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München - "Die wichtigste Botschaft ist, dass es nicht reicht, einfach in der Halle aufzutauchen."

Die Worte, die Head Coach Steve Nash nach der bitteren 113:125-Niederlage seiner Brooklyn Nets gegen die Cleveland Cavaliers wählte, waren deutlich. Auch ein Star-Ensemble muss für einen Sieg in der NBA hart arbeiten. Die pure Anwesenheit von Superstars garantiert noch keinen Erfolg.

Dabei ist die Star-Power bei den Nets so groß wie lange nicht. Mit der Verpflichtung von James Harden hat sich die Franchise zu ihrem Superstar-Duo, bestehend aus Kevin Durant und Kyrie Irving, noch einen dritten Ballkünstler in den Kader geholt.

Zukunft für Harden geopfert

Die Erstrundenpicks für die nächsten Jahre wurden geopfert - damit sich der Trade auszahlt, muss in den nächsten beiden Spielzeiten eine Meisterschaft her.

Noch sieht es im Barclays Center aber ganz und gar nicht danach aus, als ob sich das Team zeitnah zum Meister krönen könnte, vor allem die vergangenen beiden NBA-Partien waren ernüchternd. Zweimal musste Brooklyn gegen die Cleveland Cavaliers antreten, zweimal setzte es eine Niederlage.

Bereits am Mittwoch mussten sich die Nets nach zweimaliger Overtime mit 135:147 geschlagen geben - trotz einer fabelhaften Punktausbeute des Star-Trios. Durant verzeichnete ein Double-Double aus 38 Punkten und zwölf Rebounds, Irving erzielte 37 Zähler und Harden legte mit 21 Punkten, zehn Rebounds und zwölf Assists sogar ein Triple-Double auf.

Doch die drei Granden alleine reichten nicht aus, zu schwach die Besetzung der Bank, zu ungenügend die Defensivleistung.

Und auch in der Nacht zu Samstag holperte es gewaltig: Trotz eines Double-Doubles von Harden mit 29 Punkten und elf Assists sowie 38 Zählern von Irving.

Nets in der Zone schwach

Erneut zeigten sich die Nets nicht im Stande, die Cavs in unmittelbarer Nähe vom Korb zu stoppen. Am Mittwoch kassierten sie 64 Zähler, in Spiel zwei sogar 70 Punkte in der Zone.

Mit 134 zugelassenen Punkten haben die Nets in diesen beiden Partien so viele Zähler in der Nähe zum Korb kassiert seit 25 Jahren nicht mehr in zwei aufeinanderfolgenden Spielen.

"Das sind ziemlich viele Punkte in der Zone", urteilte Harden kritisch. Teamkollege Irving wurde noch deutlicher. "Offensiv-Rebounds passieren, Layups passieren, es passieren keine guten Dinge, wenn der Ball so leicht in die Zone kommt, und das haben wir heute viel zu oft zugelassen", so der Point Guard.

"Das waren zwei demütigende Niederlagen", konstatierte der frühere Celtics-Profi.

Durant wurde geschont

Kollege Durant wurde im zweiten Spiel gegen Cleveland geschont. Eine Vorsichtsmaßnahme nach seiner Operation an der Achillessehne. Als Entschuldigung gilt dies freilich nicht.

Mit seiner Starting Five schickte Head Coach Steve Nash eine verhältnismäßig kleine Truppe auf das Parkett, vor allem im Vergleich zu den großgewachsenen Cavs. Ein Fakt, der sich rächen sollte. In Sachen Rebounds, Punkte in der Zone und bei den Freiwürfen dominierte Cleveland deutlich.

Ein Neuzugang der Cavs zeigte die Misere der Nets dabei überdeutlich auf. Jarrett Allen, bis vor kurzem noch Defensivspezialist beim Team aus dem Big Apple, dann im Rahmen des Harden-Deals aber zu den Cavaliers getradet, schenkte seiner alten Franchise insgesamt 19 Punkte ein.

Defensive nicht stark genug

Vor allem in der Defense wurde er bei den Nets schmerzlich vermisst.

"Wir müssen einen Weg finden, härter zu spielen. Wir sind kein Defensiv-Kader. Wir müssen deswegen mehr kämpfen, Würfe erschweren, stolz sein. Ich denke, das fehlte mehr als irgendein Schema. Die wichtigste Botschaft ist, dass es nicht reicht, einfach in der Halle aufzutauchen", machte Nash deutlich.

Und dennoch ist den Verantwortlichen klar, dass vor allem in der Rückwärtsbewegung noch viel Luft nach oben ist. Laut "ESPN" wird sich die Franchise mit Center Norvel Pelle verstärken. Dieser hatte zuletzt bei den Philadelphia 76ers gespielt und kennt sich mit dem Blocken von Würfen bestens aus.

Titeldruck bei Steve Nash

Nach 17 Spielen stehen bei den Nets neun Siege und acht Niederlagen zu Buche. In der Eastern Conference bedeutet das aktuell Rang sieben und damit den vorletzten Playoff-Platz. Für Besorgnis ist es zu diesem Zeitpunkt der Saison noch zu früh, doch die Ansprüche sind mit der Ankunft von Harden gestiegen.

Wenn es bereits gegen die schwächer eingeschätzten Cavaliers zu großen Problemen kommt, dürfte es in den Playoffs mit noch stärkeren Teams wie Philly oder den Milwaukee Bucks nicht besser werden.

Damit die Mission NBA-Titel nicht schon frühzeitig scheitert, muss Nash noch an vielen Stellschrauben drehen.

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