Brad Marchand von den Boston Bruins wird von seinen Gegenspielern aus mehrer... - Bildquelle: 2022 Getty ImagesBrad Marchand von den Boston Bruins wird von seinen Gegenspielern aus mehreren Gründen gehasst © 2022 Getty Images

München/Boston - Zwei Tore, drei Assists - Brad Marchand war beim 5:2 seiner Boston Bruins gegen die Carolina Hurricanes der überragende Mann (NHL live, jeden Sonntag auf ProSieben MAXX und ran.de).

"Das sind die spaßigsten Spiele, wenn die Emotionen kochen und die Intensität hoch ist", sagte der 33-Jährige nach dem Spiel. "Wenn du in solchen Spielen nicht abliefern kannst, wofür spielst du dann? Das ist es, was wir lieben und immer geliebt haben."

Der Flügelstürmer schien die lautstarke Unterstützung der 17.850 Zuschauer in dem TD Garden regelrecht aufzusaugen. Nachdem Boston die ersten beiden Spiele gegen Carolina auswärts verloren hatte, konnten sie beide Partien vor eigenem Publikum für sich entscheiden. Die Best-of-Seven-Serie steht somit bei 2:2.

"Es sind nicht nur deine Träume. Es ist dein ganzes Team, die Organisation, es ist die ganze Stadt, die du in dieser Situation erlebst", sagt Marchand. "Es gibt eine Menge gute Gründe zu spielen und deinem Team zum Sieg verhelfen zu wollen. Ich denke, wir alle ziehen daraus Energie und haben uns auf diese Herausforderung gefreut."

Stanley-Cup-Sieg im Jahre 2011

Marchand spielt bereits seit der Saison 2009/2010 für die Bruins und feierte 2011 den Gewinn des Stanley Cups. 2013 und 2019 erreichte Boston erneut die Endspiele, scheiterte aber an den Chicago Blackhawks und St. Louis Blues. 136 Playoff-Spiele hat Marchand bereits bestritten. Seine stolze Ausbeute: 48 Tore, 68 Assists. 

 

"Wir lieben die Herausforderung, in den Playoffs zu stehen und uns in schwierigen Situationen zu befinden", sagt er. "Es geht nicht immer in die gewünschte Richtung. Aber wenn es das tut, ist es ein höllisches Gefühl."

Bereits in der regulären Saison war der Kanadier mit 32 Toren und 48 Assists der Top-Scorer seiner Mannschaft. Doch es ist nicht nur die Effektivität, die ihn zu einem der meist gefürchteten Spielern der NHL macht.

Aufgrund seiner Spielweise gilt er als Bad Boy. Dass er mit einer Größe von nur 1,75 Meter und einem Gewicht von 83 Kilogramm den meisten Gegenspielern körperlich unterlegen ist, kompensiert er durch seine Kompromisslosigkeit.

"Der schmutzigste Spieler der Liga"

Bei einer Umfrage aus dem Jahre 2020 unter 392 NHL Spielern wurde Marchand zum "schmutzigsten Spieler der Liga" gewählt. Fast jeder Dritte, genau genommen 29 Prozent der Befragten, hatten ihn gewählt.

Kurios: In der selben Umfrage wurde er sowohl zum besten als auch zum schlechtesten Trash-Talker der NHL gewählt.

Spitznamen wie "Nose Face Killah", "Leg Sweeper" oder "Rat" pflastern seinen Weg. Selbst der ehemalige US-Präsident Barack Obama wusste um den Ruf von Marchand. Als die Bruins im Jahre 2011 als Stanley-Cup-Gewinner im Weißen Haus geehrt wurden, verpasste Obama ihm mit der Bezeichnung "Little Ball of Hate" gleich einen weiteren Spitzenamen.

Gleichwohl war in den vergangenen Jahren eine Entwicklung bei Marchand festzustellen. Die vielen Strafen zeigten Wirkung. Bereits 2017 kündigte er an, weniger Trash Talk betreiben zu wollen, um für eine "familienfreundliche Atmosphäre in der NHL" zu sorgen.

Zwei Jahre später wiederholte er seine Bemühungen, zukünftig fairer agieren zu wollen. "Ich bekam viel Ärger. Das war mir eigentlich egal. Ich habe gespielt, wie ich es gespielt habe. Ich war in der NHL und fühlte mich gut dabei."

Mit steigendem Alter hätte sich seine Sichtweise allerdings verändert: "Ich möchte sicherstellen, dass die Langlebigkeit da ist und dass ich nicht wegen Dummheiten aus der Liga gedrängt werde." 

Entweder bist du Champion – "oder ein Verlierer"

Ob nun als "Bod Boy" oder als Geläuteter: Marchand stellt sich in den Dienst seines Teams. Sein Mitspieler Patrice Bergeron lobt: "Er findet immer einen Weg, besser zu werden. Er nimmt alles auf sich, um dem Team auf jede erdenkliche Weise zu helfen. Er stellt sich jeder Gelegenheit, wenn es einen großen Moment gibt."

Möglicherweise hängt das mit seiner Einstellung zusammen. Für Marchand zählt nur der Titel. "Wenn du am Ende des Jahres nicht um den Stanley Cup spielst, was ist dann der Sinn?" fragte er einmal. "Wenn du nicht gewinnst, kannst du genauso gut die Playoffs verpassen, weil du dann genauso ein Verlierer bist wie alle anderen."

Oliver Jensen

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