von Oliver Jensen

Aaron Rodgers hat endlich die Katze aus dem Sack gelassen: Er will die Green Bay Packers verlassen und zu den New York Jets wechseln.

Doch warum will der 39-Jährige unbedingt zu der zuletzt so erfolglosen Franchise? Und was muss für den Mega-Trade jetzt passieren? Und wie steht es um die Gefühlswelt des Quarterbacks?

ran gibt die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was hat Rodgers gesagt?

Quarterback Aaron Rodgers sagte am Mittwoch in der "Pat McAfee Show", dass er zukünftig für die New York Jets spielen möchte. Diese Entscheidung habe er am Freitag getroffen. Die Packers hätte er bereits über diese Entscheidung informiert. "Ich habe deutlich gemacht, dass es meine Absicht ist, für die New York Jets zu spielen", so Rodgers. 

 

Wie kam Rodgers zu diesem Entschluss?

Rodgers hatte sich eine viertägige Auszeit in einem dunklen Rückzugsort verordnet. Vor diesem sogenannten "Dunkelretreat" sei er sich zu 90 Prozent sicher gewesen, dass er seine Karriere beenden möchte. Während der spirituellen Ruhephase hätte sich seine Meinung allerdings geändert.

Er wolle weiter Football spielen, strebe aber eine Veränderung an: "Ich liebe diese Stadt, ich liebe diese Organisation und ich werde immer Liebe für diese Organisation empfinden. Aber Fakt ist, dass sie jetzt ihren Weg weitergehen wollen und ich jetzt auch meinen."

Wie geht es weiter?

Mit der Aussage von Rodgers ist der Trade zu den Jets näher gerückt. Laut "ESPN" stehen die Packers und die Jets miteinander in Kontakt, um die Einzelheiten eines möglichen Trades abzuklären.

Die entscheidenden Aspekte sind die Umstrukturierung von Rodgers' Vertrag bei den Packers, der eigentlich noch bis einschließlich der Saison 2026 gilt, und die Gegenwerte für Rodgers bei einem Trade.

Wie ist der Vertrag von Rodgers gestaltet?

Rodgers aktueller Vertrag läuft bis einschließlich der Saison 2026, beinhaltet allerdings nach der Spielzeit 2023 eine Ausstiegsmöglichkeit. Für die Saison 2023 ist sein Vertrag mit 59,465 Millionen US-Dollar an Gehalt und Bonuszahlung dotiert. Den Großteil macht der Bonus von 58,3 Millionen US-Dollar aus, der spätestens in Woche 1 der Saison 2023 fällig ist. 

Verlässt Rodgers die Packers, würde Green Bay mit 40,3 Millionen Dollar Dead Money in die Saison gehen. Der Salary Cap der Jets hingegen würde 2023 mit lediglich 15,8 Millionen Dollar belastet werden, in der Spielzeit 2024 mit 32,5 Millionen Dollar. Für einen Quarterback seiner Qualität sind das "cap-freundliche" Werte.

Wie eng ist der Kontakt zwischen Rodgers und den Jets?

Zwischen Rodgers und den Jets besteht bereits ein enger Kontakt. Mehrere Offizielle der Jets, darunter der Owner Woody Johnson, General Manager Joe Douglas, Head Coach Robert Saleh und Offensive Coordinator Nathaniel Hackett flogen letzte Woche nach Kalifornien, um sich mit Rodgers zu treffen.

Rodgers soll bereits Einfluss auf die Personalplanung der Jets nehmen. Laut "ESPN" übermittelte er den Jets eine Wunschliste mit Free Agents, die er gerne in der Mannschaft hätte. Rodgers bezeichnete diese Meldung einerseits nachdrücklich als "lächerlich", gab aber zu, dass er von den Jets-Offiziellen nach Spielern gefragt wurde, mit denen er bereits zusammengespielt hat.

Der Einfluss ist bereits jetzt spürbar: Eine Empfehlung von Rodgers soll unter anderem sein ehemaliger Packers-Passempfänger Allen Lazard gewesen sein, der nun tatsächlich einen Vertrag bei den Jets unterzeichnete. Und wer kommt noch? Odell Beckham Jr. soll jedenfalls ein Wunschspieler von Rodgers sein.

Warum will Rodgers unbedingt zu den Jets?

Mehrere Gründe dürften in die Entscheidung mit hineinfließen. Rodgers sagt zum Beispiel: "Es gibt einen Trainer, der mir so viel bedeutet wie ein Trainer mir nur bedeuten kann, und er ist dort der Koordinator."

Gemeint ist der Offensive Coordinator Nathaniel Hackett, der von 2019 bis 2021 die gleiche Funktion bei den Packers einnahm und in dieser Zeit eng mit Rodgers zusammengearbeitet hat.

Die Jets sind zudem ein aufstrebendes Team, die vergangene Saison zwar "nur" sieben Siege hinbekamen, allerdings mit einer starken 7:4-Bilanz in die Saison gestartet sind. Dass die Weltstadt New York einen möglicherweise höheren Lebensstandard bietet als die Gegend rund um Green Bay, könnte ebenfalls ein Argument sein.

Was wollen die Green Bay Packers?

Die Green Bay Packers planen nicht mehr mit ihrem langjährigen Quarterback. Packers-Präsident Mark Murphy machte bereits letzte Woche deutlich, dass Rodgers' Rückkehr zum Team nicht die erste Wahl der Organisation wäre.

Stattdessen hoffen sie jetzt, eine "Win-Win-Lösung" für den viermaligen MVP und das Team zu finden.

Mit welchem Gefühl würde Rodgers die Packers verlassen?

Rodgers hat noch einmal klargestellt, wie viel ihm Green Bay bedeutet: "Ich durfte 15 Jahre lang der Starting-Quarterback der Packers sein. Also, ich liebe dich, Green Bay. Vielen Dank. Ich bin genauso traurig wie einige von euch, aber wir werden uns wiedersehen."

Kritik äußerte er lediglich an die Offiziellen der Packers, indem er sagte: "Ich hätte mir nur zu Beginn der Offseason eine bessere Kommunikation gewünscht."