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München - Nachdem die Edmonton Oilers (20-16-2) rund um den deutschen Superstar Leon Draisaitl am Samstag mit 5:3 gegen die Calgary Flames gewannen, hielten viele den ersten Sieg nach zuvor sieben Niederlagen in Serie bereits für den großen sportlichen Wendepunkt der Mannschaft in dieser Saison.

Dass es für die Oilers in den kommenden Wochen und Monaten jedoch keinesfalls ein Selbstläufer in Richtung Stanley Cup Playoffs werden wird, mussten die Fans und das Team schon drei Tage später miterleben.

Comeback gegen die Canucks

Gegen die Vancouver Canucks (18-19-5) geriet die Mannschaft auswärts zunächst mit 0:2 in Rückstand, zeigte dann in der Rogers Arena aber eine intakte Moral und viel Kampfgeist, setzte sich am Ende nach einem harten Fight und etwas glücklich mit 3:2 nach Verlängerung beim Kontrahenten, der vor dem Spiel in der Tabelle der Pacific Division punktgleich war, durch.

"Ich denke, wir waren das ganze Spiel über stark. Wir lagen zwei Tore zurück und ich hatte das Gefühl, dass wir gut gespielt haben. Also mussten wir im dritten Drittel dranbleiben. McLeod hat uns mit einem wichtigen Tor in Schwung gebracht, und unser Powerplay hat ein paar Minuten lang dominiert und einen Treffer erzielt. Es war aufregend. Wir hatten viele Chancen, das Spiel zu gewinnen, und ich war froh, dass das letzte Tor gefallen ist", gab Edmontons Trainer Dave Tippett hinterher zu Protokoll.

Draisaitl war dabei einmal mehr unter den Torschützen seiner Mannschaft, und auch Kapitän Connor McDavid trug sein Scherflein zum Sieg bei. Dem Kapitän gelang der vielumjubelte Siegtreffer in der Verlängerung. Einmal mehr sorgten damit die Top-Stars im Kader am Ende für den Erfolg der Mannschaft aus Edmonton.

McDavid gelang der alles entscheidende Treffer in diesem Duell ganze 24 Sekunden vor Ende der fälligen Verlängerung. Es war sein 20. Saisontor im 37. Einsatz. Dabei verwertete er einen Pass von Verteidiger Darnell Nurse.

Es war das glückliche Ende eines Abends, der zuvor für die Gäste alles andere als ermutigend begonnen hatte. Die von den zahlreichen Niederlagen in den vergangenen Wochen belastete Psyche der Mannschaft aus Alberta wurde in Vancouver abermals stark gefordert.

Doppelschlag Vancouver

Nach einem ersten Drittel in dem sich beide Teams zunächst noch neutralisierten, gelangen Elias Pettersson und Tyler Motte im zweiten Drittel im Abstand von 2:47 Minuten die beiden Treffer für die Canucks, die ihre letzten beiden Heimspiele verloren hatten. Vancouver hat in den letzten acht Spielen lediglich zwei Siege eingefahren (2-4-2), nachdem man unter Trainer Bruce Boudreau, der am 5. Dezember Travis Green als Coach ablöste, mit einer Erfolgsserie von 8-0-1 gestartet war.

Pettersson brachte die Canucks mit einem Alleingang nach 14:26 Minuten des zweiten Drittels mit 1:0 in Führung, als er mit einem Handgelenkschuss vom linken Bullykreis aus traf. Motte erzielte das 2:0 nach 17:13 Minuten mit einem Alleingang. "Das ist kein Erfolgsrezept, aber wir finden einfach keinen Weg, um das erste Tor zu schießen", beklagte McDavid. "Wenn man also nicht den ersten Treffer in einem Spiel schießt, muss man in der Lage sein, in Spielen zurückzukommen. Das haben wir jetzt zwei Mal hintereinander geschafft."

Draisaitl erzwingt Overtime

Das lag daran, dass die Oilers gegen Vancouver im dritten Spielabschnitt viel Moral zeigten. Ryan McLeod und Draisaitl sorgten mit ihren Toren dafür, dass Edmonton es noch in die Verlängerung schaffte und damit zumindest einen Zähler schon einmal sicher hatte.

McLeod erzielte das 2:1 mit einem Schuss aus spitzem Winkel in der 47. Minute und Draisaitl glich knapp zehn Minuten vor der Sirene mit einem One-Timer nach einem Querpass von Ryan Nugent-Hopkins aus. Für den Vorlagengeber war es sein erstes Spiel seit einer Unterkörperverletzung, die er am 1. Dezember erlitt. Für Draisaitl war der 29. Saisontreffer. Hinzu kommen für ihn nach 38 Einsätzen noch 30 Assists, so dass er aktuell bei 59 Scorerpunkten steht.

 

"Wir haben nicht unser bestes Eishockey gespielt und das wussten wir. In diesem Spiel kommt es immer auch sehr auf den Zufall an. 'Clouder' (McLeod) hat einen Weg gefunden, ein Tor zu schießen, und zwar gegen einen Spieler, der ziemlich gut gespielt hat. Das war ein wichtiges Tor für uns und hat uns irgendwie zurück ins Spiel gebracht", freute sich McDavid nach dem Spiel.

Es war eine Willensleistung der Oilers, bei der Vancouvers Torwart Spencer Martin, der an diesem Tag bei seinem zweiten NHL-Einsatz in fünf Jahren auf 47 Paraden kam, es den Angreifern der Gäste schwer machte zum Erfolg zu kommen. Zu der Fortsetzung seiner Zeit in der Liga kam es, da die beiden Top-Goalies der Canucks, Thatcher Demko und Jaroslav Halak, beide auf das COVID-19-Protokoll der NHL gesetzt werden mussten.

Martin kam am Freitag gegen die Florida Panthers zu seinem ersten Einsatz der Saison in der NHL, als er bei der 1:2-Niederlage nach Shootout seiner Farben 33 Mal retten konnte. Auch sein zweiter Auftritt ging nach einer starken Vorstellung am Ende nur knapp verloren, da McDavid in der fälligen Verlängerung zur Stelle war und den Sieg der Gäste sicherstellte.

 

Weiter geht es für Draisaitl, McDavid und ihre Teamkameraden am Donnerstag mit einem Heimspiel, wenn Roman Josi und seine Nashville Predators ihre Visitenkarte in Edmonton abgeben werden.

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