Die Chemie zwischen Head Coach Brian Daboll und Quarterback Daniel Jones sch... - Bildquelle: Getty ImagesDie Chemie zwischen Head Coach Brian Daboll und Quarterback Daniel Jones scheint zu stimmen © Getty Images

Von Tim Rausch

München - "Was steckt hinter der Magie von Brian Daboll", titelte "The Athletic" jüngst. Der 47-Jährige hat sich den Ruf eines Zauberers erarbeitet.

Einer, der aus schier unmöglichen Situationen noch einen Ausweg findet. Einer, der den scheinbar übermächtigen Gegnern die Stirn bietet. Einer, der die New York Giants, Verletzungen und ehrlicherweise auch individueller Qualität zum Trotz, zu einer 7:3-Bilanz geführt hat. 

Daboll muss seine Kumpanen am Donnerstag (ab 22:20 Uhr live auf ProSieben und ran.de) in den nächsten Kampf in der NFC East führen und mit den Dallas Cowboys wartet ein Schwergewicht. 

Brian Daboll: "Cowboys werden eine gute Prüfung" 

"Sie haben in der Offensive, in der Defensive und im Special Teams Qualität. Sie punkten viel und lassen wenig zu. Die Cowboys werden eine gute Prüfung", wird Daboll im Vorfeld auf der Team-Website zitiert. 

In der Partie wird der ehemalige Offensive Coordinator auf eine ganze Reihe an Gefährten verzichten müssen.

In der Offensive Line fehlt eine Reihe an Startern, inklusive Erstrunden-Pick Evan Neal. Der ohnehin dünn besetzte Receiving-Room wird auf einen Mix aus Darius Slayton, Kenny Golladay, Richie James und Isaiah Hodgins setzen. Rookie Wan'Dale Robinson fällt den Rest der Saison aus.  

Verletzung von Wan'Dale Robinson "schmerzt"

"Robinson hat toll gespielt für uns", sagt Davoll und beruft dich dabei auf neun Catches für 100 Yards im letzten Spiel. "Eine solche Verletzung schmerzt natürlich immer."

Der Head Coach, in seinem ersten Jahr in dieser Position, muss also wieder neue Wege finden, eine funktionale Offensive aufs Feld zu stellen. Bisher gelang es ihm über weite Strecken, trotz zahlreicher Verletzungen und ehrlicherweise an einigen Stellen fehlender Qualität, der Giants-Offense Stabilität zu verlieren. 

Die Giants sammelten bisher knapp 20 Punkte pro Spiel und knapp fünf Yards pro Spielzug. Beides keinesfalls Top-Werte, eher unteres Mittelfeld, aber in Anbetracht der Umstände durchaus positiv erwähnenswert - zum Vergleich: Im Vorjahr rangierten die Giants jeweils auf Platz 31.

Daniel Jones als Ballverteiler

Von der verbesserten Offensiv-Struktur profitiert besonders Quarterback Daniel Jones. Die bisherige Karriere des ehemaligen Erstrunden-Pick verlief alles andere als gradlinig, Verletzungen und zahlreiche Coaching-Wechsel legten ihm immer wieder Steine in den Weg. 

Unter Daboll agiert er meist in der Rolle als Ballverteiler. Daboll nutzt bei über 50 Prozent der Snaps Motion, jeder dritte Pass-Snap enthält Play-Action. Dadurch werden Defensiven auf Trab gehalten und Jones kann aufgrund einer Vielzahl an "vereinfachten" Spielzügen schneller Entscheidungen treffen.

"Ich fühle mich wohl in der Offensive. Wir ziehen alle an einem Strang", kündigte Jones bereits vor der Saison an.

Knapp 60 Prozent der Pässe von Jones fliegen nicht weiter als neun Yards durch die Luft. Einer der höchsten Werte der Liga. In diesem Bereich des Feldes brachte er bisher knapp 87 Prozent seiner Pässe an, für knapp über 1.000 Yards, sechs Touchdowns und keine Interception. 

Daniel Jones: Kaum vertikale Pässe

Vertikal lässt Daboll ihn allerdings nur selten von der Leine, was auch an fehlender Receiver-Qualität und einer wackligen Offensive Line liegt. 

Lediglich 13 Pässe warf Jones in der aktuellen Spielzeit über 20 Yards weit, der mit Abstand niedrigste Wert der Liga. Umso häufiger wird der 25-Jährige dafür ins Laufspiel eingebunden. 437 Yards sammelte Jones bereits zu Fuß, der höchste Wert in einer Saison in seiner Laufbahn. 

Saquon Barkley als X-Faktor 

Gegen die Cowboys könnte das Laufspiel zu einem der wichtigsten Faktoren werden. Dallas stellt einen gefährlichen Pass Rush, die Secondary verursacht regelmäßig Turnover. Allerdings lässt die Cowboys-Defense durchschnittlich 4,7 Yards pro Lauf zu, einer der höchsten Werte der Liga.

Running Back Saquon Barkley, der Star der Offensive, dürfte einige Möglichkeiten erhalten, sein Talent unter Beweis zu stellen. 4,5 Yards gehen im Schnitt pro Lauf auf das Konto des 25-Jährigen, knapp drei Yards holt er durchschnittlich auf eigene Faust, nach dem Erst-Kontakt mit einem Gegenspieler, raus.

Gegen die Cowboys dürfte Daboll also auf seine wenigen verbliebenen Stützen setzen - und vielleicht kann er ja noch das ein oder andere Ass aus dem Ärmel zaubern.