Leon Draisaitl führt die Edmonton Oilers in das Conference Finale - Bildquelle: 2022 Getty ImagesLeon Draisaitl führt die Edmonton Oilers in das Conference Finale © 2022 Getty Images

München - Die Edmonton Oilers ziehen mit einem 5:4-Overtime-Erfolg in das Conference Finale der Stanley Cup Playoffs 2022 ein. Gegen die Calgary Flames überragte in einem engen Spiel 5 Leon Draisaitl, der an vier der fünf Treffer beteiligt war und damit weiter an seinem Playoff-Meriten arbeitet.

"Ich weiß nicht wie lange der Flug von Calgary nach Edmonton ist", scherzte Jay Woodcroft nach der Partie. "Den Erzrivalen in seiner Halle auszuschalten, wir werden den Flug genießen." Woodcroft selbst hat an dem guten Gefühl auf dem Weg nach Edmonton einen großen Anteil. Er stellte Zach Hyman zu Connor McDavid und Draisaitl in die Reihe.

Dem dafür ausgetauschten Evander Kane erklärte er diese Umstellung persönlich auf der Bank und zeigte so großes Einfühlungsvermögen, dass auch in der Mannschaft geschätzt wird. "Er ist atemberaubend für uns", schwärmte Draisaitl über seinen Trainer "Er ist so ruhig und versteht was passieren muss. Das hilft uns als Mannschaft und beruhigt uns."

Die Ruhe verließ die Oilers auch nicht, als sie nach 25:41 Minuten mit 0:2 zurücklagen. Andrew Mangiapane (11.) und Mikael Backlund (26.) sorgten für Hoffnung auf eine Serienfortsetzung bei den Flames. Es folgte der Ausgleich durch Darnell Nurse (28.) und Jesse Puljujarvi (30.), ehe es im Spiel wild wurde.

"Ich habe sowas noch nie gesehen. Das muss ein Rekord sein", mutmaßte Draisaitl nach dem Spiel und erntete ein Nicken von den anwesenden Journalisten." Es ist so schnell passiert. Ich hatte das Gefühl, dass ich nur einmal draußen war und vier Tore gefallen sind."

Oilers stellen Playoff-Rekord auf

Zach Hyman (35.), Johnny Gaudreau (36.), Calle Jarnkrok (36.) und Evan Bouchard (37.) sorgten für vier Tore binnen 1:11 Minute und stellten damit einen neuen Rekord in den Playoffs auf. Auch diese Situation sorgte nicht für Chaos bei den Oilers, die von ihren Erfahrungen profitieren konnten.

"Die Ruhe kommt von unseren Anführern", lobte Woodcroft seine Führungsspieler. "Wir haben einige Spieler, die in den vergangenen sechs Jahren in den Playoffs einiges durchgemacht haben. Wir haben einige Spieler mit mehr Playoff-Erfahrung integriert."

Draisaitl ist einer dieser Anführer und bewies auch in Spiel 5, dass er in entscheidenden Situationen vorangeht. In der regulären Spielzeit sammelte er drei Vorlagen und übertraf damit die 50-Playoff-Punkte-Marke. Gegen die Flames kam er am Ende in den fünf Begegnungen auf zwei Tore und 15 Vorlagen.

Seinen eigenen NHL-Playoff-Rekord von Spielen mit mindestens drei Zählern verlängerte er auf fünf Spiele und schnuppert nun sogar an dem Allzeit-Rekord inklusive der Hauptrunde. Wayne Gretzky (1985/86), Bobby Orr (1970/71) und Jari Kurri (1992/93) gelangen in der Hauptrunde sechs Partien hintereinander mit mindestens drei Punkten.

Das Schlussdrittel bot eine Schrecksekunde für Edmonton, doch der vermeintliche Treffer der Flames wurde nach einer Coaches Challenge aberkannt. Die Partie ging in die Overtime und es war zu erwarten, dass McDavid und Draisaitl eine entscheidende Rolle spielen würden.

Draisaitl ist "stolz auf die Mannschaft"

Erstmals gelang es den Flames den vermeintlich besten Spieler der Welt für 65 Minuten aus der Partie zu nehmen. Dann passte Draisaitl in den Slot zum freistehenden McDavid, der die Scheibe platziert einnetzte und die Partie entschied. Draisaitl hatte mit seinem vierten Assist des Abends einen entscheidenden Anteil am Treffer.

"Es war ein wichtiges Tor von Connor. Ich werde nicht hier stehen und über mich reden", vermied Draisaitl die angemessenen Lobeshymnen. "Unser ganzes Team hat eine starke Leistung gebracht. Ich bin stolz auf die Mannschaft."

Draisaitl sorgte mit seinen 17 Punkten für die meisten, die ein Akteur in einer Battle-Of-Alberta-Playoffserie je sammeln konnte. Selbst Gretzky kam in seiner besten Serie gegen die Flames mit 14 Punkten nicht an den Deutschen heran. Gleichzeitig waren die gesammelten Zähler die drittmeisten in einer Playoffserie überhaupt.

Draisaitl ist auch außerhalb der Duelle mit den Flames zu einem der entscheidenden Spieler in der wichtigsten Phase der Saison geworden. Mit einem Punkteschnitt von 1,61 rangiert er hinter Gretzky (1,84) und gleichauf mit Mario Lemieux (1,61) auf dem zweiten Rang der besten Playoff-Punktesammler aller Zeiten. McDavid folgt zwei Ränge dahinter mit 1,45.

Dennoch stellte Draisaitl seinen Reihenkollegen in den Fokus. "Er bedeutet uns alles. Er ist unser Anführer unser Go-To-Guy und der Spieler, zu dem alle schauen, wenn wir es brauchen." Genau einen solchen Moment hatten die Oilers in der Verlängerung und McDavid netzte ein.

"Es ist ein fantastisches Gefühl", beschrieb Draisaitl nach der Partie seine Emotionen. "Wir sind aber erst auf dem halben Weg und wir freuen uns darüber, aber es gibt ein größeres Ziel." 

Die Oilers haben gegen Calgary bewiesen, dass sie als Mannschaft gereift sind. "Ob jemand vier oder 24 Minuten spielt, der Beitrag wird geschätzt," beschrieb Woodcroft die Stimmung in der Kabine. "Wir haben Spieler, die gewillt sind füreinander zu arbeiten."

Genau dieser Zusammenhalt und die herausragenden Leistungen von McDavid und Draisaitl dürften Edmonton die Chance auf mehr geben, als das Conference Finale.

"Die Franchise der Edmonton Oilers ist stolz auf ihre Geschichte. Unsere Mannschaft will zu dieser Geschichte beitragen und ihre eigene Marke setzen", so Woodcroft.

Quelle: NHL.com/de

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