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München - Es gibt Bewegungen, die so exotisch und unmenschlich sind, dass ihnen tierische Eigenschaften attestiert werden. Und so schlängelte sich Justin Fields an diesem dritten Spieltag gegen die Houston Texans aus dem Druck der Defensive heraus, ließ zwei Verteidiger aussteigen und sammelte mit seinem Lauf 29 Yards Raumgewinn. 

Es sind diese Momentaufnahmen, die die Hoffnungen in einen der Youngster-Quarterbacks der Liga aufleben lassen. Allerdings sind es auch die Momentaufnahmen eines Films, der noch seine Geschichte sucht. 

Justin Fields, der als potenzielles Gesicht der Bears-Franchise im NFL Draft 2021 an zehnter Stelle gewählt wurde, konnte sich bisher nicht als Langzeitlösung hervorspielen.

Justin Fields: Holpriger Saisonstart

In der noch jungen Saison übersieht und überwirft der Quarterback seine Anspielstationen regelmäßig und hält den Ball durchschnittlich 3,4 Sekunden, ehe er ihn wirft. Der Ligaschnitt liegt bei knapp 2,6 Sekunden. Knapp eine Sekunde in der echten Zeit, eine halbe Ewigkeit Unterschied in der NFL.

Mit 471 Passing Yards, 50,7% Completion Percentage und zwei Touchdowns bei vier Interceptions zählt der 23-Jährige zu den ineffizientesten und statistisch schwächsten Quarterbacks der Liga.

"Es ist ganz einfach: Ich muss besser spielen. Das war Müll", sagte Fields nach dem dritten Spieltag in einer Pressekonferenz. 

Bears: Verantwortung liegt nicht nur bei Fields

Wichtig dabei zu sagen ist: Fields soll im Idealfall zum Gesicht der Bears avancieren, schultern sollte er diesen Weg allerdings nicht allein. Bereits in der Offseason setzten die Bears verhältnismäßig wenig Ressourcen ein, um um Fields herum eine funktionale Offense zu bauen. 

 

Und so bröckelt bereits nach wenigen Wochen das Fundament. Die Offensive Line ließ (bei verhältnismäßig wenigen Dropbacks) bereits 37 Pressures zu. Keiner der Receiver, auch wenn sie manchmal überworfen oder übersehen werden, konnte sich bisher als verlässliche und gute Anspielstation etablieren. 

"Es ist schwierig, etwas Positives aus einem Spiel zu ziehen, wenn man nicht punktet", sagte Wide Receiver Darnell Mooney nach der jüngsten Niederlage gegen die New York Giants, fügte allerdings hinzu: "Es sind Kleinigkeiten, die wir ändern können, und dann wird es wieder rund laufen." 

Bears-Offense gegen Vikings: Befreiungsschlag oder weiterhin Krise? 

Gegen die Vikings haben Fields und die Bears-Offense nun die Möglichkeit, sich selbst aus der Krise herauszuspielen. Nach einem bockstarken Saisonstart gegen die Packers, in denen die Vikings lediglich einen Touchdown zuließen, hat sich die Defensive im Mittelfeld der Liga (gemessen seit Woche 2) eingependelt. 

Besonders durch die Luft sind die Vikings angreifbar. Durchschnittlich lassen sie acht Yards pro Passversuch zu, der vierthöchste Wert der Liga. "Wir müssen in der RedZone dann aber auch punkten, in dieser Liga gewinnst du nicht, wenn du nicht punktest", mahnte Head Coach Matt Eberflus.

Gegen die Vikings wird Fields erneut ins Rampenlicht rücken, ein Schritt in Richtung Franchise Quarterback kann gemacht werden. Beispielsweise mit einem bärenstarken Auftritt.

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