Befindet sich derzeit auf Formsuche: Ezekiel Elliott. - Bildquelle: imagoBefindet sich derzeit auf Formsuche: Ezekiel Elliott. © imago

München/Dallas - Während seine Team-Kollegen den Auswärtssieg bei den New Orleans Saints feierten, wirkte Ezekiel Elliott nach der Partie etwas angeschlagen. 

Der Running Back tat sich gegen eine giftige Saints-Defensive sichtlich schwer, nur selten konnte er wirklich für viel Raumgewinn sorgen. Am Ende der Partie stand er bei gerade einmal 45 Rushing Yards - bei 13 Versuchen. 

Dabei will der 26-Jährige eine Knieverletzung, die ihn seit einigen Wochen behindert, nicht als Ausrede gelten lassen: "Daran lag es nicht. Sie haben eine Menge guter Spieler. Es war sehr schwer heute", sagte er nach der Partie. 

Das Problem: Es war nicht der erste enttäuschende Auftritt des eigentlichen Offensiv-Stars. 

Enttäuschende Saison von Ezekiel Elliott

Nach einem starken Auftakt spielt der zweimalige Rushing Leader der NFL seine wohl schwächste Saison im Cowboys-Trikot. Obwohl sich Dallas auf Playoff-Kurs befindet und Woche für Woche starke Teamleistungen aufs Feld zaubert, kann Elliott seit sieben Spielen nur wenig dazu beitragen. 

Seit dem Spiel gegen die New York Giants im Oktober kam er nicht mehr über 70 Rushing Yards - seit vier Spielen scheiterte Elliott sogar an der 50-Yards-Grenze. Besonders auffällig ist hier seine fehlende Spritzigkeit.

 

Auch wenn bei einigen anderen Running Backs mit der Zeit Verschleißerscheinungen zu erkennen sind, ist der Wandel beim Cowboys-Star fast erschreckend. In Elliotts sechster NFL-Saison scheint er endgültig nicht mehr an die alten Tage anknüpfen zu können. 

Noch deutlicher werden seine Defizite jedoch erst im Vergleich mit dem eigentlichen Backup-Running-Back Tony Pollard, der Elliott auch gegen die New Orleans Saints in den Schatten stellte. 

Tony Pollard nutzt wenige Chancen

Beim Stand von 13:10 aus Cowboys-Sicht gab Quarterback Dak Prescott den Ball an der eigenen 42-Yard-Linie zu Pollard ab. Nur wenige Augenblicke später jubelten die Cowboys-Spieler an der Seitenlinie. Wie ein heißes Messer durch Butter schlüpfte der 24-Jährige an den Saints-Verteidiger vorbei und sprintete in die Endzone. 

Dabei zeigte er seinen unfassbaren Antritt, mit dem er gleich mehrere Linebacker düpierte. Bei allem Respekt: Wäre Ezekiel Elliott hier auf dem Feld gestanden, ist derzeit nur schwer vorstellbar, dass er diesen Versuch in einen Touchdown hätte ummünzen können.

 

Und hier liegt das Problem der Sache: Während Pollard mit nur wenigen Möglichkeiten viel daraus macht, kommt bei Elliott trotz einiger Versuche wenig dabei rum. Das lässt sich mit Statistiken leicht beweisen. 

Zwar kommt Elliott über die Saison gesehen auf 765 Rushing Yards, während Pollard "nur" bei 602 Rushing Yards steht. Entscheidend ist jedoch die Anzahl der Laufversuche. Pollard erhielt hier gerade einmal 107 Möglichkeiten, während Elliott mit 173 Versuchen nur deutlich öfter ins Run Game der Cowboys involviert war. 

Teurer Vertrag verhindert wohl Trennung

In einer Situation, in der andere Teams längst die Reißleine gezogen hätten, sind den Cowboys mehr oder weniger die Hände gebunden. Auch wenn Pollard im Laufe der Saison die Zügel im Dallas-Backfield endgültig übernehmen sollte, ist die Franchise weiter an Elliott gebunden.

Vor zwei Jahren machten ihn die Cowboys zu einem der bestbezahlten Running Backs der Liga. Bis 2026 könnte Elliott bis zu 90 Millionen US-Dollar verdienen. Erst vor der Saison 2023 würde eine vorzeitige Trennung aus Dallas-Sicht Sinn machen, zuvor würde das Team mit einer Entlassung oder einem Trade kein Geld einsparen. 

Damit bleibt den Cowboys nicht viel anderes über, als auf einen zweiten Frühling ihres einstigen Workhorse zu hoffen. Bis dahin würde es nicht verwundern, wenn noch in dieser Saison der  sich immer mehr andeutende Wechsel vollzogen wird - und Pollard  auch in möglichen Playoffs den größeren Teil der Möglichkeiten bekommt.

Dann wird sich auch die Frage stellen, ob Elliott eine Rolle in der zweiten Reihe ohne Murren hinnehmen würde. Zumindest nach dem Saints-Erfolg gab er sich als Team-Player: "Wir haben die Plays bekommen, die wir gebraucht haben. Am Ende geht es darum, den Sieg zu feiern", sagte er abschließend. 

Dennoch: Der Machtwechsel im Cowboys-Backfield wurde spätestens seit dem Saints-Spiel eingeleitet. 

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