 Rebounds und unglaubliche 8,3 Assist. Und das alles bei einer Trefferquote von 56,6 Prozent aus dem Feld. Seine Wahl wäre sicher nicht unverdient.

 

Curry gelang beeindruckendes Comeback

Doch auch wenn es mit dem MVP-Titel nicht klappen-, und selbst wenn die Warriors die Playoffs verpassen sollten, Steph Curry trotzdem Grund zur Freude. Anfang der vergangenen Saison brach sich der Point Guard die Hand, absolvierte in der gesamten Spielzeit 2019/20 nur mickrige fünf Spiele und schien bei all den neuen NBA-Stars wie Luka Doncic beinahe vergessen.

Mit dieser Saison hat der Warriors-Superstar aber bewiesen, dass sich immer noch jeder Gegenspieler vor ihm fürchten muss.

Du willst die wichtigsten US-Sport-News, Videos und Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die neue ran-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple und Android.

EM-News

News-Ticker

Video-Tipps

Aktuelle Galerien