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München/Cleveland - Seit Wochen herrscht Unruhe bei den Cleveland Browns. Jetzt sogar, obwohl das vergangene NFL-Spiel gegen die Detroit Lions 13:10 gewonnen wurde. Nachdem Abgang von der auserkorenen Diva Odell Beckham Junior, fehlt den Fans und auch den Medien ein personalisierter Sündenbock.

Das führt auch dazu, dass die Fans jetzt beginnen bei den Spielen zu buhen. Denn trotz des Sieges und der positiven Bilanz von 6-5, sind die Fans unzufrieden.

Die Cleveland Browns sind statistisch gesehen das stärkste, schwächste Team einer NFL-Division

Zu hoch war die Erwartungshaltung vor der Saison mit dieser Truppe endlich mal weit zu kommen. Denn auch wenn die Bilanz eine positive ist, so stehen die Browns damit in der AFC North auf dem letzten Platz. Die Pittsburgh Steelers (5-4), Cincinnati Bengals (-6-4) und Baltimore Ravens (7-3) stehen allesamt - wenn auch knapp - davor.

Dennoch sind die Playoffs alles andere als unerreichbar. Das Team scheint trotzdem zerfahren. Quarterback Baker Mayfield spielt seit Wochen mit einer Schulterverletzung angeschlagen, möchte seine schwankende Leistung aber nicht darauf zurückführen. Statistisch gesehen (QBR 8,6 bei einer Skala von 0-100) war es trotz Sieges über die Lions Mayfields drittschlechteste QB-Leistung seiner Karriere. Er brachte 15 von 29 Pässen für 176 Yards an, darunter einen Touchdown-Pass auf Running Back Nick Chubb, aber warf auch zwei Interceptions. Eine davon viel zu weit über den Kopf des angedachten Wide Receivers Jarvis Landry.

Baker Mayfield ignoriert Teil der Browns-Fans

In manch einem Kopf mag sich so langsam ein Gedanke bilden: "Hatte OBJ und sein Umfeld doch Recht?". Die Kritik an Mayfield wird - unabhängig von seiner Verletzung - lauter. So laut, dass die Buhrufe im FirstEnergy Stadium der Browns bis auf den Platz hörbar waren. Damit konfrontiert antwortete Mayfield am Montag nach dem Spiel lässig, aber entschlossen: "Das sind wahrscheinlich die selben Fans, die Lärm machen, wenn unsere Offense versucht, zu arbeiten. Mir ist das daher ziemlich egal".

Die obligatorische Pressekonferenz nach dem Spiel hat Mayfield zum ersten Mal in seiner Karriere ausfallen lassen: "Ich bin den Reporter-Fragen nie ausgewichen. Ich wollte aber zuerst meine Emotionen verarbeiten und dem ganzen Zeit lassen", erklärte Mayfield einen Tag später. Dann fügte er an: "Ich wäre der Erste, der es sagen würde, wenn ich scheiße spielen würde. Aber das wäre ich nicht den Reportern schuldig, sondern meinen Mitspielern." 

Mit Abpfiff der Partie verschwand Mayfield auch direkt in Richtung Kabine, blieb nicht mit seinen Mitspielern auf dem Rasen um den Sieg zu zelebrieren. Seine Erklärung: "Meine Leute wissen, dass es mir nur ums Gewinnen geht. Ich war einfach frustriert, dass ich es an dem Tag für uns schwieriger gemacht habe zu siegen. So war ich schon immer. Aber meine Mitspieler kennen mich und wissen wie ich diese Woche attackieren werde, um besser zurückzukommen."

Browns-Quarterback Baker Mayfield mit Kampfansage

Browns-Coach Kevin Stefanski versuchte seinen Quarterback, der laut der QBR-Statistik auf dem 27. Platz aller NFL-Quarterbacks in der Bewertung zurückgefallen ist, zu schützen: "Er ist nicht bei 100 Prozent. Er kämpft mit der Verletzung." In den kommenden beiden Wochen spielen die Browns gleich zwei Mal gegen den Divisionsersten aus Baltimore. 

"Jeder tut so, als wäre bei uns die Welt untergegangen. Nein, wir haben noch nicht gezeigt, was für ein Potenzial in uns steckt. Niemand weiß das besser als wir selbst. Wir wissen, was auf dem Spiel steht. Und wir wissen, was wir dafür tun müssen", beendete Mayfield die Pressekonferenz mit einer Art Kampfansage.

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