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München/Cleveland – Das Risiko ist groß, die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen.

Die Cleveland Browns gehen die Möglichkeit allerdings bewusst ein, eine Saison und 46 Millionen Dollar das Klo herunter zu spülen. Denn so viel bekommt Quarterback Deshaun Watson 2022, obwohl er elf Spiele fehlt. Wäre er für die komplette Saison gesperrt worden, wäre der Vertrag auf 2023 verschoben worden. Er hätte stattdessen 2022 nur eine Million kassiert.

Doch Watson und die Browns haben mit dem Kompromiss, elf statt sechs Spiele auszusetzen, nun zumindest Klarheit.

Deshaun Watson: Comeback gegen sein Ex-Team

Für Watson bedeutet das: Er wird in der Preseason nicht mehr zum Einsatz kommen, kann bis zum 30. August noch trainieren, darf am 10. Oktober auf das Trainingsgelände zurückkehren und ab dem 14. November das Training wieder aufnehmen. In Week 13 am 4. Dezember kehrt der Quarterback auf den Platz zurück – ironischerweise gegen sein Ex-Team Houston Texans.

Für die Browns heißt das, dass sie ein wenig länger auf Backup Jacoby Brissett setzen müssen. "Wir halten uns an unseren Plan, um voranzukommen", sagte Browns-Coach Kevin Stefanski. "Wir sind ziemlich zufrieden damit, wie wir im Moment arbeiten, weil wir wissen, dass wir Deshaun nach elf Spielen zurückbekommen werden."

Die große Frage: Ist die Saison zu dem Zeitpunkt möglicherweise schon gelaufen? Die Gegner bis zur Watson-Rückkehr: Fünf Playoff-Teams von 2021, konkret die Pittsburgh Steelers, die New England Patriots, Cincinnati Bengals, Buffalo Bills und Tampa Bay Buccaneers. 

Cleveland Browns: Ambitionierte Gegner

Außerdem warten ambitionierte Teams wie die Los Angeles Chargers, Baltimore Ravens und Miami Dolphins, zum Auftakt die Carolina Panthers, bei denen Ex-Browns-Quarterback Baker Mayfield ganz besonders motiviert sein dürfte. Weitere Gegner: die New York Jets und die Atlanta Falcons.

Weiteres Problem: Nach der Watson-Rückkehr wird es auf dem Papier nicht einfacher: Nach den Texans geht es gegen die Bengals, Ravens, New Orleans Saints, Washington Commanders und die Steelers.

Keine Frage: Auch mit Watson, der sein letztes NFL-Spiel Anfang 2021 absolvierte, wäre die Saison kein Selbstläufer, doch mit Brissett ist die Spielzeit ein noch größeres Fragezeichen. 

 

Seine Bilanz als Starter: Zwei Saisons (2017 und 2019) bei den Indianapolis Colts mit einer 4:11 und 7:8-Bilanz. Insgesamt kommt er auf 14 Siege und 23 Niederlagen.

Furchteinflößend ist anders. Ein typischer Backup und kein Franchise-Quarterback, für die Browns nun aber der Hoffnungsträger, der die Saison am Leben erhalten soll.

Großes Vertrauen in Jacoby Brissett

Die Browns lassen sich nicht beirren – zumindest nicht nach außen. "Wir freuen uns auf Jacoby und haben großes Vertrauen in ihn", betonte Stefanski.  

Er erinnert sich an Telefonate rund um die Verpflichtung von Brissett, "mit Leuten, für die er gespielt hat, mit denen er zusammengespielt hat, und es hieß stets, dass wir einen Vollprofi bekommen", sagte Stefanski. "Er ist jemand, der von Anfang an die Führung übernimmt, sehr hart an sich arbeitet und ein hervorragender Teamkollege ist."

Ein Risiko ist es trotzdem.

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