- Bildquelle: 2022 Getty Images © 2022 Getty Images

Köln - Nach der siebten Pleite in Folge blieb Leon Draisaitl der Pressekonferenz lieber fern. Das war wohl auch besser so, denn der Eishockey-Superstar ist derzeit, nun ja, leicht reizbar.

Bei seinem letzten Auftritt vor Medien hatte sich der Stürmer der Edmonton Oilers ein bizarres Duell mit einem Reporter geliefert, das tief blicken lässt. Die Nerven liegen blank.

Was denn der Hauptgrund für Edmontons Pleitenserie in der NHL sei, wollte der erfahrene Journalist Jim Matheson von Draisaitl wissen. "Wir müssen uns in allen Dingen verbessern", antwortete dieser schmallippig. "Wollen Sie das näher erläutern?", hakte der Reporter nach. "Nein", sagte Draisaitl, und nach einer kurzen Pause schob er provozierend nach: "Sie können das machen. Sie wissen alles."

Daraufhin stichelte Matheson: "Warum sind Sie so angepisst, Leon?". Der entgegnete: "Bin ich nicht, ich beantworte nur Ihre Frage."

Natürlich gab Draisaitl mit dem sarkastischen Ton und der beleidigten Miene deutlich mehr preis. Die eklatante und auch für Experten unerklärliche Formkrise der Oilers nagt an Draisaitls Nervenkostüm. Seine Mission "Stanley Cup", die mit einem herausragenden Saisonstart so verheißungsvoll begonnen hatte, droht frühzeitig zu scheitern. Wieder einmal.

 

Verpassen die Edmonton Oilers die Playoffs?

Nach dem blamablen 0:6 gegen die Florida Panthers belegt Edmonton in der Pacific Division nur den vorletzten Platz. Das Verpassen der Playoffs droht, was angesichts des enormen Talents im Kader ein großes Scheitern wäre. Es drängt sich mehr und mehr die Frage auf, ob die Scorer-Könige Draisaitl und Connor McDavid auch dann liefern können, wenn es hart auf hart kommt.

"Das ist ein echter Führungstest", sagte Edmontons Verteidiger Darnell Nurse. Bei einem guten Lauf sei es einfach, "ein Anführer zu sein". Aber aus der aktuellen Krise herauszukommen, das sei "ein Test für alle Anführer in unserem Team", meinte Nurse: "Du musst jeden Tag mit deinem Schutzhelm auftauchen, das ist der einzige Weg, da rauszukommen."

Draisaitl spielt keine schlechte Saison, keineswegs. 54 Punkte (26 Tore, 28 Assists) in 36 Spielen sind nach wie vor eine herausragende Quote. Doch in den bisherigen fünf Spielen des Jahres 2022 gelangen dem gebürtigen Kölner lediglich drei Scorerpunkte.

Draisaitl ist - genau wie das gesamte Team - aus dem Tritt gekommen, was auch an coronabedingten Spielausfällen liegt. Doch das Problem haben viele andere Teams auch. 

 

Draisaitl muss nun beweisen, dass er auch in Krisenzeiten ein Anführer sein kann. Ob es angemessen sei, dass er, wie beim 4:6 gegen Ottawa geschehen, seinen Frust auf dem Eis für alle sichtbar herauslasse, wollte Reporter Matheson von Draisaitl wissen.

Der deutsche NHL-Profi lächelte süffisant und antwortete voller Sarkasmus: "Ja, das ist eine großartige Sache, ganz sicher."

Du willst die wichtigsten Sport-News, Videos und Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die neue ran-App mit Push-Notifications für Live-Events. Erhältlich im App-Store für Apple und Android.    

News-Ticker

Video-Tipps

Aktuelle Galerien